Dutzende entkamen dem Tod im KZArchäologen entdecken Fluchttunnel

100.000 Menschen werden während des Zweiten Weltkriegs auf dem Gelände der Vernichtungsanlage Paneriai in Litauen getötet. Wahrscheinlich wären es noch mehr gewesen. Doch einigen Juden gelang die Flucht durch einen bislang geheimen Tunnel.
Ein internationales Team von Archäologen hat auf dem Gelände der ehemaligen Vernichtungsstätte Paneriai in Litauen einen Fluchttunnel aus dem Zweiten Weltkrieg entdeckt. Über den heimlich gegrabenen Tunnel versuchten vor mehr als 70 Jahren gut drei Dutzend Juden, dem Massenmord der Nationalsozialisten zu entkommen.
Ausfindig gemacht wurde die Fluchtanlage mit Hilfe geophysikalischer Methoden, wie die israelische Altertumsbehörde mitteilte. "Diese Entdeckung ist ein herzerwärmendes Zeugnis für den Sieg der Hoffnung über die Verzweiflung", sagte der verantwortliche Archäologe der Altertumsbehörde, Jon Seligman.
Die israelische Kulturministerin Miri Regev sprach von "einem weiteren Beweis, der die Lügen der Holocaust-Leugner zunichtemacht". Im Wald von Paneriai wurden zwischen Juli 1941 und Juli 1944 etwa 100.000 Menschen von deutschen Erschießungskommandos und litauischen Kollaborateuren ermordet. Darunter waren 70.000 Juden, die in Erdgruben erschossen und verbrannt wurden.