Auto brennt aus 61-Jähriger rast vier Mopedfahrer zwischen 14 und 19 Jahren tot
Fünf Jugendliche fahren mit ihren Mopeds abends durch Brandenburg. Plötzlich kommt ihnen ein Auto entgegen, die Tour endet tödlich. Lediglich einer aus der Gruppe überlebt.
In Brandenburg hat ein Autofahrer seinen Wagen in den Gegenverkehr gesteuert und damit vier jugendliche Mopedfahrer getötet. Der 61 Jahre alte Mann war am Mittwochabend gegen 19.40 Uhr auf der Landesstraße 200 bei Biesenthal im Landkreis Barnim unterwegs, als er laut Polizeiangaben mehrere Autos auf einmal überholen wollte.
Dazu scherte der Fahrer aus seiner Spur aus, offenbar ohne auf den Gegenverkehr zu achten. Auf der Fahrbahn in die Gegenrichtung erfasste er schließlich drei von insgesamt vier Mopeds. Deren drei männlichen Fahrer im Alter von 15, 16 und 19 Jahren sowie eine weibliche Mitfahrerin im Alter von 14 Jahren, die auf dem Weg in Richtung Wullwinkel waren, starben augenblicklich bei der Kollision. Der vierte jugendliche Moped-Fahrer konnte ausweichen und blieb unverletzt.
Der 61-jährige Autofahrer wurde bei dem dramatischen Unfall schwer verletzt. Er musste von Rettungskräften mittels Hubschrauber in ein Krankenhaus gebracht werden. Sein Auto brannte nach dem dreifachen Frontalzusammenstoß fast vollständig aus.
Seelsorger kümmern sich um Einsatzkräfte
Der Einsatz am Unfallort war selbst für erfahrene Beamte und Rettungskräfte eine außergewöhnliche Belastung. "Notfallseelsorger und Einsatznachsorgeteams betreuen Angehörige der Verstorbenen, die zum Teil an der Unfallstelle erschienen sind, und auch Einsatzkräfte", teilte die Polizei noch in der Nacht mit. Brandenburgs Verkehrsminister Robert Crumbach dankte den Einsatzkräften und Seelsorgern, die in dieser schwierigen Situation Beistand geleistet haben. "Der schwere Unfall bei Biesenthal, bei dem vier Menschen ihr Leben verloren haben, erschüttert mich zutiefst", sagt der SPD-Politiker. "Meine Gedanken sind bei ihren Familien und Freunden. Ihnen gilt mein tiefes Mitgefühl."
Ein Cousin eines Unfallopfers sagt zur "Bild"-Zeitung, dass die jugendlichen Mopedfahrer am Abend nur zu McDonald's fahren wollten. Ein Lokal befände sich nur etwa 13 Kilometer entfernt in Bernau. "Wir haben es gestern Abend über Instagram erfahren", so der Angehörige. "Es hat sich herumgesprochen wie ein Lauffeuer, und wir stehen unter Schock."
"Alle sind total geschockt", sagt Biesenthals Bürgermeister Carsten Bruch zu dem Unglück. Er nennt das "eine ganz schlimme Tragödie". Der CDU-Politiker vermutet, dass es ein "riskantes Überholmanöver" war. Auf der Strecke herrsche Tempo 100, die Straße verlaufe schnurgerade. Selbst die Senke sei gut einsehbar, sagt Bruch, dessen 15-jähriger Sohn ebenfalls Moped fährt. "Das geht einem sehr nah."
Trauerbeflaggung im Landkreis
Am Unfallort wurden bereits Blumen und Kerzen abgelegt. Der Landkreis ordnete Trauerbeflaggung an Schulen und Dienstgebäuden an. Am Abend findet im Nachbarort Bernau in der St. Marienkirche eine Gedenkveranstaltung statt.
Die Landstraße blieb für die Ermittlungen und Bergung der Fahrzeuge stundenlang gesperrt. Ein unabhängiger Sachverständiger soll den Hergang des Unfalls rekonstruieren und bei den Ermittlungen unterstützen.
Die Polizei ermittelt gegen den 61-Jährigen wegen fahrlässiger Tötung in Verbindung mit einem Verkehrsunfall in vier Fällen. Im Falle einer Verurteilung drohen dem Mann bis zu fünf Jahren Haft oder eine Geldstrafe. Zudem kann sein Führerschein eingezogen und eine Sperre für die Wiedererteilung der Fahrerlaubnis angeordnet werden.
