Panorama

Systemrelevante Bereiche stärken Alt werden - aber wie?

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Dass jemand später unsere Hand hält - nicht selbstverständlich.

(Foto: imago images/Cavan Images)

Alle wollen alt werden - aber keiner will alt sein. Und wenn man dann tatsächlich alt ist, was dann? Dann stehen die Fragen im Raum, die sich vorher keiner zu stellen getraut hat. Die Berliner Pflegekonferenz will das ändern.

"Systemrelevant" - wohl eines der Wörter des Jahres 2020, das neben "Corona", "Mund-Nasen-Schutz" und "Homeoffice" in die Geschichte eingehen wird. Sind Sie eigentlich systemrelevant? Denn wer systemrelevant ist genießt - momentan besonders - einen guten Ruf. Das heißt aber leider noch lange nicht, dass er oder sie besonders gut verdient. Und auch diejenigen, die auf Pflege angewiesen sind, können nur so gut gepflegt werden, wie die Umstände es erlauben. Und die Umstände sind in den meisten Fällen eher nicht so ideal. Sich mit den Themen Pflege und allem, was dazu gehört, auseinanderzusetzen macht also Sinn. Auf der Berliner Pflegekonferenz werden die Themen, die eigentlich allen unter den Nägeln brennen sollten, zum siebten Mal erörtert - natürlich mit einem völlig neuen, den Corona-Maßnahmen und dem Lockdown angepassten, digitalen Konzept.

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Bundesgesundheitsminister Jens Spahn: "Fast 25 Jahre nach Einführung der Pflegeversicherung in Deutschland ist es an der Zeit die grundlegenden Strukturen zu überdenken und zukunftsfest zu machen."

(Foto: imago images/photothek)

Zu Gast sind Entscheider aus Politik, Gesellschaft und Gesundheitssystem, unter anderem Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble, Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, der Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung Staatssekretär Andreas Westerfellhaus sowie der Ökonom und Präsident des DIW Berlin Prof. Marcel Fratzscher. Partnerland für den Austausch über intelligente Lösungen für eine gute Pflege ist dieses Jahr Österreich. Um in der Covid-19-Pandemie den besten Infektionsschutz zu garantieren, findet die Berliner Pflegekonferenz 2020 ausschließlich digital statt.

Inhaltlich dreht sich beim Branchentreff der Pflege sehr viel um die Chancen und Potenziale der Digitalisierung für die Pflege. "Die Covid-19-Pandemie stellt uns vor sehr große gesellschaftliche Herausforderungen. Doch sie bringt auch viele Erkenntnisse. Zu den wichtigsten gehört, dass wir systemrelevante Bereiche wie die Pflege stärken und dafür Innovationen mit Nachdruck vorantreiben müssen", so Yves Rawiel, Initiator der Berliner Pflegekonferenz.

Spahn legt Fokus auf häusliche Pflege

Laut "Handelsblatt" gibt es bereits Details zu einem angekündigten Eckpunktepapier der angekündigten Pflegereform. Spahn will vor allem die häusliche Pflege stärken, aber auch mehr Geld soll fließen: Die Erstattung ambulanter Pflegesachleistungen, das Pflegegeld und die Tagespflege-Vergütung sollen Mitte 2021 um fünf Prozent angehoben werden. Danach sollen die Vergütungsbeträge einmal im Jahr an die Inflation angepasst werden. Zudem soll die Pauschale für bestimmte Pflegehilfsmittel von 40 auf 60 Euro steigen.

Über die virtuelle Veranstaltungsplattform präsentiert die Berliner Pflegekonferenz 2020 noch bis zum 12. November in täglichen, zweistündigen Livestreams Keynotes, Talkrunden und zahlreiche Sessions zu verschiedenen Aspekten der Pflege, die Livestreams sind frei zugänglich. Neben den prominenten Vertretern aus Politik und Gesellschaft nehmen viele weitere Experten, Praktiker und Wissenschaftler mit Beiträgen teil. Registrierte Zuschauer können über verschiedene Interaktionsmöglichkeiten wie Live-Chats Fragen platzieren und in den Austausch mit den aktiv Mitwirkenden treten.

Neben den vielen inhaltlichen Formaten wie einer Diskussionsrunde zur Digitalisierung, den Fachgesprächen über eine bessere Pflege und der digitalen Roadshow zur "Agenda Zukunft Pflege" hält die Berliner Pflegekonferenz einen ganz besonders emotionalen Höhepunkt bereit. Am Finaltag findet neben der Vergabe des Marie Simon Pflegepreises und des Otto Heinemann Preises erstmalig die Verleihung des Publikumspreises statt. Alle Teilnehmer*innen können dabei digital über ihr Herzensprojekt abstimmen.

Quelle: ntv.de, soe

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