Panorama

Um Kontakte zu ermöglichen Baden-Württemberg kippt Maskenpflicht im Pflegeheim

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In Gemeinschaftsräumen können Pflegeheime nun die Maskenpflicht aussetzen. (Archivbild)

(Foto: picture alliance / Eibner-Pressefoto)

Das Infektionsschutzgesetz schreibt vor, dass Mitarbeiter und Bewohner von Pflegeheimen in Gemeinschaftsräumen eine Maske tragen müssen. In Baden-Württemberg soll das nach dem Willen der Landesregierung ab sofort nicht mehr gelten.

Das Land Baden-Württemberg kippt auf eigene Faust die Maskenpflicht in Pflegeheimen. Gesundheitsminister Manne Lucha von den Grünen sagte, man habe die Einrichtungen per Brief über diese Neuerung informiert. Die Heime sowie die Einrichtungen der Behindertenhilfe könnten ab sofort selbst entscheiden, ob sie an der Maskenpflicht in Gemeinschaftsräumen festhalten wollen.

Der Bund habe auf Drängen des Landes einen Katalog mit Fragen und Antworten zu den umstrittenen Paragrafen des Infektionsschutzgesetzes vorgelegt. "Danach ist es nach unserer Auffassung vertretbar, auf eine Maskenpflicht in Gemeinschaftsräumen zu verzichten", sagte Lucha. Es sei wichtig, soziale Kontakte zu ermöglichen.

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Erst vor wenigen Tagen hatte sich der Präsident der Diakonie, Ulrich Lilie, für einen solchen Schritt ausgesprochen. "Ich halte die im Infektionsschutzgesetz verankerte Regel, wonach Menschen, die in Pflegeheimen oder in Einrichtungen für Menschen mit Behinderung leben, in Gemeinschaftsräumen eine Maske tragen müssen, für überzogen", sagte Lilie. "Nicht nur die persönlichen Räume, auch die Gemeinschaftsräume sind Teil ihres Zuhauses, in denen ein ungezwungenes Miteinander möglich sein muss."

Zuletzt war auf Länderebene über die Einführung einer allgemeinen Maskenpflicht in Innenräumen diskutiert worden. Dabei einigten sich die Landesgesundheitsminister am Montag darauf, geschlossen vorzugehen und zunächst entsprechende Schwellenwerte zu erarbeiten. Die Arbeitsgemeinschaft der Obersten Landesgesundheitsbehörden soll am 9. und 10. November über die Schwellenwerte beraten. Dabei solle beispielsweise erörtert werden, inwieweit die Hospitalisierungsrate berücksichtigt werden muss.

Quelle: ntv.de, jog/dpa

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