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Polizei holt Verweigerer aus Zug Bahn will Maskenpflicht zur Not durchsetzen

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Meist funktioniert gutes Zureden: Maskenverweigerer sind in der Bahn Einzelfälle, sagt Bahnchef Lutz.

(Foto: picture alliance/dpa)

In Bus und Bahn gilt Maskenpflicht. Doch hartnäckige Verweigerer haben oft freie Fahrt. Auch weil nicht klar ist, wer den Streit um den Gesichtsschutz ausfechten muss. Bahnchef Lutz stellt nun klar: Zur Not rufen Zugbegleiter die Polizei, damit solche Fahrgäste den Zug verlassen müssen.

Bahnchef Richard Lutz hat den Willen seines Unternehmens bekräftigt, Maskenverweigerer im Konfliktfall die Weiterfahrt zu untersagen. "Da gibt es klare Anweisungen an unseren Kolleginnen und Kollegen in den Zügen, dass dann, wenn das nachhaltig ein Konflikt ist mit dem Maskentragen, wir gemeinsam mit der Bundespolizei den Beförderungsausschluss auf den Weg bringen", sagte er ntv. Das müsse allerdings die Ausnahme bleiben. "Die direkte Ansprache der Fahrgäste, dass sie bitte Maske tragen mögen, wirkt normalerweise."

Lutz sagte, er sei viel in Kontakt mit Zugchefs und Zugbegleitern und von dort höre er, dass die Maskenverweigerer Einzelfälle seien. "Wir rechnen damit und hoffen sehr, dass unsere Kunden nicht nur zum eigenen Schutz, sondern auch zum Schutz der anderen Fahrgäste dieses Grundprinzip der gemeinsamen Solidarität aufrechterhalten." Zuletzt hatte es Kritik an der Bahn gegeben, sie setze die Maskenpflicht nicht konsequent genug durch. Lutz betonte nun: "Es besteht Maskenpflicht. Die unterstützen wir auch, das ist überhaupt keine Frage."

Wer ist zuständig: Bund, Länder oder Bahn?

Zuvor hatte es ein bizarres Kompetenzgerangel gegeben, wer die Maskenpflicht in Bus und Bahn am Ende durchzusetzen hätte: Die Bahn argumentierte, bei der Ahndung von Verstößen gegen Behördenanweisungen seien auch die Behörden in der Pflicht und nicht die Zugbegleiter. Das Bundesverkehrsministerium hatte diese Lesart des Staatskonzerns bestätigt. Zugleich hatte das Bundesinnenministerium mitgeteilt, die Bundespolizei sei nicht für Gesundheitsvorschriften der Länder zuständig. Allerdings haben die Polizeikräfte der Länder wiederum nichts mit dem Bahnverkehr zu tun, denn dort ist die Bundespolizei zuständig.

Dass während der Corona-Krise die Fahrgastzahlen im Zugverkehr eingebrochen sind, mindert allerdings ebenfalls das Ansteckungsrisiko in Zügen. Verglichen mit dem ersten Halbjahr 2019 gingen die Buchungen von Januar bis Juni um rund 43 Prozent zurück. Im Regionalverkehr waren es 37 Prozent weniger. Auch deshalb gebe es in den Zügen "so gut wie keine Ansteckungsgefahr", sagte Lutz auf der Bilanzpressekonferenz der Bahn. Eine Reservierungspflicht lehne der Konzern deshalb ab.

Quelle: ntv.de, mau