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Reisen in Zeiten der Pandemie "Es gab noch nie so viele gute Angebote"

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Das Corona-Zeitfenster nutzen?: Normalität im Urlaub wird es dieses Jahr nicht geben. Dafür aber attraktive Preise, verspricht DER-Touristik-Chef Hartmann.

(Foto: imago images/Hans Lucas)

Der Sommerurlaub ist einer der großen Streitpunkte nach dem Lockdown. Die Tourismusbranche schlägt seit Wochen Alarm. Die Politik berät, überlegt und bremst. DER-Touristik-Chef Sören Hartmann setzt auf regionale Lösungen und macht Hoffnung auf einmalige Preise.

Die Deutschen suchen auf Google wieder nach Urlaubszielen. Das Anfragevolumen bewegt sich seit einigen Tagen erstmals wieder auf Vorkrisenniveau. Der Sommer naht und die Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus werden gelockert. Doch das Thema Urlaub ist auch einer der großen Streitpunkte in der Debatte nach dem Shutdown. Die Tourismusbranche schlägt seit Wochen Alarm, warnt vor Pleitewellen und Milliardenverlusten. Die EU-Außenminister beraten, wann und wie sie die Grenzen wieder öffnen und Reisewarnungen aufheben können. Und die Kunden überlegen, ob sie ihre Reise stornieren oder buchen - oder ob sie auf Gutscheinen sitzen bleiben.

Trotz aller Unsicherheiten: "Die Lust am Reisen ist ungebrochen", sagt Sören Hartmann, Chef von DER Touristik Group, im Podcast "Die Stunde Null". Jedes Jahr verreisen 9,9 Millionen Gäste mit den Veranstaltern der Gruppe, die Veranstalter wie DERTOUR, Jahn Reisen, ADAC Reisen, ITS und Meiers Weltreisen unter ihrem Dach hat. "Die Deutschen sind Reiseweltmeister und das werden sie auch bleiben", sagte er.

Klar ist aber auch: Normalität im Urlaub wird es in diesem Jahr nicht geben. "Wir rechnen damit, in diesem Jahr maximal 30 Prozent unseres Vorjahresumsatzes zu erreichen", sagt Hartmann. Der Shutdown war für sein Unternehmen, als habe jemand eine "Pausetaste gedrückt" - und nun müsse man die "Reset"-Taste drücken. Auch im kommenden Jahr werde DER Touristik noch nicht zu alter Stärke zurückkommen, prognostiziert Hartmann. "Erst 2022 werden wir wieder auf einem 2019er-Niveau sein."

In der Debatte um den Sommerurlaub geht es einerseits um die Hoffnung, in den kommenden Monaten überhaupt innerhalb von Europa verreisen zu dürfen. In den verschiedenen Ländern werden unterschiedliche Regeln bei der Einreise gelten, so die Erwartung der Reiseveranstalter. "Die Kunst ist, sie auf ein Minimum zu reduzieren, das sicherheitstechnisch noch vertretbar ist", sagt Hartmann. "Wir verlassen uns dabei auf Institute und Fachleute, die uns dabei helfen, in Absprache mit unseren Partnern, den Flug- und Hotelgesellschaften, die richtigen Regeln in einem vernünftigen Maß zu entwickeln." Das bedeutet: Es braucht nicht pauschale, sondern vor allem flexible und regionale Lösungen.

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Wer derzeit darüber nachdenkt, etwa für den Juli zu buchen, der solle das ruhig machen, rät Hartmann. Viele Unternehmen würden kostenlose Stornierungen und Umbuchungen vor Reiseantritt anbieten. Und: "Es gab noch nie so viele gute Angebote im Markt wie jetzt. Ich würde das Zeitfenster nutzen, um günstig und sicher zu buchen." Besonders Länder wie Griechenland, Portugal, Kroatien und Zypern hätten sich gut mit dem Virus auseinandergesetzt - Reisen seien also durchaus denkbar. Was im Juni und Juli allerdings sicher noch nicht möglich sein werde, so Hartmann, seien Fernreisen.

Das gesamte Interview hören Sie in der neuen Folge von "Die Stunde Null - Deutschlands Weg aus der Krise". Der Corona-Schock hat Deutschland und die ganze Welt in eine tiefe Krise gestürzt. Wie verändert die Krise unser Leben? Und welche Auswege gibt es? Der Podcast "Die Stunde Null - Deutschlands Weg aus der Krise" stellt diese Fragen den Menschen, die durch die Krise steuern: Unternehmern, Wissenschaftlern, Managern, Philosophen und Ökonomen.

Quelle: ntv.de, ddi