Panorama
(Foto: picture alliance / dpa)
Sonntag, 05. November 2017

"Mir doch egal, wer hier ...": Autofahrer attackiert Lebensretter

Es müssen dramatische Szenen gewesen sein, als ein kleiner Junge in einer Berliner Kita zusammenbricht. Während die Helfer verzweifelt um das Leben des Kindes kämpfen, spielen sich auf der Straße ganz andere Szenen ab.

Wenn ein Unfall passiert, sind Gaffer meist nicht weit. Sie fotografieren oder filmen die Opfer, schlimmstenfalls behindern sie die Rettungsarbeiten. Doch was sich am Freitag im Berliner Stadtteil Moabit abgespielt hat, klingt unfassbar.

Ein 23-jähriger Mann konnte nicht akzeptieren, dass ein Rettungsdienst der Feuerwehr sein Auto blockierte, um in einer Kita einem 18 Monate alten Jungen das Leben zu retten. Als einer der beiden Sanitäter einen Rettungskoffer aus dem Wagen holen wollte, habe sich der Autofahrer vor ihm aufgebaut und ihn beschimpft, wie örtliche Medien berichteten. Den Angaben zufolge brüllte er: "Verpisst euch, ich muss zur Arbeit!"

"Ich habe ihm erklärt, dass wir gerade ein Kind reanimieren und den Rettungswagen jetzt nicht wegfahren können", zitiert die "BZ" den Sanitäter, "doch er hat sich drohend vor mir aufgebaut, als ob er gleich zuschlagen will." Zuvor hatte der wütende Mann bereits den Außenspiegel des Rettungswagens beschädigt. Erst als alarmierte Polizisten am Unglücksort eintrafen, konnte der Sanitäter seine Arbeit fortführen. Der Mann soll die Beamten angeschrien und gesagt haben: "Mir doch egal, wer hier reanimiert wird."

Trotz der chaotischen Situation gelang es den Rettungskräften, den Jungen wiederzubeleben. Ärzte versetzten ihn der "Bild"-Zeitung zufolge nach der Reanimation in ein künstliches Koma. Er habe Kammerflimmern gehabt. Die Eltern des Jungen zeigten den rücksichtslosen Autofahrer indes an. "Er hat die Rettung meines Kindes behindert. Deshalb habe ich ihn wegen Behinderung von hilfeleistenden Personen angezeigt und hoffe, dass er mit der vollen Härte des Gesetzes bestraft wird", zitiert das Blatt den Vater.

Quelle: n-tv.de

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