Panorama

Explosion in Bildungseinrichtung 30 Tote nach Selbstmordanschlag in Kabul

AP22266407166951.jpg

Die Anschläge häufen sich: Erst vergangene Woche kam es in Kabul in der Nähe einer Moschee zu einer Explosion.

(Foto: AP)

In der afghanischen Hauptstadt Kabul kommt es vermehrt zu Anschlägen auf zivile Gebiete. In einem Bildungszentrum reißt ein Selbstmordattentäter 30 Menschen mit in den Tod, viele weitere werden verletzt.

Bei einem Bombenanschlag auf eine Privatschule in der afghanischen Hauptstadt Kabul sind mindestens 30 Menschen getötet worden. Mindestens 56 weitere wurden verletzt, wie Krankenhäuser meldeten. Der Anschlag ereignete sich am Mrgen im Stadtteil Dashte Barchi, der mehrheitlich von der schiitischen Minderheit der Hazara bewohnt wird. Die Schüler und Schülerinnen bereiteten sich gerade auf die Aufnahmeprüfung an der Universität vor. Die in dem Land herrschenden Taliban sprachen von lediglich 19 Toten und 27 Verletzten. 

Nach Angaben eines Mitarbeiters des betroffenen Kaaj Higher Educational Center hatte ein Selbstmordattentäter zwei Wächter am Eingang getötet, bevor er sich Zugang zu einem Klassenraum verschaffte und sich dort in die Luft sprengte. Zudem soll er auf Schüler geschossen haben. Unter den Opfern sollen viele Mädchen sein. Zu dem Anschlag bekannte sich zunächst niemand. Ähnliche Bluttaten hatte in der Vergangenheit die sunnnitische Terrormiliz Islamischer Staat verübt.

Anwohner berichteten, unter Schock zu stehen. Fotos in sozialen Medien zeigen, wie Menschen nach der Attacke Verletzte wegtragen. Ein Video zeigte die Schüler außerdem noch vor dem Anschlag: Dort versprechen die zahlreichen Jungen und Mädchen, ihre Gesellschaft entgegen aller Hürden gemeinsam voranzubringen.

Seit ihrer Machtübernahme haben die islamistischen Taliban Mädchenschulen ab der siebten Klasse geschlossen - entgegen ihrer Versprechungen. Private Bildungseinrichtungen bieten einigen älteren Mädchen die Möglichkeit, ihre Ausbildung fortzusetzen, um anschließend die Universität zu besuchen. Gegen diese sind die Taliban bisher auch nicht vorgegangen. Taliban-Sprecher Zabihullah Mujahid verurteilte den Anschlag und kündigte an, nach den Verantwortlichen zu fahnden.

Quelle: ntv.de, lno/jwu/dpa

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen