Panorama

Coronavirus-Liveticker +++ 19:49 Doch kein Verbot: Reisen ins Ausland bleiben erlaubt +++

Urlaubsreisen ins Ausland werden trotz der Pandemie auch weiterhin grundsätzlich möglich sein. Ein Regierungssprecher verwies auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur am Abend auf die geltenden Bestimmungen für Reisende. "Eine darüber hinausgehende rechtliche Regelung ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht geplant", fügte er hinzu. Ein von Kanzlerin Angela Merkel erteilter Prüfauftrag zur möglichen Unterbindung touristischer Reisen gelte derzeit formal als abgeschlossen.

+++ 19:27 Auch Ramelow nach Bundesratssitzung in Isolation +++
Nach einem Hinweis der Corona-Warn-App befindet sich auch Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow in Quarantäne. Zuvor war bekannt geworden, dass Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher in Isolation sei (Eintrag 17:49 Uhr). Der Hinweis durch die Warn-App steht offenbar im Zusammenhang mit der letzten Bundesratssitzung am vergangenen Freitag, nach der zahlreiche im Plenarsaal Anwesende einen Hinweis erhalten hätten. Auch Ramelow war nach eigenen Aussagen dort anwesend. Der Linken-Politiker sagte, der Amtsarzt des Saale-Orla-Kreises habe ihm auferlegt, alle Kontakte zu unterbinden. Ramelow hat in dem Ostthüringer Landkreis ein Ferienhäuschen. Er verlasse derzeit nicht sein Grundstück und könne daher auch nicht an Landtagssitzungen teilnehmen.

.+++ 19:06 Sechs Bundesländer erhalten zusätzliche Impfdosen +++
Für den Kampf gegen das Coronavirus bekommen sechs Bundesländer zusätzlichen Impfstoff - vor allem jene mit Bezug zu Grenzregionen. So erhält Bayern laut Bundesgesundheitsministerium 105.300 zusätzliche Dosen und Sachsen 93.600 Dosen, wie der "Münchner Merkur" berichtet. Das Saarland soll 81.900 Dosen extra bekommen, Thüringen 35.100 Dosen, Rheinland-Pfalz 23.400 und Sachsen-Anhalt 11.700 Dosen. Ressortchef Jens Spahn sagte der Zeitung, so könnten die Länder schnell und effektiv Impfquoten steigern. Gerade in Grenzregionen breiteten sich Virusvarianten aus. Die zusätzlichen Dosen für Länder mit besonders gefährdeten Regionen hatten Kanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten bei einem "Impfgipfel" am 19. März beschlossen - zunächst für fünf Länder ohne Sachsen-Anhalt.

+++ 18:50 US-Seuchenschutzbehörde warnt vor Anstieg der Fallzahlen wie in Europa +++
In den USA warnt die Seuchenschutzbehörde CDC trotz der Impfkampagne vor einem Anstieg der Corona-Fälle wie in Deutschland, Italien und Frankreich. "Wir müssen jetzt zusammenarbeiten, um eine vierte Welle zu verhindern", sagt CDC-Leiterin Rochelle Walensky. Die Krankenhauseinlieferungen und die Todesfälle legten in den USA wieder ebenso zu wie bereits die Positiv-Tests. Der seit dem 20. Januar amtierende Präsident Joe Biden hat als Ziel ausgegeben, dass in seinen ersten 100 Tagen als Staatsoberhaupt 200 Millionen Impfdosen verabreicht werden.

+++ 18:33 Frankreich meldet knapp 5000 Corona-Patienten auf Intensivstationen +++
In Frankreich werden inzwischen mehr Covid-19-Patienten auf Intensivstationen behandelt als im zweiten Corona-Lockdown im Herbst. Binnen 24 Stunden stieg ihre Zahl um 102 auf 4974, wie die Gesundheitsbehörden mitteilen. Den bisherigen Höchstwert gab es mit 4919 Intensivfällen Mitte November. In Deutschland stieg die Zahl der Fälle in intensivmedizinischer Behandlung dem Robert-Koch-Institut zufolge um 116 auf 3573.

+++ 18:09 Müller: Länder-Bashing aus dem Kanzleramt nicht klug +++
Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller hat die Kritik von Kanzlerin Angela Merkel am Corona-Kurs des Senats zurückgewiesen. "Ich glaube nicht, dass es klug ist, aus dem Kanzleramt heraus jetzt ein Länder-Bashing zu betreiben, denn wir haben alle gemeinsam eine große Aufgabe zu bewältigen und haben auch schon viel gemeinsam erreicht", sagte Müller in der "Tagesschau". Am Sonntag hatte Merkel bei "Anne Will" gesagt: "Ich weiß jetzt wirklich nicht, ob Testen und Bummeln, wie es jetzt in Berlin heißt, die richtige Antwort auf das ist, was sich zur Zeit abspielt." Berlin will mit einer Doppelstrategie die Pandemie in den Griff bekommen. Vorsichtige Lockerungen etwa in Handel und Kultur bleiben. Sie werden durch verschärfte Regeln vor allem beim Testen und der Maskenpflicht ergänzt.

+++ 17:49 Tschentscher und weitere Politiker wegen Corona-Warnung in Quarantäne +++
Nach einem Hinweis der Corona-Warn-App ist Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher in Quarantäne gegangen. Der Hinweis stehe offenbar im Zusammenhang mit der letzten Bundesratssitzung, nach der zahlreiche im Plenarsaal Anwesende einen Hinweis erhalten hätten, teilte Senatssprecher Marcel Schweitzer mit. Neben Tschentscher hätten sich auch Justizsenatorin Anna Gallina sowie die Außenbevollmächtigte des Senats beim Bund und der EU, Staatsrätin Almut Möller, in freiwillige häusliche Isolation begeben. Sie arbeiten derzeit im Homeoffice und ließen am Mittwoch einen PCR-Test machen, sagte Schweitzer.

+++ 17:32 Weimar öffnet Geschäfte und Museen +++
Weimar startet ein Corona-Modellprojekt und öffnet Geschäfte und Museen - entgegen der Empfehlung von Kanzlerin Merkel. Weimars Oberbürgermeister Kleine erläutert im Interview, wie man das Projekt sicher durchführen will und wo seine Schwachstellen liegen.

+++ 17:13 Baerbock: Es darf jetzt kein Rumgeeiere geben +++
Grünen-Chefin Annalena Baerbock hat ein bundesweit koordiniertes Vorgehen im Kampf gegen die dritte Corona-Infektionswelle gefordert. "Es darf jetzt kein Rumgeeiere geben", sagte Baerbock. Alle Bundesländer müssten gemeinsam handeln, die vereinbarte "Notbremse" müsse deutschlandweit gelten. Das bedeute, dass Landkreise "nicht machen können, was sie wollen", betonte sie. "Wir sind jetzt in einer Situation, wo die Sicherheit in ganz Deutschland gefährdet ist." Es brauche zudem "weitere, schärfere Maßnahmen", um diese Welle jetzt zu brechen. So solle nur noch dort in Präsenz gearbeitet werden, wo dies absolut notwendig sei. Wo das nicht möglich sei, müssten Tests Voraussetzung für den Besuch des Arbeitsortes sein, sagte Baerbock.

+++ 16:54 Unions-Fraktionsvize für Änderung des Infektionsschutzgesetzes +++
Unionsfraktionsvize Thorsten Frei will eine Änderung des Infektionsschutzgesetzes, um den Ländern einheitliche Vorgaben über Corona-Maßnahmen machen zu können. "In der aktuellen, sehr schwierigen Phase der Pandemie wäre es hilfreich, durch mehr bundeseinheitliche Kriterien und die sich daraus ergebenden Schlussfolgerungen die Akzeptanz der Maßnahmen zu erhöhen", sagt der CDU-Politiker der "Welt". Es gehe darum, "im Gesetz klare und für ganz Deutschland wirkende Wenn-dann-Regelungen zu definieren".

+++ 16:23 Euskirchen setzt Impfungen von Frauen unter 55 mit Astrazeneca aus +++
Der Kreis Euskirchen in Nordrhein-Westfalen hat die Corona-Schutzimpfung von Frauen unter 55 mit dem Wirkstoff von Astrazeneca vorläufig gestoppt. Nachdem eine geimpfte Frau (47) vergangene Woche gestorben war, sei dem Kreis nun der Verdacht auf "eine schwerwiegende Erkrankung" einer 28-Jährigen nach der Impfung mit Astrazeneca gemeldet worden. Beide hatten laut Kreis eine Sinusvenenthrombose erlitten. "Der Kreis Euskirchen hat heute Mittag die Bezirksregierung und das NRW-Gesundheitsministerium über die neue Lage informiert und das Moratorium vermeldet. Dabei handelt es sich um eine vorsorgliche Maßnahme, bis die zuständigen Fachdienststellen zu einen endgültigen Bewertung gekommen sind", hieß es in einer Mitteilung.

+++ 16:11 Köln hält an Notbremse fest +++
Köln verzichtet vorerst auf Lockerungen. "Wir haben am Wochenende intensiv darüber beraten, ob wir beim Land beantragen, auf die Notbremse zu verzichten", sagte Krisenstabsleiterin Andrea Blome nach Angaben der Stadt. Angesichts der Infektionslage und der besorgniserregenden Situation auf den Intensivstationen halte man es aber für unverantwortlich, auf Einschränkungen gänzlich zu verzichten. "Solange die Inzidenz in Köln deutlich über 100 liegt und die Zahl der Neuinfektionen in unserer Stadt exponentiell steigt, hält die Stadt Köln eine Ausnahme von der Notbremse lediglich für die Museen für vertretbar und wird derzeit darauf verzichten, beim Land weitere Ausnahmen zu beantragen", stellte Blome klar.

+++ 15:53 Reisefreiheit in der EU soll durch Grünen Pass beschleunigt werden +++
Zahlreiche EU-Staaten wollen bald nach Ostern eine Prioritätenliste zur Umsetzung des sogenannten Grünen Passes für Urlaubsreisen vorlegen. Das Projekt solle europaweit einheitlich, grenzübergreifend und leicht verwendbar verwirklicht werden, sagte Österreichs Tourismusministerin Elisabeth Köstinger. Das EU-Dokument soll Impfungen gegen das Coronavirus sowie Tests oder überstandene Infektionen fälschungssicher registrieren und unter anderem das Reisen erleichtern. Köstinger sagte, bis zum Sommer solle trotz Corona-Krise das grenzenlose Reise in der EU wieder möglich werden. Gerade bei den Einreisebestimmungen, die jeder Staat für sich selbst festlege, müsse eine Harmonisierung der Kriterien erfolgen, so Köstinger nach dem Online-Treffen mit zwölf Amtskollegen und -innen - unter anderem aus Deutschland, Spanien, Italien, Frankreich und Griechenland.

+++ 15:38 Ein-Dosen-Version: Russland lässt Sputnik-Light zu +++
Das russische Gesundheitsministerium hat die Ein-Dosen-Version des Corona-Impfstoffs Sputnik V zur Anwendung zugelassen, wie die Nachrichtenagentur Tass berichtet. Bei Sputnik-Light handelt es sich um das gleiche Vakzin, dass jedoch nur einmal statt zweimal gespritzt werden muss. Zwar soll es nicht so effektiv sein wie bei der Original-Dosierung. Aber nach russischen Angaben kann die einmalige Verabreichung eine geeignete Übergangslösung für Staaten mit hohen Infektionsraten sein. Russland will für die Impfungen im eigenen Land aber weiter vorwiegend auf die Originalversion des Vakzins setzen.

+++ 15:27 WHO: Zehn Länder haben sich 76 Prozent der Impfdosen gesichert +++
Von den derzeit weltweit verfügbaren Impfdosen haben sich nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO zehn Länder der Erde 76 Prozent gesichert. Generalsekretär Tedros Adhanom Ghebreyesus kritisierte die Verteilung von Impfstoff und betonte, eine globale Krise brauche globale Antworten. "Die globale Lösung beginnt mit Solidarität." Auch der deutsche Entwicklungshilfeminister Gerd Müller sagte bei seinem Besuch bei der WHO: "Das ist nicht die Solidarität, die dieses Virus stoppen wird." Afrika und Lateinamerika seien besonders von der Pandemie betroffen "Wir gewinnen nur, wenn wir die Pandemie weltweit besiegen."

+++ 15:05 Kubicki: Merkel wird schon lange gar nicht mehr oder sehr schlecht beraten +++
FDP-Vize Wolfgang Kubicki hat harte Kritik an Bundeskanzlerin Angela Merkel und ihren Aussagen in der Talkshow von Anne Will geübt. "Als es letzte Woche hieß, man wolle das Format der MPK überdenken, war meine Erwartung nicht, dass die Kanzlerin nun über Talkshows mit den Ministerpräsidenten verhandelt", sagte Kubicki dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. "Der Vorwurf der Bundeskanzlerin, die Länder würden das Recht nicht richtig anwenden, und die unverhohlene Drohung, das Infektionsschutzgesetz in Reaktion darauf zu ändern, ist keine Lappalie", setzte er hinzu. Kubicki kritisierte, offensichtlich werde die Kanzlerin "schon lange rechtlich gar nicht mehr oder sehr schlecht beraten, siehe Osterruhe". Der FDP-Vize betonte: "Mit Blick auf die gestrige Sendung kann ich ihr nur empfehlen, sich nochmal explizit mit unserem Staatsaufbau und dem Rechtscharakter der Ministerpräsidentenkonferenz auseinanderzusetzen. Deutschland bleibt auch in der Pandemie ein Bundesstaat."

+++ 14:46 Erste Impfstoff-Lieferung von Johnson & Johnson soll im April kommen +++
Die ersten Lieferungen des vierten zugelassenen Corona-Impfstoffes von Johnson & Johnson für Deutschland sollen ab Mitte April kommen. In der Woche vom 12. April werden 256.800 Dosen erwartet, in der Woche vom 26. April weitere 444 000 Dosen, wie aus einer Lieferprognose des Herstellers hervorgeht. Im Mai sollen 2,3 Millionen Dosen folgen, im Juni 7,1 Millionen, so dass im zweiten Quartal 10,1 Millionen Dosen zusammenkommen sollen. Im dritten Quartal werden demnach 22 Millionen Dosen erwartet, im vierten Quartal dann noch 4,6 Millionen Dosen. Der Impfstoff von Johnson & Johnson war am 11. März in der Europäischen Union zugelassen worden. Bei dem Präparat reicht eine Spritze, eine zweite Impfung ist nicht nötig. Mehr dazu lesen Sie hier.

+++ 14:32 Studie: Erste Dosis verleiht Pflegeheim-Bewohnern bereits Schutz +++
Die beiden in Großbritannien eingesetzten Corona-Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Astrazeneca verhindern bereits nach der ersten Dosis mehr als die Hälfte aller zu erwartenden Infektionen bei Pflegeheimbewohnern. Das geht aus einer Studie des University College London (UCL) hervor, die nun veröffentlicht wurde. Demnach verhindern beide Präparate vier Wochen nach einer ersten Impfdosis 56 Prozent der Infektionen mit dem Coronavirus. Eine Woche später betrage dieser Impfschutz bereits 62 Prozent, hieß es in einer Mitteilung. Betrachtet wurden mehr als 10.000 Pflegeheimbewohner in England mit einem Durchschnittsalter von 86 Jahren. Dabei wurde verglichen, wie viele Infektionen in einer geimpften Gruppe im Vergleich zu einer ungeimpften Gruppe auftraten.

+++ 14:16 Griechenland will Tourismus-Saison retten und treibt Öffnung voran +++
Die griechische Regierung will trotz hoher Corona-Zahlen den Start der Tourismus-Saison retten. Tourismusminister Haris Theoharis plädiere für verschiedene Pilotprojekte bereits vor dem geplanten Saisonbeginn, der für Mitte Mai angepeilt worden war, berichtet die griechische Wirtschaftszeitung "Naftemporiki". Am Wochenende waren auf Kreta die ersten Flieger mit deutschen Touristen an Bord gelandet. Die Gäste wohnen Medienberichten zufolge nicht in Hotels, sondern in Privatunterkünften und Pensionen, weil die Hotels mangels Buchungen noch geschlossen sind. Am 12. April sollen außerdem rund 200 Niederländer versuchsweise nach Rhodos fliegen und dort eine Woche in einer Hotelanlage verbringen. Touristen müssen in Griechenland bei der Einreise einen negativen, höchstens 72 Stunden alten PCR-Test vorweisen und werden zudem bei der Ankunft häufig noch einem Schnelltest unterzogen. Dann müssen sie eine siebentägige Quarantäne einhalten, wie das deutsche Auswärtige Amt mitteilte. Praktisch werde diese Quarantäne jedoch kaum kontrolliert. Das Argument: Die Einreisenden würden ohnehin zweimal getestet.

+++ 13:58 SPD-Fraktion wundert sich über Merkels Vorstoß +++
Die SPD im Bundestag reagiert verhalten auf die Gedankenspiele von Kanzlerin Angela Merkel zu genaueren Vorgaben für die Länder bei der Pandemie-Bekämpfung. "Ich bin mehr als überrascht von den Überlegungen der Kanzlerin, das Infektionsschutzgesetz zu ändern", sagt SPD-Fraktionsvize Dirk Wiese der Deutschen Presse-Agentur. "Wir als SPD-Fraktion haben lange auf Änderungen gedrängt und sind dabei stets auf Widerstand in der Union und besonders im Kanzleramt gestoßen." Ob die SPD die Pläne unterstützen könne, hänge sehr von den Details ab, sagt Wiese weiter.

+++ 13:43 Spahn für Impfungen rund um die Uhr +++
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn warnt vor einer Unterbrechung des Impfens an den Osterfeiertagen. Stattdessen fordert er, dass besonders die über 70-Jährigen jetzt geimpft werden sollten. "Die Impfverordnung ist sehr flexibel. Die über 70-Jährigen kann man jetzt einfach alle impfen. Das rettet Menschenleben", sagt Spahn nach Teilnehmerangaben im CDU-Präsidium. Die Impfzentren könnten auch rund um die Uhr impfen, fügt er mit Blick auf zunehmende Lieferungen von Impfdosen hinzu. Allein in den nächsten sieben bis acht Tagen kämen mehr als drei Millionen Dosen bei den Ländern an. Die sollten alle direkt verimpft werden.

+++ 13:29 Virologin Koopmans: Virus sprang über zwei Tierarten auf Menschen über +++
Die niederländische Virologin Marion Koopmans bestätigt Kernaussagen aus einem bisher unveröffentlichten WHO-Bericht. Demnach sprang das Corona-Virus wohl über zwei Tierarten auf den Menschen über. Von Fledermäusen über ein anderes Tier auf den Menschen sei "die wahrscheinlichste Route", sagt Koopmans im Radio. Es sei dagegen sehr unwahrscheinlich, dass das Virus aus einem Labor stamme. Koopmans gehört dem Expertenteam an, das Anfang des Jahres im Auftrag der WHO in Wuhan in China die Entstehung der Pandemie untersucht hat. Koopmans wies zudem die Darstellung zurück, dass die Wissenschaftler in China nicht frei hätten arbeiten können.

+++ 13:14 Brandenburg: Mehr Impfungen in Praxen als in Impfzentren +++
In Brandenburger Arztpraxen sind in der kommenden Woche mehr Corona-Impfungen als in den Impfzentren geplant. Jeweils rund 30.000 Impfstoffdosen von Biontech/Pfizer sollen in der nächsten und übernächsten Woche vom Bund an die Hausarztpraxen verteilt werden, wie die Kassenärztliche Vereinigung in Potsdam mitteilt. Das wären 20 Impfdosen pro Praxis bei rund 1500 Praxen. Weitere 28.000 Dosen von Astrazeneca sollen in den beiden Wochen an die 139 Arztpraxen im Land gehen, die beim Modellprojekt "Impfen in den Arztpraxen" mitmachen. Der Chef der Brandenburger Kassenärzte, Peter Noack, sieht darin einen kräftigen Schub für die Impfungen. "In den Vertragsarztpraxen werden in der nächsten Woche mehr Menschen geimpft als in den Impfzentren - und das flächendeckend, wohnortnah und gemäß der geltenden Priorisierung", teilt Noack mit.

+++ 12:51 Bund und Länder sollen wieder in Präsenz tagen +++
Nach dem Bund-Länder-Gipfel vor einer Woche gab es scharfe Kritik an dem Format und Forderungen nach einer Reform. Eine dürfte jetzt umgesetzt werden: Die nächste Ministerpräsidentenkonferenz soll nach Angaben von CDU-Chef und NRW-Ministerpräsident Armin Laschet wieder in Präsenz stattfinden. Das CDU-Präsidium sei einhellig dieser Meinung, weil sich eine Bund-Länder-Runde wie am Montag nicht wiederholen dürfe. Laschet verweist darauf, dass auch Bundestag und Bundesrat nicht virtuell tagen. Zugleich fordert Laschet, dass über die Osterfeiertage ohne Einschränkung weiter geimpft werden soll - wie in NRW. Es müsse "rund um die Uhr" geimpft werden, sagt der CDU-Chef. Zuvor war bekannt geoworden, dass über die Feiertage in einigen Bundesländern die Impfzentren geschlossen sind.

+++ 12:33 Sputnik V soll auch in China produziert werden +++
Der russische Staatsfonds RDIF schließt ein Abkommen zur Produktion des Corona-Impfstoffs Sputnik V in China. Die Herstellung von 60 Millionen Dosen des Vakzins soll bereits im Mai in der Volksrepublik beginnen, teilt der Staatsfonds mit. Mit der von der chinesischen Pharmafirma Shenzhen Yuanxing Gene-tech produzierten Impfmenge sollen mehr als 30 Millionen Menschen geimpft werden. "Die Zusammenarbeit mit Shenzhen Yuanxing Gene-tech wird es uns ermöglichen, Sputnik V in China zu produzieren und so die Kapazitäten zu erhöhen, um zusätzliche Mengen bereitzustellen, da wir weltweit eine steigende Nachfrage nach dem russischen Impfstoff sehen", sagt Staatsfonds-Chef Kirill Dmitrijew laut einer Erklärung. Der RDIF hat die Entwicklung des Sputnik-Vakzins finanziert. Demnach haben auch Unternehmen in Deutschland, Frankreich, Spanien und Italien Produktions-Abkommen für Sputnik V geschlossen.

+++ 12:19 Seehofer: Bund soll Ruder übernehmen +++
Bundesinnenminister Horst Seehofer ist dafür, dass der Bund im Kampf gegen die Corona-Pandemie das Ruder übernimmt. Dafür könne entweder das Infektionsschutzgesetz präzisiert oder ein eigenes Gesetz beschlossen werden, in dem genau geregelt sei, "was bei welcher Inzidenz zu geschehen hat". Der Bund habe "von jeher die Gesetzgebungskompetenz auf diesem Gebiet", sagt der CSU-Politiker der "Süddeutschen Zeitung". Man müsse nur Gebrauch davon machen. Die Corona-Bekämpfung über Ministerpräsidentenkonferenzen zu betreiben, halte er für falsch, sagt der Innenminister: "Dieses Verfahren kann man so nicht weitermachen." Besser wäre es, die notwendigen Maßnahmen durch Bundestag und Bundesrat beschließen zu lassen.

+++ 12:10 Arbeitgeber lehnen Testpflicht für Firmen strikt ab +++
Die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände ist gegen eine Corona-Testpflicht für Firmen. Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger erklärt, die privaten Unternehmen hätten ihre Testanstrengungen stark ausgeweitet: "Mit dem ständigen Drohen einer gesetzlichen Regelung wird dieses Engagement nicht anerkannt. Ein Testgesetz schafft nicht mehr Schutz, sondern mehr Bürokratie, mehr Kosten, weniger Eigeninitiative und einen Haufen ungeklärter rechtlicher und organisatorischer Fragen."

+++ 11:58 "Escape-Varianten entstehen parallel zur Impfung" +++
Deutschlands Impfkampagne kommt weiter nicht so recht in Fahrt. Zeitgleich steigen die Zahlen bei den Neuinfektionen. Dadurch wächst die Gefahr sogenannter Escape-Varianten, die die Welt in der Pandemie-Bekämpfung weit zurückwerfen könnten. ntv-Expertin Doro Steitz erklärt die Hintergründe:

+++ 11:39 Reaktion auf Merkel: Laschet und Hans verteidigen Maßnahmen +++
Der Auftritt von Kanzlerin Merkel bei "Anne Will" hat gesessen. Nun äußern sich die angegriffenen Politiker. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur aus Teilnehmerkreisen bekennt sich CDU-Parteichef und NRW-Ministerpräsident Armin Laschet in Online-Beratungen des CDU-Präsidiums klar zu mehr Tests als Instrument in der Krise. Er habe betont, dass es in Nordrhein-Westfalen eine landesweite "Notbremse" gebe. Saarlands Ministerpräsident Tobias Hans erklärt demnach, im Saarland würden nicht Beschränkungen durch Lockerungen ersetzt. Stattdessen würden Testauflagen an die Stelle von Beschränkungen gesetzt. Merkel hatte Laschet und Hans bei ihrem Auftritt gerügt.

+++ 11:27 Ramelow kritisiert Merkels Ton gegenüber Ländern +++
Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow kritisiert scharf den Ton von Bundeskanzlerin Angela Merkel gegenüber den Ländern. Er sei es "wirklich leid, mir anhören zu müssen, was man hätte tun müssen, aber selbst tatsächlich nichts getan hat", sagt er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. "Ich fordere schon seit Langem einen Stufenplan und einheitliche Regeln für ganz Deutschland", sagt Ramelow. Er unterstütze die Kanzlerin in diesem Ansinnen. "Ich bin nur irritiert, dass sie das jetzt als Drohkulisse aufbaut", fügt der Linkenpolitiker hinzu. Er ärgere sich "ein bisschen über die Tonart". Ramelow kann sich eine bundeseinheitliche Regelung für Corona-Maßnahmen per Gesetz vorstellen. "Man kann es im Infektionsschutzgesetz festlegen - ist mir auch recht - Hauptsache, es ist ein einheitlicher Rahmen", sagt er der Deutschen Presse-Agentur.

+++ 11:13 Streit um Ausgangssperren: Palmer dafür, Lindner dagegen +++
Angesichts steigender Inzidenzen und Fallzahlen werden derzeit nächtliche Ausgangssperren als Maßnahme diskutiert. Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer von den Grünen spricht sich dafür aus: "Ich hätte gar nichts dagegen, zu sagen: Ab 20 Uhr ist wirklich Ruhe", sagt er in einer Online-Gesprächsrunde der "Bild"-Zeitung. Mit Blick auf das derzeit laufende Modellprojekt in Tübingen sagt Palmer, tagsüber könne geordnet in der Außengastronomie gesessen oder mit Maske eingekauft werden. "Und nachts sind alle daheim - warum nicht."

FDP-Chef Christian Lindner wendet sich entschieden dagegen: "Die Ausgangssperren, über die immer wieder gesprochen wird, sind nicht nur ein unverhältnismäßiger Eingriff in die Freiheit, die sind auch epidemiologisch unwirksam", sagt er dem Fernsehsender Phoenix. Ausgangssperren seien "eine Symbolmaßnahme, die nichts bringt, und die ich deshalb außerordentlich kritisch sehe".

Auch Bremens Bürgermeister Andreas Bovenschulte sieht Ausgangssperren nur bedingt als Mittel im Kampf gegen steigende Corona-Zahlen. Laut einer wissenschaftlichen Untersuchung sei der zusätzliche Effekt in Ländern mit ohnehin harten Lockdownmaßnahmen "relativ begrenzt", sagt er im Deutschlandfunk. Er sei vor allem dafür, zuvor "alle milderen Mittel" im Kampf gegen die Pandemie auzuschöpfen. Er denke dabei an die Einführung einer Testpflicht in Betrieben.

+++ 10:57 Ifo-Chef fordert Lockdown und kritisiert Merkel +++
Ifo-Präsident Clemens Fuest kritisiert den Fernsehauftritt von Kanzlerin Angela Merkel und fordert einen harten zweiwöchigen Lockdown über Ostern. "Mit den Osterferien haben wir ein Zeitfenster, in dem die Kinder nicht in die Schule gehen", sagt Fuest MDR Aktuell. "Warum man das nicht entschlossen nutzt, um die Infektionszahlen herunterzubringen, ist mir absolut schleierhaft." Der Ökonom und Regierungsberater kritisiert die abwartende Haltung der Kanzlerin. In einer Notsituation wie dieser erwarte er von der Regierungschefin, dass sie dafür sorge, dass es vorangehe. "Es wäre das Mindeste, dass sie noch heute die Ministerpräsidenten zusammenruft und mit ihnen Beschlüsse fällt, die auch wirklich eine Wirkung haben." Der Kurs der Regierung bringe der Wirtschaft "verlängerte Unsicherheit und wachsende Schäden".

+++ 10:40 Einzelhandel schlägt Einkaufsgutscheine für alle vor +++
Zur Ankurbelung der Wirtschaft nach der Corona-Krise schlägt der Einzelhandel Einkaufsgutscheine von 500 Euro für jeden Bürger und jede Bürgerin vor. "Ein zusätzliches Einkommen von 500 Euro je Einwohner würde einen Nachfrageimpuls von bis zu 40 Milliarden Euro bedeuten", sagt der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Deutschland (HDE), Stefan Genth, dem "Handelsblatt". Solche Gutscheine seien denkbar, "wenn die Pandemie wieder besser unter Kontrolle ist und die Menschen wieder Lust auf einen entspannten Einkaufsbummel haben".

+++ 10:22 Niedersachsen verteidigt Modellversuche +++
Niedersachsens Wirtschaftsminister Bernd Althusmann verteidigt die geplanten Öffnungen in Modellkommunen. "Ich befürchte, wir werden mit einem gewissen Infektionsgeschehen in Deutschland leben müssen. Deshalb sind solche Modellversuche, wie ich finde, nicht unvorsichtig oder gar leichtsinnig", sagt der CDU-Politiker dem Radiosender NDR Info.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte zuvor allen geplanten Lockerungen und Modellprojekten in Deutschland eine Absage erteilt. "Die Kanzlerin ist getragen von einer tiefen Sorge um das Land, das respektiere ich, das anerkenne ich", entgegnet Althusmann nun. "Aber wir müssen auch Wege heraus aus der Pandemie finden. Und dieser Weg kann nicht immer nur Lockdown lauten." Niedersachsen will in etwa 25 großen, mittleren und kleinen Kommunen gekoppelt an Schnelltests weitreichende Öffnungen ermöglichen. Dabei geht es um Geschäfte, die Außengastronomie, Kulturzentren, Theater, Opernhäuser, Kinos und Fitnessstudios.

+++ 09:59 Linken-Fraktionschef gegen pauschale Ausgangssperren +++
Linken-Fraktionschef Dietmar Bartsch ist gegen bundesweite pauschale Ausgangssperren. Diese seien "ein wirklich hartes Mittel, das man nur im äußersten Notfall anwenden soll", sagt er im "Morgenmagazin" der ARD. In den Landkreisen, wo die Corona-Infektionszahlen "verheerend" seien, müsse dies allerdings geschehen. Bartsch sagt in Reaktion auf das Interview von Bundeskanzlerin Angela Merkel vom Sonntagabend, er könne sich auch nicht vorstellen, dass Merkel deutschlandweite Ausgangssperren wolle. Diese müssten jedoch regional als Maßnahme möglich sein. Es gebe sie bereits in vielen Kreisen. "Da, wo die Zahlen so hoch sind, da muss man das dann auch schlicht machen", sagte Bartsch.

+++ 09:49 Bareiß glaubt nicht an Auslandsreiseverbot +++
Der Tourismus-Beauftragte der Bundesregierung, Thomas Bareiß von der CDU, glaubt nicht daran, dass in Deutschland ein komplettes Auslandsreiseverbot kommen wird. "Ich denke, dass wir derzeit in Europa kein Reiseverbot verhängen können, weil wir in der Europäischen Union eine Freizügigkeit haben. Freie Grenzen sind was ganz Wichtiges", sagt Bareiß im "ntv Frühstart". Die Bundesregierung werde ihren Prüfauftrag zum Reiseverbot voraussichtlich diese Woche abschließen. "Ich glaube, dass wir wenig über Verbote reden sollten. Wir sollten mehr darüber reden, wie wir Reisen möglich machen", so Bareiß.

+++ 09:34 Viele Impfzentren über Ostern geschlossen +++
Über die Osterfeiertage bleibt in Deutschland eine ganze Reihe von Impfzentren geschlossen. So wird beispielsweise in den Impfzentren in Brandenburg an Karfreitag, Ostersonntag und Ostermontag nicht gearbeitet, wie eine Umfrage der "Bild"-Zeitung ergibt. Im Saarland wird sonntags generell nicht geimpft. In Thüringen wird ebenfalls über die Feiertage nicht geimpft, außer am Samstag in einem Impfzentrum in Erfurt. In weiteren Bundesländern, darunter Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz, sind Schließungen möglich, wie es demnach aus den Landesregierungen heißt. Das hänge davon ab, wie viel Impfstoff vorhanden sei.

+++ 09:20 WHO-Bericht nennt Labortheorie "sehr unwahrscheinlich" +++
Laut einem WHO-Bericht ist ein Laborunfall als Ursprung der Coronavirus-Pandemie "sehr unwahrscheinlich". Dagegen sei es "sehr wahrscheinlich", dass das Virus von Tier auf Mensch übertragen wurde.

Hier lesen Sie mehr dazu.

+++ 09:15 14 der 16 Bundesländer über Notbremsen-Grenze +++
Ursprünglich hatten Bund und Länder vereinbart, dass ab einer Sieben-Tage-Inzidenz von 100 eine Notbremse greift. Gemessen daran müssten 14 der 16 Bundesländer ihre getroffenen Lockerungen zurücknehmen - die Ausnahmen bilden das Saarland und Schleswig-Holstein. Sie weisen mehr als 100 Neuninfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche auf.

Laut Robert-Koch-Institut zieht das Fallaufkommen in allen Bundesländer an. Besonders kräftig geht es demnach in Sachsen und Sachsen-Anhalt nach oben.

+++ 09:02 Corona-Ausbruch auf Bremer Werft +++
Auf der Bremer Lürssen-Werft werden mehrere Mitarbeiter positiv auf Corona getestet. Einem Bericht von Radio Bremen zufolge sind 105 Beschäftigte mehrerer Unternehmen betroffen. Bei dem nachgewiesenen Virus handele es sich fast ausschließlich um die Mutante B.1.1.7, heißt es. Lürssen kommentiert die Anzahl der Infizierten und den Nachweis der Mutante nicht, bestätigt aber, dass es am Bremer Werftstandort mehrere positive Covid-19-Tests gegeben habe. Das Gesundheitsamt habe daraufhin rund 1000 Menschen, die im betroffenen Bereich gearbeitet haben, getestet. Die positiv Getesteten würden nun von den Behörden unter Quarantäne gestellt. Der Werftbetrieb werde jedoch fortgeführt.

+++ 08:49 Brisbane verhängt kurzen, harten Lockdown +++
Nach der Entdeckung eines Corona-Infektionsherds in der australischen Großstadt Brisbane ordnen die Behörden des Bundesstaats Queensland einen dreitägigen Lockdown für die gesamte Metropolregion an. Die Infizierten hätten sich mit der in Großbritannien entdeckten Corona-Mutante B.1.1.7 angesteckt, sagt Queenslands Regierungschefin Annastacia Palaszczuk. Ein kurzer Lockdown sei nötig, um einen längeren zu verhindern. Der Lockdown tritt um 17.00 Uhr (Ortszeit) in Kraft. Schulen, Restaurants und Bars müssen dann schließen. Auch gelten Ausgangsbeschränkungen: Ihre Wohnungen dürfen die zwei Millionen Betroffenen dann nur noch verlassen, um zur Arbeit oder zum Arzt zu gehen, Lebensmittel zu kaufen oder Sport zu treiben. Die Zahl der internationalen Flüge, die in Queensland landen dürfen, wird halbiert.

+++ 08:36 Lauterbach für Pflicht zum Homeoffice und Ausgangssperre +++
Er gilt als Verfechter einer harten Corona-Politik - erst recht angesichts steigender Infektionszahlen. Nun fordert SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach erneut einen "letzten harten Lockdown". "Wir können es nicht so laufen lassen", sagt er im Westdeutschen Rundfunk. Andernfalls würden die Inzidenzzahlen in wenigen Wochen über 200 steigen. Der SPD-Politiker plädiert einerseits für eine Pflicht zum Homeoffice und zu regelmäßigen Corona-Tests in den Betrieben. Außerdem spricht er sich für eine befristete Ausgangssperre am Abend aus. Die Bewegungsdaten der Handys zeigten, dass sich viele Menschen abends immer noch privat träfen. Das sei verständlich, müsse aber eine Zeit lang begrenzt werden. Kritik übte der Gesundheitspolitiker an dem uneinheitlichen Vorgehen der Länder und den vielerorts zu beobachtenden Bemühungen, mit mehr Tests Lockerungen zu ermöglichen.

+++ 08:03 Nur 16 Regionen unter Sieben-Tage-Inzidenz von 50 +++
Bundesweit halten sich nur 16 Regionen unter einer Sieben-Tage-Inzidenz von 50. Davon liegen drei Regionen unter dem Wert 35. Dagegen verzeichnen 396 von insgesamt 412 Regionen ein Fallaufkommen über der 50er-Obergrenze. Davon bewegen sich 285 Kreise sogar über der "Notbremsen"-Schwelle von 100. Die Sieben-Tage-Inzidenz gibt die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von einer Woche an.

+++ 07:43 Experte vergleicht Corona-Lage mit "Pulverfass" +++
Anders als zu Weihnachten ist die Corona-Lage vor Ostern aus Sicht des Saarbrücker Pharmazie-Professors Thorsten Lehr brisanter. Vor allem die in Deutschland inzwischen vorherrschende Virusvariante B.1.1.7 breite sich stärker in Familien aus. Zudem seien die Zahlen derzeit ansteigend. "Das ist ein Pulverfass, auf dem wir sitzen", so Lehr. Anders als Ende 2020 seien zwar inzwischen viele Menschen aus der besonders gefährdeten hohen Altersgruppe geimpft. Allerdings liege der Anteil bei den Über-70-Jährigen erst bei gut einem Viertel, sagt Lehr. "Bis die Wirkung richtig einsetzt, dauert es auch ein paar Wochen." Daher könne hier noch keine Entwarnung gegeben werden. "Wir haben also ein bisschen Entschärfung durch die Impfung, aber eine Verschärfung durch die Mutanten."

+++ 07:26 Ex-Charité-Chef kritisiert Länderchefs scharf +++
Mit drastischen Worten kritisiert der ehemalige Ärztliche Direktor der Berliner Charité die derzeitigen Corona-Maßnahmen der Länderchefs. "Gegen die Wissenschaft und die Mehrheitsmeinung machen 16 MP’s Lockerungsübungen", twittert Ulrich Frei. "Nach der 3. Welle müssen sich Staatsanwälte dann fragen, ob dies nicht Beihilfe zu Körperverletzung mit Todesfolge war." Etliche Ministerpräsidenten hatten zuletzt trotz steigender Infektionszahlen Lockerungen etwa in Modellregionen angekündigt. Dies hat am Sonntagabend auch Kanzlerin Angela Merkel deutlich kritisiert.

+++ 07:04 Epidemiologin erwartet mehr schwere Corona-Fälle bei Jüngeren +++
Die Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Epidemiologie, Eva Grill, erwartet bei wachsenden Corona-Zahlen mehr schwere Krankheitsverläufe bei jüngeren Menschen. "Das Problem ist, dass bei einem weiteren Ansteigen der Fallzahlen auch der Anteil der Virusvariante B.1.1.7 weiter ansteigen wird", sagt Grill der Deutschen Presse-Agentur. Die zuerst in Großbritannien entdeckte Mutante sei sowohl deutlich ansteckender als auch gefährlicher, "da sie wohl mit schwereren Krankheitsverläufen einhergeht". Bei Hochaltrigen gehe die Zahl neuer Todesfälle zurück, erläutert Grill, die Professorin für Epidemiologie an der Ludwig-Maximilians-Universität München ist. "Das deutet darauf hin, dass es zunehmend gelingt, die besonders vulnerablen Gruppen durch Impfung zu schützen." Aber auch bei den 60- bis 69-Jährigen sei das Sterberisiko der Infizierten noch bei etwa vier Prozent. Das bedeute, dass eine stark steigende Fallzahl auch zu mehr Erkrankten und schwer Erkrankten führen werde.

+++ 06:46 Grüne fordern "Wellenbrecher-Plan" +++
Strengere Corona-Maßnahmen sind aus Sicht von Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt unausweichlich und waren absehbar. "Dass trotz aller Warnungen wochenlang nicht gehandelt wurde, hat uns im Kampf gegen das Virus meilenweit zurückgeworfen und für einen massiven Vertrauensverlust gesorgt", sagt Göring-Eckardt den Funke-Zeitungen. "Dass jetzt strengere Maßnahmen unausweichlich sind, war absehbar und ist die unweigerliche Folge des inkonsequenten Hin-und-Her. So kann und darf es nicht weitergehen." Die Grünen-Politikerin fordert die Bundesregierung auf, einen "Wellenbrecher-Plan" vorzulegen, "mit dem Kontakte und Infektionen reduziert werden und der dann am besten von Bundestag und Bundesrat beschlossen wird". Diese Maßnahmen müssten sich auch endlich wieder an der wissenschaftlichen Realität orientieren.

+++ 06:17 Tierärzte fordern Einbeziehung in Impfkampagne +++
Die deutschen Tierärzte fordern die Bundesregierung auf, sie in die Corona-Impfkampagne einzubinden. Die rund 10.000 Tierarztpraxen in Deutschland könnten bei 50 Impfungen pro Woche und Praxis in einem Monat ohne Weiteres zwei Millionen Menschen mit dem Vakzin versorgen, sagt Siegfried Moder, Präsident des Bundesverbands der praktizierenden Tierärzte, der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Die Bundesregierung müsse hierzulande unverzüglich die rechtlichen Voraussetzungen dafür schaffen, fordert der Verbandschef. "Wenn im zweiten Quartal tatsächlich große Mengen an Impfstoffen eintreffen, wie es die Bundesregierung verspricht, dann sollte in Deutschland jeder impfen, der impfen kann", so Moder.

+++ 05:28 RKI: Inzidenz steigt auf 134,4 +++
Das Robert-Koch-Institut (RKI) meldet binnen 24 Stunden 9872 Neuinfektionen und 43 weitere Todesfälle. Die Sieben-Tage-Inzidenz steigt auf 134,4 von 129,7 am Sonntag. Vor einer Woche lag sie bei 107,3. Der Wert gibt an, wie viele Menschen je 100.000 Einwohner sich in den vergangenen sieben Tagen angesteckt haben. Insgesamt wurden bislang mehr als 2,78 Millionen Menschen in Deutschland positiv auf das Coronavirus getestet. Die Zahlen sind am Montag weniger verlässlich als an anderen Wochentagen, weil nicht alle Gesundheitsämter an das RKI melden und am Wochenende weniger getestet wird.

+++ 04:30 Immunologen: Dosen für Zweitimpfungen nicht weiter zurücklegen +++
Die Deutsche Gesellschaft für Immunologie fordert angesichts der steigenden Corona-Zahlen, Dosen für Zweitimpfungen nicht mehr zurückzulegen. "Impfstoff zurückzulegen, ist angesichts der aktuellen Situation nicht mehr tragbar und kostet Menschenleben", sagt Generalsekretär Carsten Watzl der "Augsburger Allgemeinen". "Es würde jetzt viel helfen, alles zu verimpfen, was da ist und die Zweitimpfung dann zu machen, wenn die spätere Lieferung erfolgt."

+++ 03:30 In England dürfen sich wieder sechs Leute im Freien treffen +++
England lockert am heutigen Montag die Corona-Ausgangsbeschränkungen deutlich. Zwei Haushalte oder bis zu sechs Menschen dürfen sich nun wieder in Parks und Gärten treffen. Die "Stay at home"-Anordnung wird aufgehoben, allerdings bittet die Regierung die Bevölkerung, weiterhin auf nicht notwendige Fahrten zu verzichten. Unüberdachte Sportanlagen und Schwimmbäder dürfen wieder öffnen. Premierminister Boris Johnson sagt, er hoffe, dass die Lockerungen einen "großartigen britischen Sportsommer" anstoßen.

+++ 02:24 Grünen-Politiker Palmer für Quarantänepflicht im Hotel nach Auslandsurlaub +++
Nach Überzeugung des Tübinger Oberbürgermeisters Boris Palmer sollten Rückkehrer aus dem Auslandsurlaub mit einer Quarantäne belegt werden. "Im Ausland sind Mutationen unterwegs, sodass das Risiko größer ist. Da meine ich, wäre eine Quarantäneanforderung zur Vermeidung von Einschleppung von Infektionen und Mutationen absolut notwendig", sagt Palmer im Politik-Talk der "Bild"-Zeitung. Lediglich ein Schnelltest nach der Reiserückkehr sei nicht ausreichend. Verbringen sollten die Rückkehrer die Quarantäne in einem Flughafenhotel.

+++ 01:16 Spahn legt Test-Taskforce auf Eis +++
Die am 3. März von der Bundesregierung ins Leben gerufene "Taskforce Testlogistik" liegt nach drei Sitzungen seit dem 19. März auf Eis. "In der letzten Sitzung der Taskforce haben Bund und Länder festgestellt, dass die Taskforce ihre Aufgabe erfüllt hat und in den Stand-by-Modus treten kann", zitiert die "Bild"-Zeitung einen Sprecher des Gesundheitsministeriums. Die von Gesundheitsminister Jens Spahn und Verkehrsminister Andreas Scheuer geleitete Arbeitsgruppe sei "lediglich dazu eingerichtet worden, um die Bundesländer mit den Herstellern zu verknüpfen". Für die weitere Testbeschaffung seien nunmehr die Bundesländer verantwortlich.

+++ 23:52 Söder wirbt für mehr Kompetenzen in Bundeshand +++
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder wirbt im Corona-Kampf für mehr Kompetenzen in Bundeshand. Er habe schon immer gesagt: "Ich hätte mir mehr Kompetenzen des Bundes über das Infektionsschutzgesetz vorstellen können, das die Länder auch zu klaren Regeln zwingt. Ich bin da sehr dafür und offen", sagt der CSU-Chef in der ARD. Dabei macht Söder auch seinen Unmut über die Corona-Politik in anderen Bundesländern deutlich. Er kritisiert, dass derzeit in einigen Bundesländern viele der Maßnahmen, die man schon beschlossen habe, nicht umgesetzt würden. Viele wendeten die beschlossene Notbremse nicht an oder täten sich schwer in der Umsetzung. Er habe "kein gutes Gefühl dabei".

+++ 22:36 Merkel: Grundentscheidung bei Impfstoff-Bestellung war richtig +++
Kanzlerin Angela Merkel verteidigt das Vorgehen bei der Impfstoff-Bestellung. "Ich wehre mich ein wenig dagegen, dass blauäugig gehandelt wurde", sagt sie in der ARD. "Nicht alles ist hundertprozentig gelaufen, aber die Grundentscheidungen waren richtig." Merkel sagt, man erwarte 60 Millionen Impfdosen im zweiten Quartal. Sie erneuert ihr Versprechen, bis zum Ende des Sommers allen Bürgern ein Impfangebot zu machen.

+++ 22:21 Merkel: "Nicht glücklich" über Saarland-Pläne +++
Kanzlerin Merkel kritisiert die Idee des Saarlands scharf, als Modellregion zu lockern. "Es ist nicht der Zeitpunkt, so etwas ins Auge zu fassen", sagt sie in Richtung von CDU-Regierungschef Tobias Hans. Es sei angesichts der Lage "vielleicht eine sehr gewagte Ankündigung" gewesen, über die sie "nicht so glücklich" sei. "Testen ist eigentlich ein Instrument, um Zahlen zu senken, nicht für Lockerungen", so Merkel.

+++ 22:09 Merkel: "Es ist zu viel Hoffnung im Spiel" +++
Kanzlerin Merkel setzt den Ländern ein Ultimatum, die Beschränkungen nachzuschärfen. Es sei "zu viel Hoffnung im Spiel, es mit Testen abzuwenden. Das wird nicht passieren", sagt sie in der ARD. Noch sei nicht allen klar, dass das Virus nicht mit sich verhandeln lasse. Eine Möglichkeit sei, das Infektionschutzgesetz anzupacken und nochmals strenger zu formulieren. Sie setze aber auf eine gemeinsame Abstimmung mit Bund und Ländern. Für eine vorgezogene neuerliche Konferenz mit den Ländern sei sie aber nicht.

+++ 22:00 Merkel: "Ausgangsbeschränkungen können ein wirksames Mittel sein" +++
Kanzlerin Merkel plädiert für Ausgangsbeschränkungen im Kampf gegen die Pandemie. "Ausgangsbeschränkungen können ein wirksames Mittel sein, gerade in den Abendstunden", sagt sie in der ARD. "Testen wird uns nicht alleine helfen." Scharfe Kritik übt sie an Lockerungesplänen der Länder: "Ich weiß nicht, ob Testen und Bummeln jetzt das richtige ist", sagt sie mit Blick auf Berlin.

+++ 21:53 Merkel: Corona-Gipfel war "Zäsur" +++
Bundeskanzlerin Angela Merkel bezeichnet den jüngsten Corona-Gipfel "mit langen Pausen und Beratungen" als "Zäsur". Welche Schlussfolgerungen daraus erwachsen, wisse sie noch nicht, sagt sie in der Sendung "Anne Will" in der ARD. "Mit diesem Nachdenken bin ich noch nicht am Ende." Merkel fordert die Länder eindringlich auf, die getroffenen Beschlüsse zu befolgen. Die Länder müssten nachlegen.

+++ 21:45 Die USA melden mit 3,5 Millionen Impfungen Tages-Rekord +++
Die USA haben so viele Impfdosen verabreicht wie noch nie an einem Tag. Am Samstag seien 3,5 Millionen Impfungen gemeldet worden, twittert der ranghohe Corona-Berater im Weißen Haus, Andy Slavitt. Zuvor hatte der Rekord am Freitag bei knapp 3,4 Millionen verabreichten Dosen innerhalb eines Tages gelegen. Laut Weißem Haus wurde am Sonntag erneut ein Wert von mehr als 3 Millionen Impfungen erreicht - am dritten Tag in Folge. Nach Angaben der US-Gesundheitsbehörde CDC wurden landesweit bislang mehr als 143 Millionen Impfdosen gespritzt. Gut 36 Prozent der Erwachsenen im Land haben demnach mindestens eine Impfdosis bekommen, 20 Prozent der Erwachsenen sind voll geimpft.

+++ 21:24 Fast 15.000 Neuinfektionen gemeldet - deutlicher Anstieg zur Vorwoche +++
Die Zahl der gemeldeten Coronavirus-Infektionen in Deutschland ist auf 2.777.713 gestiegen. Wie aus den von ntv.deausgewerteten Angaben der Landesbehörden hervorgeht, kamen damit 14.851 neue Fälle hinzu. Das sind rund 3300 mehr als vor einer Woche. Es istzugleich der höchste Sonntagswert seit dem 10. Januar. Die Zahl der Todesfälleim Zusammenhang mit einer Infektion stieg um 71 auf 75.931. Als aktuell infiziert gelten rund 216.928 Personen.

Die Ansteckungsrate (R-Wert) wirdvom Robert-Koch-Institut (RKI) mit 1,26 angegeben (Vortag: 1,24). Das bedeutet,dass im Durchschnitt 100 Infizierte 126 weitere Menschen mit Sars-CoV-2anstecken. Der 7-Tage-R-Wert liegt aktuell bei 1,17 (Vortag: 1,19). LautDivi-Register werden in Deutschland derzeit 3457 Covid-19-Patientenintensivmedizinisch behandelt, 1872 davon werden beatmet. Rund 4753Intensivbetten sind in den deutschen Kliniken derzeit noch frei.

+++ 20:41 Debatte über Lockerung der Impf-Reihenfolge nimmt Fahrt auf +++
CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak ist offen dafür, die Impf-Reihenfolge flexibler zu handhaben. Bleibe es dauerhaft dabei, dass diejenigen, die priorisiert sind nicht geimpft werden wollen, müsse man darüber nachdenken, sehr schnell möglichst viele Menschen zu impfen, sagte er in der ARD. Auch Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt forderte Pragmatismus: "Überall wo noch Impfstoff da ist, sollte er sehr schnell, sehr unbürokratisch und flexibel verimpft werden." Auch über die Osterfeiertage sollte geimpft werden.

+++ 19:58 England beginnt mit Lockerungen +++
In England beginnt mit der neuen Woche eine schrittweise Lockerung des Corona-Lockdowns. Die Ausgangsbeschränkungen werden aufgehoben, Gruppen von bis zu sechs Menschen dürfen sich wieder im Freien treffen. Ab dem 12. April sollen auch die Pubs ihre Terrassen wieder öffnen und nicht lebensnotwendige Geschäfte wie Friseure wieder Kunden empfangen dürfen. Wales hatte seine Maßnahmen bereits gestern gelockert und die Reisebeschränkungen aufgehoben. Die britische Regierung hält trotz einer drohenden dritten Corona-Welle an den Lockerungen fest. Premierminister Boris Johnson begründete dies mit der fortgeschrittenen Impfkampagne im Land. Inzwischen haben mehr als 29 Millionen Briten mindestens eine Impfdosis erhalten.

Lesen Sie die Entwicklungen des Vortages hier.

Quelle: ntv.de

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