Panorama

Corona-Studie in Sachsen Akute Ansteckung in Schulen "bei null"

In vielen Bundesländern neigen sich die Sommerferien dem Ende entgegen. Nun fragen sich Eltern und Lehrer, wie hoch das Corona-Risiko an Schulen wirklich ist. Eine Studie aus Sachsen soll Aufschluss darüber geben.

Im Zuge einer Corona-Studie im Mai und Juni an Grundschulen und weiterführenden Schulen in Leipzig, Dresden, Zwickau, Borna sowie Werdau wurden bei 2600 Schülern und Lehrern keine akuten Infektionen gefunden. "Die akute Ansteckung lag bei null", sagte Professor Wieland Kiess vom Leipziger Universitätsklinikum bei der Vorstellung der Ergebnisse in Dresden. In 14 von über 2300 Blutproben fanden sich Antikörper und damit der Hinweis auf eine überstandene Infektion.

Daher ist den Wissenschaftlern zufolge davon auszugehen, dass bisher nur wenige Schülerinnern und Schüler sowie Lehrende mit Sars-CoV-2 infiziert waren. Jüngere Kinder scheinen außerdem weniger häufig infiziert zu sein als ältere Schüler im Jugendalter.

Die Forscher stellten auch fest: "Es gibt zum aktuellen Zeitpunkt keinen Hinweis darauf, dass Kinder und Jugendliche besonders häufig den Sars-CoV-2 in sich tragen oder getragen haben. Es scheint sogar eher so, dass sich Kinder im Vergleich zu Erwachsenen seltener infizieren. Um diese Tendenzen zu bestätigen, bedarf es weiterer Untersuchungen." Folgeuntersuchungen der Corona-Schulstudie sind für die Zeit nach den Sommerferien im September und später im November nach den Herbstferien geplant.

Verlust von Lebensqualität

Zusätzlich wurden aus der deutschlandweit bisher größten Studie an einer Zielgruppe von 900 Kindern und Jugendlichen im Alter von 1-18 Jahren erstmalig wissenschaftliche Ergebnisse zu den psychosozialen Auswirkungen von Schulschließungen präsentiert. Laut Kiess führten diese zum Verlust von Lebensqualität, zu stärkerer Mediennutzung sowie zu Zukunftssorgen.

In Mecklenburg-Vorpommern sind die Schüler heute wieder an die Schulen zurückgekehrt, dort gilt außerhalb des Klassenraums eine Maskenpflicht. Es werden mehrere Jahrgangsstufen zu sogenannten definierten Gruppen zusammengeschlossen, meistens sind das zwei Jahrgänge. Die festen Gruppen könnten dabei helfen, etwaige Infektionsketten leichter nachzuverfolgen.

Auch Berlin, Bayern und Baden-Württemberg haben angekündigt, im Kampf gegen das Coronavirus im Schulgebäude einen Mund-Nasen-Schutz vorzuschreiben. In Nordrhein-Westfalen hingegen werden die Schüler ihre Masken ab dem 12. August dann auch im Klassenzimmer tragen müssen. In Hessen soll die Maskenpflicht im Ermessen der einzelnen Schulen liegen.

Das sächsische Kultusministerium stellte unterdessen einen Stufenplan für den Schulbeginn vor: Wenn es bis zu 20 Neuinfektionen bei 100.000 Einwohnern in sieben Tagen gibt und eine Kita oder Schule betroffen ist, sei noch von einer "Normallage" auszugehen. Bei 36 bis 50 Neuinfektionen dagegen werde eine vorübergehende Schließung einzelner Schulen oder Kitas notwendig. In Sachsen startet das Schuljahr Ende August.

Quelle: ntv.de, nan/dpa/AFP