Panorama

Coronavirus-Liveticker +++ 23:50 Kläger fechten Lockdown im Berchtesgadener Land an +++

Die strengen Corona-Maßnahmen im stark betroffenen Berchtesgadener Land werden gerichtlich überprüft. Beim Verwaltungsgericht München gingen mehrere Klagen und Eilanträge ein, wie ein Gerichtssprecher am Abend mitteilte. Unterdessen steigen die Corona-Zahlen in dem oberbayerischen Landkreis weiter. Laut Landratsamt erhöhte sich die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz - die Zahl der Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche - auf 292,65. Seit Mittwoch seien 64 neue Corona-Fälle bestätigt worden.

+++ 23:03 Österreich verschärft Regeln - aber später als geplant +++
In Österreich treten die neuen Maßnahmen im Kampf gegen das Coronavirus überraschenderweise erst am Sonntag in Kraft - und nicht wie ursprünglich geplant schon am Freitag. Drinnen dürfen sich dann nur noch sechs Personen zu privaten Veranstaltungen wie Tanz- und Yogakursen oder zu Geburtstagsfeiern treffen. Für Feiern in der eigenen Wohnung gilt der dringende Appell, sich ebenfalls an diese Regel zu halten. Im Freien liegt die Obergrenze bei zwölf Menschen. Das österreichische Gesundheitsministerium meldete am Donnerstag 2435 Neuinfektionen mit dem Coronavirus binnen 24 Stunden - ein Rekordwert für die Alpenrepublik mit ihren rund neun Millionen Einwohnern seit Beginn der Pandemie.

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+++ 22:30 Frankfurter Gericht kippt Party-Obergrenze +++
In Frankfurt hat das Verwaltungsgericht die von der Stadt verfügte Höchstgrenze bei privaten Feiern in geschlossenen Räumen gekippt. Zur Eindämmung der Ausbreitung der Pandemie waren Feiern in privaten Räumen bislang auf zehn Personen beschränkt. Die Richter setzten die Anordnung wegen Formfehlern mit einer Eilentscheidung außer Vollzug. Die Stadt regierte darauf, indem sie die Verpflichtung zur Höchstgrenze von zehn Feiernden in eine "dringende Empfehlung" umwandelte. In Deutschland müssen sich mehrere Gerichte mit zum Schutz vor dem Virus angeordneten Einschränkungen befassen. Zuvor war ein Eilantrag gegen das Beherbergungsverbot vor dem Bundesverfassungsgericht gescheitert.

 

+++ 22:03 Rekordwerte in Portugal: Drei Regionen verschärfen Schutzmaßnahmen +++
In Portugal hat es erstmals seit Ausbruch der Corona-Pandemie mehr als 3000 Neuinfektion gegeben. Binnen 24 Stunden seien 3270 neue Ansteckungen mit dem Virus Sars-CoV-2 gemeldet worden, teilten die Gesundheitsbehörden in Lissabon mit. Damit wurde der bisherige, am vorigen Freitag registrierte Höchstwert (2608) gleich um 662 Fälle übertroffen. Für die drei am schlimmsten betroffenen Bezirke Felgueiras, Lousada und Paços de Ferreira im Norden des Landes beschloss die Regierung für zunächst eine Woche einschneidende Maßnahmen. Die rund 150.000 betroffenen Menschen dürfen ab Mitternacht das Haus nur noch mit triftigem Grund verlassen - etwa, um zur Arbeit oder zum Arzt zu fahren. In diesen Bezirken, die unweit der Metropole Porto liegen, müssen zudem alle Läden bereits um 22 Uhr schließen.

+++ 21:26 Neuer Höchststand in Baden-Württemberg +++
Alle 16 Bundesländer melden bis zum Abend teils dramatische Zuwächse: Baden-Württemberg verzeichnet mit 1950 Fällen einen neuen Höchststand und schließt zu den Bundesländern über der 2000er Marke auf: Nordrhein-Westfalen kommt auf 2621 Ansteckungen, Bayern registriert 2128 Neuinfektionen. Nur noch Mecklenburg-Vorpommern berichtet von lediglich zweistelligen Zuwachsraten (plus 59), alle anderen Länder melden mindestens dreistellig.

 

+++ 21:01 Aktuelle Datenlage in Deutschland: 11.714  Neuinfektionen, 40 Tote +++
Deutschland nähert sich mit großen Schritten der 400.000er Marke: Die Zahl der gemeldeten Coronavirus-Infektionen in Deutschland ist auf insgesamt 397.613 gestiegen. Wie aus den von ntv.de ausgewerteten Angaben der Landesbehörden hervorgeht, kamen damit binnen 24 Stunden 11.714 neue Fälle hinzu. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Infektion stieg um 40 auf 9926. Als aktuell infiziert gelten rund 83.800 Personen. Auch bei den Ansteckungen im 7-Tage-Schnitt steigen die Dynamik. Der Wert liegt jetzt bei 7603 Fällen.

Die Ansteckungsrate (R-Wert) wird vom Robert-Koch-Institut (RKI) mit 1,11 angegeben (Vortag: 1,09). Das bedeutet, dass im Durchschnitt zehn Infizierte etwa 11 weitere Menschen mit Sars-CoV-2 anstecken. Der 7-Tage-R-Wert liegt aktuell bei 1,23 (Vortag: 1,17). Laut Divi-Register werden in Deutschland derzeit 1030 Covid-19-Patienten intensivmedizinisch behandelt, das sind fast 90 mehr als am Vortag. Davon werden 459 beatmet. Rund 8180 Intensivbetten sind in den deutschen Kliniken derzeit noch frei.

 

Weitere Informationen zu den wichtigsten Corona-Daten können Sie hier nachlesen.

+++ 20:42 Frankreich verzeichnet neuen Höchststand: 40.000 Fälle +++
In Frankreich haben sich binnen 24 Stunden weit mehr als 40.000 Menschen neu mit dem Coronavirus infiziert, so viel wie noch nie zuvor. Seit dem Vortag seien rund 15.000 neue Infektionsfälle registriert worden, teilten die Gesundheitsbehörden am Abend mit. Die Gesamtzahl liege damit bei 41.622 Neuinfektionen. Seit Mittwoch wurden den Angaben zufolge zudem 165 neue Todesfälle in Krankenhäusern registriert. Mit mindestens 34.210 Corona-Todesfällen ist Frankreich nach absoluten Zahlen eines der am stärksten von der Pandemie betroffenen Länder Europas. Fast eine Million Menschen (999.043) haben sich bislang mit dem neuartigen Erreger infiziert.

+++ 20:32 Griechenland riegelt Athen und weitere Hotspots ab +++
Die griechische Regierung hat angesichts der steigenden Infektionszahlen Ausgangssperren für die Städte Athen, Thessaloniki und weitere Corona-Hotspots angekündigt. "Wir wollen den Verkehr und nächtliche Treffen, die eine Verbreitung des Virus begünstigen, einschränken", sagte der griechische Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis am Abend bei einer Fernsehansprache. Ab Samstag dürfen Einwohner in den betroffenen Städten ihre Häuser zwischen 00.30 und 5 Uhr nicht mehr verlassen. Sowohl in Innenräumen als auch im Freien soll dort eine Maskenpflicht gelten, teilte Mitsotakis mit. "Die Maske ist der Impfstoff, bevor es einen Impfstoff gibt" fügte er hinzu. Griechenland war bislang vergleichsweise gut durch die Corona-Krise gekommen. Bis zum Abend registrierten die Gesundheitsbehörden jedoch am dritten Tag in Folge einen Rekordanstieg der Neuinfektionen: Binnen 24 Stunden wurden 882 Neuansteckungen und 15 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus festgestellt.

+++ 19:57 Gericht in Gießen kippt Sperrstunde für Gaststätten +++
Das Verwaltungsgericht Gießen hat eine Allgemeinverfügung des Landkreises Marburg-Biedenkopf zur Sperrzeit für Gaststätten bereits ab 23 Uhr als "rechtswidrig" eingestuft. Der Kreis hatte wegen steigender Corona-Infektionen Anfang der Woche angeordnet, dass Restaurants und Kneipen zu dieser Zeit schließen müssen. Dagegen hat sich eine Betreiberin eines Marburger Lokals nun per Eilantrag erfolgreich zur Wehr gesetzt. Die Entscheidung ist aber noch nicht rechtskräftig, wie das Gericht mitteilte (Beschluss vom 22.10.2020, Az.: 8 L 3610/20.GI). Nach Ansicht des Gerichts ist mit der von der Kreisverwaltung angeführten Begründung eine Sperrzeit für die Gastronomie ab 23 Uhr weder erforderlich noch angemessen, die Allgemeinverfügung sei daher nicht verhältnismäßig.

+++ 19:30 Österreichs Kanzler mahnt: Keine Friedhofsbesuche zu Allerheiligen +++
Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz appelliert an die Bevölkerung, angesichts der steigenden Corona-Fälle auf Familienfeste und gemeinsame Friedhofsbesuche zu den anstehenden katholischen Feiertagen zu verzichten. "Ich weiß, Allerheiligen und Allerseelen ist für viele eine Art 'nach Hause kommen' und traditionell eine Zeit im Jahr, um die ganze Familie wieder zu treffen", sagt Kurz. Doch leider sei es in diesem Jahr wichtig, aus Rücksicht aufeinander und aus Umsicht für die Gesundheit und die Arbeitsplätze dieses Fest anders zu begehen als sonst, so der konservative Politiker. Österreich hat zuletzt mit über 2400 Neuinfektionen binnen 24 Stunden einen neuen Höchststand gemeldet.

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Friedhof in Ampass in Tirol: Zu Allerheiligen wird es hier üblicherweise sehr belebt.

(Foto: imago images/Michael Kristen)

+++ 18:59 Forsa-Umfrage zur Corona-App: Skepsis wächst +++
Das Vertrauen der Deutschen hat die Bundesregierung mit der Corona-Warn-App auch zum Start der zweiten Pandemie-Welle noch nicht gewonnen. In einer Forsa-Umfrage für RTL/ntv sagten nur 34 Prozent der Befragten, sie hätten die App installiert. Zwei Drittel haben den Download-Knopf noch nie gedrückt. Vor allem Anhänger des AfD gaben sich Forsa zufolge ablehnend. Diese Verteilung – ein Drittel zustimmend, zwei Drittel ablehnend – spiegelt sich auch bei der Einschätzung, ob das Instrument hilfreich ist. Nur 31 Prozent der Befragten sehen die App als gutes Hilfsmittel im Kampf gegen die Pandemie, während 65 Prozent ihr skeptisch gegenüberstehen. Seit dem September ist der Anteil der Zweifler sogar noch gestiegen, berichtete Forsa mit Verweis auf eine Umfrage mit gleichlautenden Fragen.
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+++ 18:22 Frankreich weitet Ausgangssperre aus: 46 Millionen Menschen betroffen +++
Frankreich weitet die Ausgangssperre auf weitere Teile des Landes aus. 38 zusätzliche Departements seien betroffen, teilt Ministerpräsident Jean Castex mit. Damit dürften insgesamt 46 Millionen der 67 Millionen Einwohner Frankreichs zwischen 21 Uhr und 6 Uhr nicht auf die Straße. "Die Situation ist ernst." Der November werde hart. Die Ausgangssperre trete am Freitag in Kraft und gelte für sechs Wochen.

+++ 17:45 Trotz Lockdown: Neuer Höchststand in den Niederlanden +++
In den Niederlanden ist die Zahl der binnen 24 Stunden gemeldeten Corona-Neuinfektionen erstmals auf mehr als 9000 gestiegen. 9283 Fälle seien in diesem Zeitraum registriert worden, 526 mehr als am Vortag, teilte das Institut für Gesundheit und Umwelt RIVM mit. Die Niederlande gehören zu den am stärksten von der zweiten Welle der Pandemie getroffenen Ländern Europas. Zum Vergleich: In Deutschland mit fast fünfmal so vielen Einwohnern waren zuletzt rund 11.300 Neu-Infektionen in 24 Stunden gemeldet worden. Auch die Zahl der Patienten in Krankenhäusern und auf den Intensivstationen steigt in den Niederlanden schnell. Inzwischen ist fast jedes zweite Intensivbett mit einem an Covid-19 erkrankten Patienten belegt. Am Freitag sollen erste Patienten in deutsche Kliniken verlegt werden. Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen hatten bereits Hilfe zugesagt. Vor einer Woche war in den Niederlanden ein Teil-Lockdown verhängt worden. Unter anderem mussten alle Gaststätten schließen, Bürger dürfen nur noch drei Gäste am Tag empfangen und sollen öffentliche Verkehrsmittel nur in dringenden Fällen nutzen.

+++ 17:24 Veranstaltungs- und Tourismusbranche plant Großdemo +++
Die Veranstaltungs- und Tourismusbranche plant nächsten Mittwoch eine zweite Großdemonstration in Berlin, um passgenauere Hilfsprogramme der Regierung in der Corona-Krise einzufordern. Die Veranstaltung soll nach Angaben mehrerer Verbände auf dem Alexanderplatz stattfinden. Bei der ersten Großdemo dieser Branchen Anfang September nahmen 15.000 Personen teil.

+++ 16:42 Dänemark schließt seine Grenze für deutsche Urlauber +++
Menschen aus Deutschland dürfen wegen der steigenden Corona-Neuinfektionszahlen ohne triftigen Einreisegrund nicht mehr nach Dänemark einreisen. Das teilte der dänische Außenminister Jeppe Kofod mit. Die Maßnahme bedeutet unter anderem, dass deutsche Touristen nicht mehr ins Land kommen dürfen. Für den Großteil der weiteren Staaten in Europa gelten diese Einreisebeschränkungen bereits seit Längerem. Für Einwohner Schleswig-Holsteins sollen Ausnahmen gelten.

+++ 16:34 Wikipedia und WHO kooperieren bei Infos zu Corona +++
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und das Onlinelexikon Wikipedia wollen den Zugang zu verlässlichen Informationen über das Coronavirus und die Krankheit Covid-19 erleichtern. Eine entsprechende Kooperation haben die WHO und die Wikimedia Foundation, die gemeinnützige Organisation hinter der Wikipedia, vereinbart, wie beide Organisationen mitteilten. Mit der Zusammenarbeit sollen vertrauenswürdige öffentliche Gesundheitsinformationen unter einer freien Creative-Commons-Lizenz verfügbar gemacht werden. In dieser Zeit hänge die soziale Stabilität zunehmend vom einem gemeinsamen Verständnis der Fakten in der Öffentlichkeit ab.

+++ 16:07 Seehofer: Bundespolizei überwacht am Wochenende in Berlin Einhaltung von Corona-Regeln +++
Der Bund wird am Wochenende nach Worten von Innenminister Horst Seehofer "massiv Bundespolizei zur Verfügung stellen auf Bitten des Landes Berlin, um die Einhaltung der Regeln zu gewährleisten". Die Politik könne die Bevölkerung nur immer wieder bitten, die Regeln einzuhalten. Es sei angesichts der steigenden Infektionszahlen "sehr sichtbar, dass wir in einer wirklich ernsten und dramatischen Lage sind", sagt der CSU-Politiker. "Es geht nicht mehr um wenige Tausend, sondern es geht um Hunderttausende auf den Monat gerechnet."

+++ 15:50 Ältere müssen sich in Schweden nicht mehr isolieren +++
Ältere Menschen in Schweden sind nicht mehr aufgefordert, sich zu isolieren. Sozialministerin Lena Hallengren sagte, es gäbe keinen Grund mehr, warum für Ältere schärfere Maßnahmen gelten sollten als für den Rest der Bevölkerung. "Heute wissen wir mehr über das Coronavirus und über die Situationen, in denen das Infektionsrisiko am größten ist", so Hallengren. "Deshalb müssen wir alle in Schweden jetzt die gleiche Verantwortung übernehmen, um uns und andere zu schützen." Personen die älter als 70 Jahre sind, waren bisher aufgefordert, öffentliche Verkehrsmittel und physischen Kontakt zu anderen zu vermeiden. Außerdem sollten sie sich von Geschäften und anderen öffentlichen Orten fernhalten. Die Maßnahmen hätten einen großen Effekt gehabt, hieß es vonseiten der Gesundheitsbehörde. Doch ein Bericht habe gezeigt, dass sich die Isolation bei vielen Älteren negativ auf ihre psychische Gesundheit ausgewirkt habe.
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+++ 15:23 Altmaier macht Freiberuflern Hoffnung auf "Unternehmerlohn" +++
Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier hat Freiberuflern und Selbstständigen im Zuge geplanter Nachbesserungen von Corona-Hilfen Hoffnung auf einen "Unternehmerlohn" gemacht. Dazu müsse in der Koalition aber noch eine Einigung gefunden werden, sagte Altmaier nach einer Videokonferenz mit Wirtschaftsverbänden in Berlin. Altmaier sagte zu, staatliche Hilfen zu verbessern und zu erhöhen. Dabei gehe es auch darum, wie Solo-Selbständigen besser geholfen werden könne. Wirtschaftsverbände kritisieren seit langem, die bisherigen Hilfen seien nicht passgenau. Andreas Lutz, Vorstandsvorsitzender des Verbands der Gründer und Selbstständigen Deutschland, sagte, viele Solo-Selbstständige arbeiteten von zu Hause. Ihnen nütze die bisher in den Überbrückungshilfen vorgesehene Erstattung fixer Betriebskosten nicht viel. Die eigentlichen Kosten seien Lebenshaltungskosten oder die Miete der Wohnung, weil viele von zu Hause aus arbeiteten. Die Grundsicherung sei keine Lösung.
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+++ 15:09 Nach Spahn-Kontakt: Deswegen muss Regierung nicht in Quarantäne +++
Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier betont, für die Regierung gebe es nach dem Kontakt zum positiv getesteten Gesundheitsminister Jens Spahn keine Sonderregelung. Es habe große Abstände beim Kabinettstreffen am Mittwochvormittag gegeben. Er selber sei von Spahn beispielsweise etwa drei bis viereinhalb Metern entfernt gewesen. Außerdem sei die Lüftungsanlage im Kanzleramt eine der besten in ganz Berlin. "Das alles ist überprüft worden." Quarantäne wäre bei diesen Bedingungen auch für andere Bürger nicht Pflicht gewesen.

+++ 14:44 Zwei neue Virus-Varianten in Norwegen entdeckt +++
In Norwegen sind zwei Varianten des Coronavirus Sars-CoV-2 aufgetreten, die in dem Land bisher nicht festgestellt worden waren. Die Gesundheitsbehörde FHI untersucht nun, ob diese Varianten schneller übertragbar sind. Abteilungsleiterin Line Vold sagte dem Norwegischen Rundfunk NRK, Analysen des genetischen Materials zeigten, dass beide Typen sich sehr ähnlich seien. Die eine Variante, die bereits in Australien und anderen europäischen Ländern aufgetreten sei, verbreitete sich dem Bericht zufolge in einem Bus mit Senioren, die im September eine Rundreise durch Norwegen gemacht hatten. 36 der 40 Fahrgäste steckten sich an, insgesamt werden 100 Infektionen an verschiedenen Orten mit der Busreise in Verbindung gebracht. Niemand sei lebensbedrohlich erkrankt, hieß es. Die Infizierten werden nun in einem Forschungsprojekt ein halbes Jahr beobachtet. "Wir denken, dass es sich um eine ansteckendere Variante des Virus handelt, die sich im Bus befand", sagte die Ärztin Heidi Syre, die das Forschungsprojekt leitet, dem NRK. Die andere Variante trat dem Bericht zufolge bisher an zwei Orten auf. In einer Werft in Hyllestad wurden 80 Menschen infiziert. In Trondheim sind mehr als 1000 Personen in Quarantäne, nachdem sich das Virus seit Anfang Oktober von einer Gaststätte aus verbreitet hat.
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+++ 14:18 Bayern fordert vom Bund Hilfen für Kommunen +++
Bayern fordert in der Corona-Krise Bundeshilfen für die Kommunen. "Ganz allein werden Länder und Kommunen diese sich wieder massiv verschärfende Krise nicht stemmen können", erklärt Finanzminister Albert Füracker von der CSU nach einer Beratung der Landesfinanzminister. Die Länder seien sich einig, dass sie nach der nächsten Steuerschätzung noch einmal Gespräche mit dem Bund führen müssten.

+++ 13:54 Kein Corona-Verdacht bei Seehofer +++
Bundesinnenminister Horst Seehofer sieht keinen Anlass für Quarantäne nachdem Gesundheitsminister Jens Spahn positiv auf das Coronavirus getestet wurde. Für Seehofer bestehe derzeit kein Verdacht einer Infektion, teilte ein Sprecher des Ministeriums mit. "Bei allen Kontakten des Ministers, auch bei der gestrigen Kabinettssitzung, wurden die Vorsichtsmaßnahmen, insbesondere die Einhaltung des Mindestabstandes und das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes berücksichtigt", führte er weiter aus. Im Innenministerium würden die mit der Corona-Pandemie verbundenen Maßnahmen sehr ernst genommen. Dem Vernehmen nach wurde Seehofer auf das Virus getestet, nachdem bekannt wurde, dass sich Spahn angesteckt hat - mit negativem Ergebnis. Die Termine des Innenministers in den kommenden Tagen sollen wie geplant stattfinden.

+++ 13:50 Lage in Neukölln: "Das können wir nicht mehr einfangen" +++
Die Lage in Neukölln ist weiter sehr angespannt, sagte Gesundheitsstadtrat Falko Lieke im Interview mit ntv.de. "Ich vermute, dass wir das nicht wie Mitte des Jahres noch einfangen können. Aber die Situation ist auch nicht außer Kontrolle." Knapp neun Prozent aller derzeit rund 1000 aktiven Corona-Infizierten lägen im Krankenhaus, wobei wenige Patienten künstlich beatmet würden. "Die Gefahr, dass das Gesundheitssystem zusammenbricht, besteht derzeit nicht."

Hier können Sie das komplette Interview lesen.

+++ 13:10 Ärztepräsident zweifelt an Alltagsmasken +++
Der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, zweifelt am Nutzen von Alltagsmasken bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie. Er sei von den Alltagsmasken nicht überzeugt, "weil es auch keine tatsächliche wissenschaftliche Evidenz darüber gibt, dass die tatsächlich hilfreich sind", sagte er im ZDF. "Schon gar nicht im Selbstschutz und wahrscheinlich auch nur ganz wenig im Schutz, andere anzustecken." Im Zusammenhang mit der Maskenpflicht sprach der Mediziner an einer Stelle von einem "Vermummungsgebot". Der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach bezeichnete das in einem Tweet als "unentschuldbar" für den "ranghöchsten deutschen Ärztefunktionär". "Aus meiner Sicht ein Rücktrittsgrund, wenn er das nicht sofort zurücknimmt", schrieb er.

+++ 12:18 Sachsen weitet Maskenpflicht ab Montag aus +++
Sachsen verschärft im Kampf gegen die Corona-Pandemie die Maskenpflicht. Gesundheitsministerin Petra Köpping teilte mit, ab Montag müsse überall im öffentlichen Raum eine Mund-Nasen-Bedeckung getragen werden, wo der Mindestabstand von 1,5 Metern nicht einzuhalten sei. Lokal gibt es in Mitteldeutschland bereits ähnliche Verordnungen, so in Halle in Sachsen-Anhalt.

+++ 11:54 NRW hat einen neuen Hotspot +++
Die nordrhein-westfälische Stadt Baesweiler bei Aachen ist ein besonders starker Corona-Hotspot: Dort gibt es 321 Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche, wie die Städteregion Aachen mitteilte. In der Stadt mit 28.000 Einwohnern seien derzeit 92 Menschen nachweislich mit dem Virus infiziert. In der gesamten Städteregion Aachen liegt die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz bei 127. Auch in mehreren anderen Gebieten Nordrhein-Westfalens ist die hohe Schwelle von 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche mittlerweile überschritten. "Die Ursache liegt im Wesentlichen bei Familienfeiern", sagte der Bürgermeister von Baesweiler, Willi Linkens von der CDU. Außerdem hätten sich mehrere Personen bei einer Beerdigung in einer anderen Stadt infiziert und dann zu Hause in Baesweiler Familienmitglieder angesteckt.

+++ 11:35 Eilantrag gegen Beherbergungsverbot vor Verfassungsgericht gescheitert +++
Das Beherbergungsverbot in Schleswig-Holstein bleibt vorerst bestehen. Das Bundesverfassungsgericht hat den Eilantrag einer Familie aus Tübingen gegen das Verbot nicht zur Entscheidung angenommen. Zur Begründung hieß es, die Familie habe nicht dargelegt, warum es ihr nicht möglich sei, einen Corona-Test zu erhalten. Wegen dieses Mangels sei der Eilantrag unzulässig. Die Familie hatte Ferien auf der Nordsee-Insel Sylt machen wollen. Nach dem in Schleswig-Holstein geltenden Beherbergungsverbot dürfen Touristen aus Risikogebieten aber nur dann in dem Bundesland übernachten, wenn sie einen negativen Corona-Test vorlegen können, der nicht älter als 48 Stunden ist. Da Tübingen Risikogebiet ist, gilt für Reisende aus der Stadt das Beherbergungsverbot.

+++ 11:20 Belgische Außenministerin liegt auf Intensivstation +++
Belgiens Außenministerin Sophie Wilmès wird wegen einer Covid-19-Erkrankung auf der Intensivstation behandelt. Das bestätigte ihr Sprecher belgischen Medien. Ihr Zustand sei stabil, aber es bedürfe einer professionellen Betreuung. Sie sei am Mittwoch ins Krankenhaus gebracht worden. Wilmès, die auch stellvertretende Ministerpräsidentin ist, hatte am Wochenende mitgeteilt, dass sie sich mit dem Coronavirus infiziert habe. Die 45-Jährige war bis vor kurzem Ministerpräsidentin Belgiens gewesen.

+++ 11:02 RKI erklärt Schweiz, Polen und fast ganz Österreich zum Risikogebiet +++
Das Robert-Koch-Institut hat aufgrund der steigenden Neuinfektionen ganz Österreich bis auf Kärnten zum Risikogebiet erklärt. Die Reisewarnung gilt ab Samstag, teilt das RKI mit. Die Hauptstadt Wien sowie die Bundesländer Tirol und Vorarlberg standen bereits zuvor auf der roten Liste. Das RKI weist zudem nun auch die Schweiz, Polen und Irland als Risikogebiet aus.

Die Einstufung als Risikogebiet und die damit automatisch verbundenen Reisewarnungen des Auswärtigen Amts bedeuten zwar kein Reiseverbot, sollen aber eine möglichst große abschreckende Wirkung auf Touristen haben.

+++ 10:46 RKI-Präsident: Sehe keinen Anlass für Strategie-Änderung +++
Auf die Frage von ntv.de, ob es sinnvoll wäre, den Fokus mehr auf Risiko-Gruppen zu legen und den Dreiklang zu Gunsten des Schutzes der vulnerabel Gruppen zu verschieben, antwortete RKI-Präsident Wieler, er sehen keinen Anlass, die von Deutschland gefahrene Strategie im Kampf gegen das Coronavirus zu ändern. Eindämmung, Schutz und Milderung seien die drei Pfeiler für ein erfolgreiches Vorgehen in der Pandemie, sagt Wieler in Berlin.

+++ 10:32 RKI-Präsident: Virus könnte sich regional unkontrolliert ausbreiten +++
RKI-Präsident Wieler weist auch darauf hin, dass es inzwischen möglich sei, dass sich das Coronavirus regional unkontrolliert ausbreiten könne. Um die Ausbreitung zu verlangsamen, seien Abstandhalten, Hygienemaßnahmen und wo nötig das Tragen von Mund-Nase-Masken sowie Lüften, unbedingt zu beherzigen.

+++ 10:25 RKI-Präsident: Virus breitet sich vor allem in privaten Haushalten aus +++
RKI-Präsident Wieler weist darauf hin, dass im Vergleich zur ersten Welle der Pandemie derzeit die Ausbreitung des Virus in privaten Haushalten deutlich zunehme. Ursache sei, dass sich Menschen vor allem bei privaten Begegnungen ansteckten und das Virus mit nach Hause brächten. Dies gelte es, mit Einhaltung der Hygieneregeln zu verhindern. Ansteckungen im öffentlichen Nahverkehr oder auch in Hotels seien dagegen eher seltener.

+++ 10:16 RKI-Präsident: Situation ist "sehr ernst" +++
Der Präsident des Robert-Koch-Instituts, Lothar Wieler, ist außerdem besorgt über die jüngste Entwicklung: "Inzwischen ist die Situation insgesamt sehr ernst geworden", sagt Wieler in Berlin. Aber er fügt hinzu: "Derzeit haben wir noch die Chance, die weitere Ausbreitung des Virus zu verlangsamen." Voraussetzung dafür sei aber die konsequente Einhaltung der Hygieneregeln.

+++ 09:56 RKI informiert jetzt live über Pandemie-Lage +++
Mit Blick auf stetig steigende Fallzahlen informiert das Robert-Koch-Institut (RKI) in einem Presse-Briefing im Online-Format zur Entwicklung der Pandemie in Deutschland. RKI-Präsident Lothar Wieler hatte zuletzt den Ernst der aktuellen Lage betont. Einige Städte und Kreise sind nach RKI-Angaben derzeit damit überfordert, den vorgeschriebenen Infektionsschutz in der Pandemie vollständig zu leisten. Die Engpässe umfassten etwa die Ermittlung von Fällen und die Nachverfolgung von Kontaktpersonen. Höchststände bei den Corona-Infektionen in mehreren Regionen Deutschlands haben inzwischen zu neuen, teils massiven Einschränkungen für Bürgerinnen und Bürger geführt.

+++ 09:41 Städtetag fordert mehr Debatten im Bundestag +++
Der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städtetags, Helmut Dedy, hat angesichts der rasant steigenden Infektionszahlen mehr Debatten im Bundestag gefordert, um die Akzeptanz für Schutzmaßnahmen in der Bevölkerung zu erhöhen. "Das Parlament schweigt mir einfach zu laut", sagte Dedy im ZDF. Für die Akzeptanz sei es ganz entscheidend, dass auf Bundesebene mit einer Stimme gesprochen werde. Die Kommunen konzentrierten sich derzeit auf die Kontaktnachverfolgung und die Durchsetzung der Regeln. Gerade bei der Nachverfolgung seien die Städte aber am Limit und zum Teil darüber hinaus. Die Kommunen bräuchten mehr Personal. "Was wir nicht schaffen, ist Akzeptanz bei den Menschen herzustellen", sagte Dedy. Er hob aber hervor, dass diese noch nicht "flächendeckend flöten" gehe.

+++ 09:22 Kassenarzt-Chef: Kliniken noch lange nicht überlastet +++
Trotz der rasant steigenden Zahl von Neuinfektionen sieht die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) das deutsche Gesundheitssystem gut aufgestellt. "Die Kliniken und Intensivstationen sind Stand heute von Überlastung weit entfernt. Wir verfügen über genügend Kapazitäten", sagte KBV-Chef Andreas Gassen der Rheinischen Post. "Corona ist keine Bagatellerkrankung, aber auch nicht Ebola - den Untergang des Abendlandes zu prophezeien und das halbe Land abzuriegeln, macht meiner Einschätzung nach keinen Sinn und wäre nicht zu rechtfertigen." Aus Sicht Gassens sollte nicht nur auf die Zahl der Neuinfektionen, sondern auch auf Faktoren wie Erkrankungsalter, -häufigkeit und lokale Kapazitäten des Gesundheitswesens geschaut werden. In Praxen gebe es derzeit aber viele "Stresssituationen" durch eine Verunsicherung der Menschen. Sie seien noch weniger durch die Behandlung von tatsächlich an Covid-19-Erkrankten "als durch das Drumherum" belastet, so der Ärztechef.

+++ 08:55 Weihnachtsmarkt auf Berliner Gendarmenmarkt fällt aus +++
Der traditionelle Weihnachtsmarkt auf dem Gendarmenmarkt fällt in diesem Jahr wegen der Pandemie aus. Das sagte Veranstalter Helmut Russ. Zuvor hatte die "Welt" berichtet. Die gesundheitlichen und wirtschaftlichen Risiken seien angesichts steigender Neuinfektionen unkalkulierbar geworden. "Das ist nicht mehr vertretbar", sagte der Veranstalter. Russ betonte, die Entscheidung habe er "schweren Herzens" getroffen. Den wirtschaftlichen Schaden schätzt der Geschäftsführer der WeihnachtsZauber Gendarmenmarkt GmbH laut "Welt" auf 22 bis 25 Millionen Euro. Im vergangenen Jahr besuchten rund 900.000 Gäste den Markt vor stimmungsvoller Kulisse, darunter viele Touristen.

+++ 08:37 Immer mehr Deutsche machen wieder "Hamsterkäufe" +++
Deutschlands Verbraucher decken sich amtlichen Zahlen zufolge wieder zunehmend mit Hygieneartikeln und bestimmten Lebensmitteln ein. Wie eine Sonderauswertung des Statistischen Bundesamtes ergab, war der Absatz von Toilettenpapier in der Woche vom 12. bis 17. Oktober 2020 fast doppelt so hoch (plus 89,9 Prozent) wie im Durchschnitt der Vorkrisen-Monate August 2019 bis Januar 2020. Die Verkaufszahlen von Desinfektionsmitteln lagen in der Woche nach Angaben der Wiesbadener Behörde um knapp drei Viertel (plus 72,5 Prozent) und die von Seife um knapp zwei Drittel (plus 62,3 Prozent) über dem Vorkrisen-Durchschnitt. Auch die Nachfrage nach Mehl (plus 28,4 Prozent) und Hefe (plus 34,8 Prozent) zog nach Erkenntnissen der Statistiker deutlich an. Politiker und der Handel versichern immer wieder, die Versorgungslage mit Gütern des täglichen Bedarfs sei gesichert und appellieren an die Verbraucher, keine "Hamsterkäufe" zu tätigen.

+++ 08:24 Mehr als 55.000 Neuinfektionen in Indien +++
Indien meldet 55.839 Neuinfektionen binnen 24 Stunden. Insgesamt haben sich damit mehr als 7,7 Millionen Menschen nachweislich angesteckt, wie das Gesundheitsministerium mitteilt. Das ist weltweit der zweithöchste Wert nach den USA (über 8,3 Millionen). Die Zahl der Menschen, die mit oder an dem Virus starben, stieg um 702 auf 116.616 Menschen. Die Zahl der registrierten täglichen Neuinfektionen in Indien ist seit dem Höhepunkt im September rückläufig. Allerdings warnen Experten, dies könne sich während der anstehenden Feiertage ändern.

+++ 08:09 Roche und Atea entwickeln gemeinsam Covid-19-Medikament +++
Der Schweizer Pharmakonzern Roche will gemeinsam mit der US-Firma Atea Pharmaceuticals ein Medikament zur Behandlung von am Virus erkrankten Patienten entwickeln. Der antivirale Wirkstoff AT-527 befinde sich derzeit in der zweiten Phase der klinischen Entwicklung und eine Phase-III-Studie soll im ersten Quartal kommenden Jahres beginnen, teilen die beiden Unternehmen mit. Untersucht werden soll dabei auch, ob sich die Arznei zur Behandlung von nicht hospitalisierten Patienten eignet. Falls das AT-527 zugelassen werde, werde Atea das Medikament in den USA vertreiben. Roche werde für die weltweite Herstellung und den Vertrieb außerhalb der Vereinigten Staaten verantwortlich sein. Atea erhält von Roche eine Vorauszahlung von 350 Millionen Dollar und habe Anspruch auf weitere Meilenstein- und Lizenzzahlungen.

+++ 07:45 40 Prozent Deutschlands sind Risikogebiet +++
Die Zahl der deutschen Problemzonen ist den neunten Tag in Folge auf einen neuen Höchststand angestiegen. Dem jüngsten Datenstand (22. Oktober, 0 Uhr) des Robert-Koch-Instituts (RKI) zufolge überschreiten 166 Regionen die zwischen Bund und Ländern vereinbarte Obergrenze von 50 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen. Das entspricht einem Zuwachs von 33 Regionen im Vergleich zum Vortag. Damit gelten 40 Prozent der 400 Städte und Landkreise sowie der vom RKI separat ausgewiesenen zwölf Berliner Bezirke als Corona-Hotspot. Am stärksten betroffen bleibt der bayerische Landkreis Berchtesgadener Land mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von 292,6 (Vortag: 262,4 | Mittwoch: 236,0) Neuinfektionen je 100.000 Einwohner.

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+++ 07:24 Einzige Region mit null Neuinfektionen hält sich wacker +++
Die Gesamtzahl der deutschen Regionen, die in den vergangenen sieben Tagen keine neuen Fälle gemeldet haben, verharrt dem jüngsten Datenstand (22. Oktober, 0 Uhr) des Robert-Koch-Instituts (RKI) zufolge auf dem niedrigen Stand von eins. Demnach verzeichnet weiterhin bundesweit nur der niedersächsische Landkreis Wittmund null Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen.

+++ 06:58 Italien verhängt auch in Rom nächtliche Ausgangssperre +++
In der italienischen Region Lazio, zu der die Hauptstadt Rom gehört, wird wegen der erneuten starken Ausbreitung des Virus eine nächtliche Ausgangssperre verhängt. Das entsprechende Dekret wurde am Mittwochabend von Gesundheitsminister Roberto Speranza und Regionalpräsident Nicola Zingaretti unterzeichnet. Die Ausgangssperre tritt am Freitagabend in Kraft und gilt für 30 Tage. Zwischen 23 Uhr und 5 Uhr ist das Verlassen des Hauses oder der Wohnung nur in Ausnahmefällen erlaubt. Lazio ist nach Lombardei und Kampanien bereits die dritte italienische Region, in der eine nächtliche Ausgangssperre verhängt wurde.

+++ 06:28 Rodel-Ikone Hackl nennt Kritik an seiner Heimat Berchtesgaden "überzogen" +++
Die bundesweit aufkommende Kritik an seiner Heimat Berchtesgaden hält Rodel-Olympiasieger Georg Hackl für deutlich überzogen. Seit Montag wurde in seinem Wohnort ein zweiwöchiger Lockdown verhängt. Der Landkreis weist derzeit bundesweit den höchsten Inzidenzwert auf. "Deutschland zeigt mit dem Finger auf uns. Dabei kann das, was hier gerade auftritt, überall passieren", sagte der zweimalige Gesamtweltcupsieger. Die Problematik sei auch nicht durch Einheimische, sondern vielmehr durch den ausufernden Sommer-Tourismus entstanden, glaubt Hackl. "Ich kann versichern, dass sich die meisten Einheimischen die vergangenen Wochen sehr konsequent an die Corona-Regeln gehalten haben", sagte er. Aber "wenn viele Menschen auf einem engen Raum zusammentreffen, wird es nun mal kompliziert - und jetzt haben wir den Salat."

+++ 06:08 Weitere Infektionen im Kabinett? Sorge nach Spahns positivem Test +++
Nach der Infektion von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn von der CDU werden heute die Testergebnisse der anderen Kabinettsmitglieder erwartet. Nach Informationen der "Bild"-Zeitung sollen sich alle testen lassen, die mit ihm gestern an der Kabinettssitzung im Kanzleramt teilgenommen hatten. Familienministerin Franziska Giffey von der SPD war bereits mit einem Schnelltest am späten Mittwochnachmittag negativ getestet worden, sagte eine Sprecherin. Ein weiterer Schnelltest sollte noch folgen. Giffey hatte am vergangenen Freitag bei einer Pressekonferenz sehr lange mit Spahn zusammen auf dem Podium gesessen. Das Kabinett als Ganzes soll aber nicht in Quarantäne gehen.

+++ 05:37 Kassenärzte: Grippeimpfung zuerst für Risikogruppe +++
Die Kassenärztliche Bundesvereinigung ruft bei der Grippeimpfung dazu auf, älteren Menschen über 60 und solchen mit chronischen Erkrankungen den Vortritt zu lassen. Wenn dann noch Impfstoff übrig sei, könnten nachrangig andere geimpft werden, etwa Beschäftigte im Gesundheitswesen oder Erzieherinnen und Erzieher, sagte der stellvertretende KBV-Vorsitzende Stephan Hofmeister. "Gesunde Menschen sind nicht diejenigen, die sich jetzt primär gegen Influenza impfen lassen sollten. Das ist wie in jedem Jahr." In einigen Arztpraxen hatte es zuletzt eine hohe Nachfrage nach Grippeimpfungen gegeben, sodass aktuell verfügbare Dosen knapp wurden.

+++ 05:18 FDP fordert Regierungserklärung von Merkel +++
Die FDP-Bundestagsfraktion fordert von Kanzlerin Angela Merkel eine Regierungserklärung zur Corona-Politik. Ihr Parlamentsgeschäftsführer Marco Buschmann sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland mit Blick auf kolportierte Aussagen Merkels bei der letzten Sitzung mit den Ministerpräsidenten: "Wenn von Unheil die Rede ist, hat die Öffentlichkeit ein Recht zu erfahren, was das heißt." Der Ort, an dem der Öffentlichkeit die Politik vermittelt werde, sei das Parlament. Dem Bericht zufolge forderte er in einem Schreiben an das Kanzleramt die Regierungserklärung für die nächste Bundestagssitzungswoche. Merkel solle darlegen, wie sie die Lage einschätze, was sich hinter dem Bild des "Unheils" verberge, welche Maßnahmen sie für nötig halte und welche davon an den Ministerpräsidenten gescheitert seien.

+++ 04:34 RKI meldet erstmals 10.000 Neuinfektionen an einem Tag +++
Die Zahl der Neuinfektionen in Deutschland ist laut Robert-Koch-Institut (RKI) erstmals seit Beginn der Pandemie auf mehr als 10.000 Fälle binnen eines Tages gestiegen. Laut den Daten vom frühen Morgen wurden am Vortag 11.287 neue Ansteckungsfälle erfasst. Der bisherige Rekordwert hatte bei 7830 Infektionen innerhalb eines Tages gelegen und war am vergangenen Freitag vom RKI gemeldet worden.

+++ 03:57 Ärzteverband: Merkel-Szenario mit mehr als 19.000 Neuinfektionen realistisch +++
Die Verbandschefin der Ärzte im öffentlichen Gesundheitsdienst hält das Szenario von Kanzlerin Merkel nicht für übertrieben, dass die Zahl der Neuinfektionen in Deutschland auf über 19.000 steigen könnte. "So wie die Dinge derzeit verlaufen, halte ich das inzwischen für eine realistische Einschätzung", sagte die Vorsitzende des Bundesverbands der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes, Ute Teichert, den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Wenn in einer Region innerhalb kurzer Zeit die Infektionszahlen stark stiegen, wie im Landkreis Berchtesgadener Land, gerieten die Gesundheitsämter "rasch an die Grenze der Überforderung", sagte Teichert. Sie räumte ein, besonders in Regionen mit sehr vielen Ansteckungen könnten derzeit nicht mehr alle Kontaktpersonen nachverfolgt werden.

+++ 03:05 SPD: Maskenpflicht und Sperrstunde ins Infektionsschutzgesetz +++
Die SPD-Bundestagsfraktion strebt baldige Gesetzesänderungen an, um das Parlament stärker an den Corona-Entscheidungen zu beteiligen. "Wir wollen sicherstellen, dass der Bundestag bei den wesentlichen Entscheidungen das letzte Wort hat und dass die Befugnisse für die Regierung zum Erlass von Verordnungen bestimmt genug sind", sagte der rechtspolitische Sprecher Johannes Fechner der "Welt". "Darüber diskutieren wir gerade intensiv auch mit dem Koalitionspartner und wollen zeitnah zu Gesetzesänderungen kommen." Konkret wolle man "Standardmaßnahmen wie Maskenpflicht oder Sperrstunde im Infektionsschutzgesetz verankern, damit es für die Länder einen bundeseinheitlichen Rechtsrahmen gibt", sagte Fechner.

+++ 02:28 Wieder mehr als 40.000 Patienten in US-Kliniken +++
Laut einer Zählung der Nachrichtenagentur Reuters steigt in den USA die Zahl der Corona-Patienten in Krankenhäusern erstmalig seit August wieder auf über 40.000. Die Kliniken melden 40.264 Erkrankte, die stationär behandelt werden müssen. Das entspricht einem Anstieg der Patientenzahlen in den vergangenen vier Wochen um 36 Prozent. Im Oktober meldeten 16 US-Bundesstaaten Rekordwerte an Krankenhauseinlieferungen wegen Covid-19, darunter Iowa, Kansas, Missouri, Nebraska, North und South Dakota sowie Wisconsin. Zur Bewertung des Pandemiegeschehens ist die Zahl der Krankenhausaufenthalte eine feste Messgröße, da sie unabhängig von der Anzahl der Corona-Tests ist.

+++ 01:05 Einheitliche Regeln für Pflegeheime geplant +++
Der Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung will den Pflegeheimen demnächst einheitliche Regeln an die Hand geben. "In wenigen Wochen, deutlich vor Weihnachten, werden wir - unterstützt von Gesundheitsminister Jens Spahn und dem Robert-Koch-Institut - eine Handreichung vorlegen, um dem Flickenteppich mehr Einheitlichkeit und Nachvollziehbarkeit zu geben", sagte Andreas Westerfellhaus der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Der ARD hatte er zudem gesagt: "Da sollen die Schnelltests auch mit eingebunden werden." In der Zeitung erläuterte er: "Der Rahmen wird von wissenschaftlichen Grundlagen untermauert sein und den Einrichtungen, die ihn anwenden, Sicherheit geben. Wir arbeiten mit Hochdruck, denn die Zeit drängt."

+++ 23:55 Spahn äußert sich zu seiner Infektion +++

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat sich am Abend selbst zu seiner Corona-Infektion geäußert. "Danke für die vielen guten Wünsche", twitterte er. "Ich bin in häuslicher Isolation und erhole mich mit aktuell nur Erkältungssymptomatik." Er wünsche allen, mit denen er Kontakt hatte, dass sie gesund blieben. "Geben wir weiter aufeinander acht!" Auf den Tweet antworten binnen einer Stunde mehr als 1000 Nutzer. Bereits zuvor hatten viele Politiker über Twitter Genesungswünsche übermittelt, darunter auch Friedrich Merz, der für den CDU-Vorsitz kandidiert. Spahn war heute als erster Minister der Bundesregierung positiv auf Corona getestet worden.

+++ 22:12 Negativer Schnelltest bei Familienministerin Giffey +++
Familienministerin Franziska Giffey ist negativ auf Corona getestet worden. Wie eine Sprecherin sagte, handelte es sich um einen Schnelltest. Ein weiterer werde folgen. Zuvor war Bundesgesundheitsminister Jens Spahn als erster Minister der Bundesregierung positiv getestet worden. Er hatte am Vormittag noch an der Kabinettssitzung im Bundeskanzleramt teilgenommen und dort am Rande auch mit Giffey gesprochen, wie Fotos zeigen. Grund für den Test der Familienministerin sei aber vor allem die gemeinsame Pressekonferenz am vergangenen Freitag zur Lage der Kitas in der Pandemie gewesen, hieß es. Giffey hatte da sehr lange gemeinsam mit dem Gesundheitsminister auf dem Podium gesessen.

+++ 21:40 Erstmals mehr als 9000 Neuinfektionen in Deutschland +++
Die deutschen Gesundheitsämter haben einen neuen Höchststand bei den täglichen Neuinfektionen gemeldet. Wie aus den von ntv.de ausgewerteten Angaben von 15 Landesbehörden hervorgeht, kamen damit binnen 24 Stunden 9411 neue Fälle hinzu. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Infektion stieg um 30 auf 9886 . Als aktuell infiziert gelten rund 76.000 Personen. Die Ansteckungsrate (R-Wert) wird vom Robert-Koch-Institut (RKI) mit 1,09 angegeben (Vortag: 1,25). Das bedeutet, dass im Durchschnitt 100 Infizierte rund 109 weitere Menschen mit Sars-CoV-2 anstecken. Der 7-Tage-R-Wert liegt aktuell bei 1,17 (Vortag: 1,23).

+++ 20:48 Toter bei Impfstoff-Studie von Astrazeneca +++
Während der Studie zu einem Corona-Impfstoff des Pharmakonzerns Astrazeneca in Brasilien ist ein Proband gestorben. Dies bestätigte die brasilianische Überwachungsbehörde für Gesundheit, Anvisa. Den Impfstoff hatte der britisch-schwedische Konzern in Zusammenarbeit mit der Universität Oxford entwickelt. Nach eigenen Angaben war die Anvisa bereits am Montag darüber informiert worden. Die Empfehlung laute, die Tests fortzusetzen. Der Fall werde derzeit geprüft, Daten über Freiwillige müssten vertraulich behandelt werden. Dem Fernsehsender "CNN Brasil" zufolge handelt es sich bei dem Toten um einen 28 Jahre alten Mann aus Rio de Janeiro, der wegen Komplikationen im Zusammenhang mit Covid-19 gestorben sei. Die brasilianische Zeitung "O Globo" berichtete dagegen unter Berufung auf Quellen, die aus rechtlichen Gründen nicht genannt werden wollten, dass der betreffende Freiwillige nicht den Impfstoff, sondern ein Placebo bekommen habe. Offiziell äußerten sich zu dieser Frage zunächst weder das Labor noch die Testzentren oder die Anvisa. AstraZeneca hatte die klinische Studie für seinen vielversprechenden Corona-Impfstoff im September vorübergehend gestoppt - offenbar nicht zum ersten Mal.

Die wichtigsten Entwicklungen zur bisherigen Lage rund um die weltweite Coronavirus-Pandemie können Sie hier lesen.

Quelle: ntv.de, mau/joh/dpa/rts/AFP