Panorama

Gewissheit nach OperationPapst Leo XIV. hat Lungenkrebs

13.10.2026, 22:16 Uhr
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Nach Angaben des Vatikans hat Leo XIV. die Operation gut überstanden. (Foto: picture alliance / Stefano Spaziani)

Bei einer Kontrolluntersuchung entdecken Ärzte einen Knoten in der Lunge von Papst Leo XIV. Daraufhin entscheidet sich das Oberhaupt der katholischen Kirche für eine Operation. Nun stellt sich heraus: Der Pontifex ist an Krebs erkrankt.

Papst Leo XIV. leidet nach Angaben seiner behandelnden Ärzte an Lungenkrebs. Dies teilte das Ärzte-Team der Gemelli-Klinik in Rom nach einer Operation des 71-Jährigen mit. Bei dem Eingriff sei der untere Lappen der rechten Lunge entfernt worden, die anschließende Untersuchung habe bestätigt, dass es sich bei dem Knoten um ein sogenanntes Lungenadenokarzinom handele.

Der Verdacht darauf sei bereits bei den Untersuchungen vor dem Eingriff aufgekommen, hieß es. Dieser sei nun bestätigt worden. Die Operation verlief nach Angaben der Ärzte "erfolgreich und ohne Komplikationen". Insgesamt habe sich der Papst etwa drei Stunden im OP-Saal befunden. Nach der Operation, bei der auch kleine Videokameras zum Einsatz kamen, sei er in sein Zimmer zurückgekehrt. Jetzt soll er etwa eine Woche Erholung bekommen. Offen ist, wie es mit seiner Therapie weitergeht. Der Papst selbst äußerte sich am Abend nicht.

Leo hatte am Sonntag überraschend bekanntgegeben, dass bei einer Kontrolluntersuchung in seiner Lunge ein Knoten entdeckt worden sei, noch in einem "sehr frühen Stadium". Auf Anraten der Ärzte habe er sich zu einer baldigen Operation entschlossen. Der Eingriff erfolgte nun nur zwei Tage später. 

Bis dahin waren keinerlei gesundheitlichen Probleme des ersten US-Amerikaners an der Spitze der katholischen Kirche bekannt. Leo hält sich mit Tennis, Schwimmen und regelmäßigen Übungen fit. Mit seinen 71 Jahren ist er immer noch ein verhältnismäßig junger Papst. Bei seiner Wahl im Mai vergangenen Jahres wurde gemutmaßt, dass er ein langes Pontifikat vor sich haben werde, möglicherweise mehrere Jahrzehnte lang.

Leo liegt im Gemelli-Krankenhaus, wo auch mehrere seiner Vorgänger schon behandelt wurden. Die Päpste haben dort einen eigenen Trakt, in dem sie rund um die Uhr versorgt werden. Dort wurde bis kurz vor seinem Tod mit 88 Jahren auch Leos Vorgänger behandelt, Papst Franziskus. Dem Argentinier fehlte bereits seit jungen Jahren ein Teil seiner Lunge.

Offener Umgang mit Krankheit ist neu im Vatikan

Leo erschien zu dem Eingriff in einem schwarzen Auto mit Polizeieskorte. Vor dem Krankenhaus wurde er von einem Ärzteteam und auch zahlreichen Schaulustigen im Empfang genommen. Auch drinnen hießen ihn viele willkommen. Er winkte und lächelte zuversichtlich. Viele beteten auch für ihn.

Alle Audienzen des Papstes bis Mitte nächster Woche wurden abgesagt - auch die Teilnahme am Abschlussgottesdienst eines internationalen Bischofstreffens zu Ehe und Familie an diesem Mittwoch auf dem Petersplatz. Ungewiss ist, wie es in den nächsten Wochen weitergeht.

Im November steht für den Papst eigentlich eine fast zweiwöchige Reise nach Uruguay, Argentinien und Peru auf dem Programm. In Peru war der frühere weltweite Chef des Augustinerordens viele Jahre als Missionar und Bischof tätig. Er hat auch die peruanische Staatsbürgerschaft. Zur Reise gehört ein Besuch der Stadt Cusco in 3400 Metern Höhe. Bei manchen Leuten führt diese Höhe zu Atemproblemen und zur Höhenkrankheit.

Mit der Bekanntgabe vor Zehntausenden Gläubigen am Sonntag auf dem Petersplatz zeigte Leo eine Offenheit im Umgang mit gesundheitlichen Problemen, wie das für Päpste nicht selbstverständlich ist. Der Vatikan hielt früher den Gesundheitszustand der Kirchenoberhäupter streng unter Verschluss, solange die Leiden nicht offensichtlich waren - und manchmal auch noch dann.

Quelle: ntv.de, jpe/ino/dpa

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