Panorama

40.000 Menschen betroffen Ahrweiler kämpft mit Müllberg-Problematik

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An den Straßenrändern türmen sich die Überreste der Flut-Folgen.

(Foto: picture alliance / AA)

Das Hochwasser hat den Kreis Ahrweiler in Rheinland-Pfalz besonders stark getroffen. Die Zahl der Toten und Vermissten steigt stetig, die Lage gilt immer noch als "sehr angespannt". Außerdem führen Unmengen an Schutt und Sperrmüll zu einer weiteren Problematik für Bewohner und Helfer.

Fünf Tage nach dem verheerenden Unwetter ist die Zahl der Toten im besonders stark getroffenen Kreis Ahrweiler auf 122 gestiegen. Weitere 763 Menschen wurden verletzt, wie ein Sprecher der Einsatzleitung sagte. 155 Menschen werden demnach weiterhin vermisst. Insgesamt sind rund 40.000 Menschen von den Folgen der Flut getroffen.

Es sei eine "ungeheure große Zahl von Menschen" auf einer "ungeheuren Fläche", sagte der Leiter des Krisenstabes des Landes und Präsident der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD), Thomas Linnertz, in Bad Neuenahr-Ahrweiler. "So etwas haben wir noch nie erlebt. Das ist eine große Herausforderung." Die Lage sei immer noch sehr angespannt: "Weil so viel Infrastruktur zur Versorgung der Bevölkerung zerstört ist", sagte Linnertz - und fügte hinzu: "Grundlegende Dinge wie Strom, Wasser, Abwasser."

Zurzeit konzentriere sich das Land Rheinland-Pfalz, das am Wochenende die Leitung für den Katastropheneinsatz im Kreis Ahrweiler übernommen hat, auf die Versorgung der Menschen und Hilfeleistungen. Wichtiges Thema sei auch die "Entsorgungsproblematik", sagte er. "Da sind ungeheure Mengen an Schutt und Sperrmüll, die anfallen und die sich jetzt in den Dörfern türmen. Das muss raustransportiert werden."

Mobilfunknetz wird wieder aufgebaut

Zudem baute der Katastrophenstab des Landes Rheinland-Pfalz im Kreis Ahrweiler zwölf Satellitenschüsseln für die Bevölkerung auf. Grund ist, dass es in der besonders stark von der Hochwasserkatastrophe betroffenen Region massive Ausfälle im Mobilfunknetz gibt. Die Zahl der Satellitenschüsseln solle auf 35 gesteigert werden, teilte die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion Trier (ADD) mit. Betroffene könnten sich dort einwählen und so einen Zugang zum Internet bekommen.

Insgesamt sei die Dauer des Einsatzes nicht abschätzbar. Die Schadenslage sei "sehr weitreichend". Im Ahrtal seien derzeit rund 2500 Kräfte im Hilfseinsatz, darunter 800 Soldaten der Bundeswehr, 200 Helfer des Technischen Hilfswerks und rund 800 Feuerwehrleute. Für die psychosoziale Notbetreuung seien um die 300 Menschen im Einsatz, sagte Linnertz. Die ADD in Trier ist die für den Katastrophenschutz zuständige Landesbehörde.

Die Polizei in Koblenz dementierte derweil in mehreren Mitteilungen Gerüchte, wonach sich Einsatzkräfte zurückziehen würden. Auch Nachrichten über Plünderungen seien falsch. In den vergangenen Tagen sei es im betroffenen Gebiet nur vereinzelt zu Straftaten gekommen.

Quelle: ntv.de, spl/dpa/AFP

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