Panorama

Rinderwahnsinn in Großbritannien BSE-Fall alarmiert schottische Bauern

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Bovine Spongiforme Enzephalopathie (BSE): Die schottischen Behörden leiten Präventationsmaßnahmen ein.

(Foto: picture alliance / dpa)

Hoch im Norden der britischen Insel treten Notfallpläne zur Seuchenabwehr in Kraft: Bei einem Tierzüchter entdecken Veterinäre einen Fall von BSE. Die Behörden sprechen von einem "isolierten" Vorkommen. Wie und wo sich das Tier infizierte, ist aber unklar.

In Schottland haben Tierärzte in den Beständen eines Viehzüchters einen Fall von Rinderwahnsinn nachgewiesen. Es ist der erste BSE-Fall seit zehn Jahren, wie der schottische Landwirtschaftsminister Fergus Ewing bestätigte. Die Behörden leiteten umgehend Maßnahmen zur Seuchenabwehr ein.

Es handle sich um einen "Einzelfall", hieß es. Die Bovine Spongiforme Enzephalopathie (BSE) wurde bei einer Untersuchung einer verendeten Kuh entdeckt. Das Fleisch des erkrankten Tieres sei nicht in den Handel gelangt, wie das schottische Gesundheitsministerium betonte.

Über die betroffene Farm im Raum Aberdeenshire wurde im Rahmen erster Sicherungsmaßnahme ein Transportbann verhängt. Die dort gehaltenen Tiere stehen unter Beobachtung. Experten versuchen derzeit, die Herkunft der BSE-Erreger zu identifizieren und mögliche Übertragungswege auszuschließen.

"Der Fall belegt, dass unsere Überwachungssysteme funktionieren", erklärte Ewing. Bei allen eingeleiteten Vorkehrungen handele es sich um die für solche Fälle vorgesehenen Standardmaßnahmen. Zunächst gehe es darum, "unsere wertvolle Viehwirtschaft vor Schäden zu bewahren".

Für die Öffentlichkeit besteht demnach kein Anlass zur Sorge. "Es gibt strikte Kontrollen, um Verbraucher vor BSE-Risiken zu schützen", teilte der Leiter der schottischen Lebensmittelüberwachung, Ian McWatt, mit. Überprüft werden demnach unter anderem die auf den Farmen eingesetzten Futtermittel sowie die Aussortierung bestimmter Tierbestandteile bei der Schlachtung, wie etwa Hirn oder Rückenmark.

Anfang der 2000er-Jahre hatte sich BSE mit jährlich Dutzenden gemeldeten Fällen auch in Deutschland ausgebreitet. Als wichtigster Übertragungsweg galt damals die Verarbeitung von Schlachtabfällen zu Tiermehl, das wiederum als Futtermittel in der Rinderzucht zur Anwendung kam. Die Hirnkrankheit BSE verläuft für befallene Rinder tödlich. Mediziner gehen davon aus, dass der Verzehr von BSE-Rindern beim Menschen die ebenfalls tödlich verlaufende Creutzfeldt-Jacob-Krankheit auslösen kann.

In Großbritannien wurden in den vergangenen Jahren immer wieder vereinzelte BSE-Fälle entdeckt. Eine neue großflächige Ausbreitung in den Rinderbeständen konnte dank der in den vergangenen Jahrzehnten gesammelten Erfahrungen mit der Seuche bislang vermieden werden.

Quelle: ntv.de, mmo

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