Panorama

Panne in bayerischem Impfzentrum 1800 abgelaufene Biontech-Dosen gespritzt

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Gesundheitliche Schäden oder nachträgliche Auswirkungen durch die abgelaufenen Dosen werden nicht erwartet. (Symbolbild)

(Foto: dpa)

Hunderte Menschen erhalten in Oberbayern Anfang Januar eine Impfung mit einer Biontech-Dosis, deren Verfallsdatum überschritten ist. Die Verantwortlichen des zuständigen Impfzentrums beschwichtigen. Aber es ist nicht die erste derartige Panne, die seit dem Jahreswechsel bekannt wird.

In einem Impfzentrum in Oberbayern sind Anfang des Jahres abgelaufene Dosen des Biontech-Impfstoffs verabreicht worden. Betroffen seien rund 1800 Menschen, sagte der Geschäftsführer der Betreiberfirma Tresec, Liam Klages, auf Anfrage. Sie seien zwischen dem 4. und dem 6. Januar im Impfzentrum in Ebersberg, in der Außenstelle Poing oder von einem mobilen Team geimpft worden. Das Verfallsdatum der Dosen mit der Charge SDEJ8 war bereits der 31. Dezember.

Gesundheitliche Schäden oder nachträgliche Auswirkungen schließt Tresec aus. Auch eine reduzierte Wirksamkeit des Impfstoffs bei ansonsten ordnungsgemäßer Lagerung und Handhabung sei nicht zu erwarten und in ähnlichen Fällen andernorts nicht aufgetreten. Die Firma sprach von menschlichem Versagen und entließ zwei Beschäftigte. Sie hätten eine Dienstanweisung nicht korrekt ausgeführt, mit der das Verfallsdatum nach Entnahme aus der Tiefkühllagerung errechnet werde.

In Zukunft werde man die Etikettierung und Lagerhaltung noch enger überwachen und stehe in engem Kontakt mit dem Hersteller und den Behörden. Betroffene können im Impfzentrum kostenlos ihre Antikörper bestimmen lassen und sich gegebenenfalls erneut impfen lassen. Zudem habe man eine Hotline eingerichtet.

Paul-Ehrlich-Institut gibt Handlungs-Empfehlung

Einen ähnlichen Fall hatte es auch in Köln gegeben. Zwei Dienstleister impften zwischen dem 26. Dezember 2021 und dem 5. Januar 2022 bis zu 2000 Menschen mit dem Moderna-Vakzin, das als abgelaufen galt. Die Stadt gab bekannt, Betroffenen mögliche Nachimpfungen und schnellere Booster-Impfungen anzubieten. In einer Stellungnahme könne das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) nicht ausschließen, dass bei Impfstoff, der abweichend von den vorgeschriebenen Lagerbedingungen aufbewahrt wurde, gewisse Einbußen hinsichtlich der Wirksamkeit auftreten könnten, teilte die Stadt am Montagabend mit. Das Institut gehe allerdings nicht von einem Komplettverlust des Wirkstoffs aus. Eine gesundheitliche Gefahr bestehe nicht.

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Das PEI hat laut Stadt bei Fällen von Impfungen mit verfallenem Vakzin nun eine Empfehlung gegeben. Demnach soll bei Erstgeimpften die geplante Zweitimpfung mit der korrekten Dosis erfolgen, um eine aufgrund inkorrekter Lagerung reduzierte Dosis auszugleichen. Die mit dem falsch gelagerten Impfstoff Zweitgeimpften sollten nach drei Monaten durch eine Drittimpfung geboostert werden.

Bei den mit falsch gelagertem Impfstoff geboosterten Personen sollte ebenfalls eine weitere Boosterung frühestens vier Wochen und spätestens drei Monate nach der letzten Drittimpfung erfolgen. Der Impfarzt sollte eine Abwägung der individuellen Nutzen-Risikosituation vornehmen. Die Stadt wolle Betroffene anschreiben und ihnen ein kurzfristiges Impfangebot in den jeweils empfohlenen Zeitfenstern machen.

Quelle: ntv.de, fzö/dpa

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