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Wieder was gelernt Wie die Tabakindustrie ohne Raucher überleben will

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(Foto: imago images / Motorsport Images)

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Knallrot, Michael Schumacher am Steuer und Marlboro auf dem Heckflügel - so ist Ferrari jahrelang durch die Formel 1 gerast. Aber das ist schon fast 20 Jahre her, heute ist Tabakwerbung in vielen Ländern verboten. Trotzdem ist Philip Morris, die Marlboro-Mutter, zurück auf dem Heckflügel von Ferrari und zwar mit einer Mission: Das Tabakunternehmen will der Welt das Rauchen abgewöhnen und dennoch Geld verdienen.

Wie das funktionieren soll, erfahren Sie in dieser Folge von Wieder was gelernt. Lesen Sie hier einen kurzen Auszug.

Schon seit dem Großen Preis von Japan letztes Jahr im Oktober prangt bei Ferrari der Schriftzug "Mission Winnow" auf dem Heckflügel. Anfangs haben das viele Zuschauer als Motivationsspruch im WM-Kampf gegen Mercedes und Lewis Hamilton aufgefasst. Tatsächlich bedeutet dieser Ausspruch etwas anderes, hat uns Iris Brand von Philip Morris Deutschland gesagt.

"Viele denken, bei 'Winnow' geht's um gewinnen im Sinne von 'Win Now' - also, 'Jetzt gewinnen', aber das stimmt nicht. 'Winnow' meint ursprünglich, die Spreu vom Getreide zu trennen und zwar durch einen Luftstrom. Heute sagt man: 'Die Spreu vom Weizen trennen.'"

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Anfang der 2000er Jahre war Tabakwerbung auch auf deutschen Rennstrecken noch erlaubt.

(Foto: imago/Laci Perenyi)

Philip Morris ist die Mutter von Marlboro und gemeinsam mit Ferrari für die Mission-Winnow-Kampagne verantwortlich. Um Tabakwerbung geht es dabei ausdrücklich nicht, sagt Iris Brand. Aber schon beim ersten Rennen der neuen Formel-1-Saison gab es Ärger mit den australischen Behörden: Sie haben eine Untersuchung eingeleitet, um zu prüfen, ob es sich nicht doch um einen Verstoß gegen das Tabakwerbeverbot handelt.

"Wir haben sehr deutlich gemacht, dass 'Mission Winnow' weder heute noch morgen Werbung für E-Zigaretten oder Tabakprodukte unseres Unternehmens macht und dazu stehen wir weiterhin. Wir hatten aber in Australien kein Interesse daran, Konflikte im Umfeld des Rennes zu erzeugen und daher haben wir den Schriftzug von den Autos und auch den Overalls entfernt."

Verständlich ist die Skepsis der australischen Behörden auf jeden Fall. Denn wenn es darum geht, konkret zu sagen, wie die "Mission Winnow" dabei hilft, die Welt zu verbessern, sprechen Rennstall und Tabakkonzern lediglich von alten Denkmustern, die aufgebrochen werden sollen.

"Präzise kann ich nicht auf ein Denkmuster eingehen. Ich sag' mal vielleicht: Wenn man sagt, sich selber weiterzuentwickeln, dass man schaut: Wie kann ich die Zukunft besser gestalten? Was kann ich selber besser? Wie kann ich mich selber weiterentwickeln als Mitarbeiter und Persönlichkeit? Es geht bei der 'Mission Winnow' wirklich nicht um ein einzelnes Projekt oder eine Kleinigkeit, sondern ein gesamtes Denkmuster. Wir wollen Fortschritt und Innovation auf allen Bereichen."

Wieder was gelernt

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Quelle: n-tv.de

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