Panorama

Verbrechen an Joggerin Polizei sucht mit Phantombild nach Vergewaltiger

3d757718-bb84-11ea-b927-5b03d3bea2cd_w760.jpg

So soll der Täter in etwa ausgesehen haben (Quelle: Brandenburger Landeskriminalamt).

Eine Vergewaltigung südlich von Berlin schockiert die Gemeinde Kleinmachnow. Mit Hochdruck sucht die Polizei nach dem Täter. Denn die Tat an der 27-jährigen Joggerin steht vielleicht im Zusammenhang mit vielen weiteren Sexualdelikten.

Nach der Vergewaltigung einer Joggerin nahe eines Kanals in einem Waldgebiet südlich von Berlin im Ort Kleinmachnow fahndet die Polizei nun nach dem noch unbekannten Täter mithilfe eines Phantombilds. Nach Angaben des Landeskriminalamts Brandenburg soll der mutmaßliche Täter zwischen 20 und 25 Jahre alt sein, circa 1,75 Meter groß und von schlanker Statur. Er hat nach Angaben des 27-jährigen Opfers braune Augen, einen insgesamt leicht gebräunten Teint, trug zum Tatzeitpunkt eine blaue Jogginghose und einen orangefarbenen Rucksack. Die dunklen Haare hatte er wohl in Teilen orange gefärbt. Er sprach schlechtes Deutsch mit osteuropäischem Akzent.

Handelt es sich um einen Serientäter?

Die Ermittlungsbehörden prüfen derzeit Verbindungen zu anderen Fällen in der Gegend. Das Berliner Landeskriminalamt ist schon seit Wochen wegen einer Serie von Vergewaltigungen und Sexualdelikten im Villenviertel Wannsee - ganz in der Nähe des jüngsten Tatortes im angrenzenden Kleinmachnow - alarmiert. Laut "Bild"-Zeitung hatte es alleine im Juni drei Vergewaltigungen oder versuchte Vergewaltigungen in dem Stadtteil gegeben.

Mittlerweile prüft die Brandenburger Polizei zudem einen Zusammenhang zu einem sexuellen Übergriff auf zwei 14-jährige Mädchen an einer Bushaltestelle in Stahnsdorf vorige Woche. Die Gemeinde liegt rund drei Kilometer von Kleinmachnow entfernt. Auch hier erklärten die Schülerinnen, der Mann habe teilweise rot gefärbte Haare gehabt und habe mit osteuropäischem Akzent gesprochen.

Joggerin konnte sich mit Trick befreien

Laut Polizeisprecher war die 27-Jährige am Sonntagabend in dem Waldstück zwischen Berlin und Potsdam joggen und war nicht wie gewöhnlich wieder nach Hause gekommen. Daher hätten sie ihre Angehörigen gegen 18 Uhr bei der Polizei als vermisst gemeldet. Als die Polizisten dann bei ihr zu Hause ankamen, um den Vorfall aufzunehmen, sei sie "fast im selben Moment eingetroffen".

Die Frau wurde in ein Krankenhaus gebracht und dort auch gerichtsmedizinisch untersucht. Sie erlitt nach Informationen der "Bild"-Zeitung eine stark blutende Platzwunde und mehrere Hämatome und Schürfwunden am Körper. Außerdem innere Verletzungen, die typisch für eine Vergewaltigung sind.

Nach Angaben der Polizei hatte der bislang unbekannte Mann die Joggerin in einem Waldstück der brandenburgischen Gemeinde Kleinmachnow in ein Gebüsch gezerrt und über mehrere Stunden vergewaltigt. Laut der "Bild"-Zeitung soll der Mann der 27-Jährigen während der Tat gesagt haben, dass er sie schon seit längerer Zeit beobachte. Später bot die Joggerin dem Täter zum Schein an, sich am folgenden Tag am Bahnhof Wannsee wiederzutreffen. Daraufhin ließ der Täter die Frau ziehen. Sie entkam offenbar dann mit dem Fahrrad des Täters.

Die Polizei sicherte noch am Sonntagabend vor Ort Spuren und wurde bei der großangelegten Fahndung in der Region von Kräften der Berliner Polizei und der Bundespolizei unterstützt. Auch ein Hubschrauber kam zum Einsatz. Das Waldstück wurde mit Taschenlampen und einem Spürhund abgesucht. Dies alles blieb allerdings ebenso erfolglos wie die eingeleitete Großfahndung. Auch die Observierung des Bahnhofs Wannsee am folgenden Tag brachte nichts. Es gibt die Vermutung, dass mehrere Spaziergänger und Radfahrer den Tatort in unmittelbarer Nähe eines Pfades am Teltow-Kanal zum Tatzeitpunkt passiert haben könnten.

Der Tatort der Vergewaltigung liegt in der Nähe des Panzerdenkmals an der Berliner Stadtgrenze zu den Bezirken Zehlendorf und Wannsee. Im Fall der Sexualdelikte in Wannsee ist unbekannt, ob die Ermittler einen oder mehrere Täter dafür verantwortlich machen. Die Berliner Polizei teilte lediglich mit, man stehe "im Austausch mit den Brandenburger Kollegen im jüngsten Fall von Kleinmachnow, um Zusammenhänge zu überprüfen".

Hinweise auf die Identität des Täters nimmt die Polizei Potsdam unter der Telefonnummer 0331/5508-0 entgegen.

Quelle: ntv.de, tar/mdi