Panorama

Für Reisende aus Hotspots Bayern verhängt neues Beherbergungsverbot

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Bayerns Ministerpräsident Söder ist in der Corona-Krise für seine strikten Maßnahmen bekannt.

(Foto: dpa)

Nachdem mehrere Bundesländer bereits Quarantäneauflagen für Reisende aus Corona-Hotspots erlassen haben, geht Bayern noch einen Schritt weiter. Dort dürfen Reisende, die aus solchen Gebieten kommen, künftig nicht mehr übernachten, sofern sie keinen negativen Test vorweisen können.

Urlauber aus innerdeutschen Corona-Hotspots ohne negativen Corona-Test dürfen von diesem Donnerstag an nicht mehr in bayerischen Hotels und Gaststätten übernachten. Das kündigte Ministerpräsident Markus Söder in München an. Das sogenannte Beherbergungsverbot gilt demnach für Reisende aus Gebieten mit mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen.

Die genauen Gebiete müssen allerdings noch vom bayerischen Gesundheitsministerium benannt werden. Söder erklärte, dies bedeute "eine Testpflicht de facto für Urlauber, die aus Risikogebieten nach Bayern kommen". Denn wer einen aktuellen, negativen Corona-Test vorweisen kann, darf auch weiterhin in Hotels in Bayern übernachten.

In Großstädten wie Frankfurt am Main und Berlin sowie in einigen kleineren Kommunen waren die Infektionszahlen zuletzt vergleichsweise hoch. Schleswig-Holstein und Rheinland-Pfalz hatten deshalb Quarantäneauflagen unter anderem für Menschen aus bestimmten Berliner Bezirken erlassen.

SPD-Chef hält Reiserestriktionen für "zumutbar"

In der Folge wurde bundesweit über innerdeutsche Reisebeschränkungen diskutiert. Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher lehnte Reisebeschränkungen zwischen Landesgrenzen ab. Eine Stadt abzuriegeln, gehe nicht, sagte er im ZDF. Auch Kanzleramtsminister Helge Braun kritisierte die von einigen Ländern verhängten Reisebeschränkungen für Menschen aus deutschen Regionen mit hohen Corona-Zahlen.

SPD-Chef Walter-Borjans hält Reiserestriktionen wegen Corona für "zumutbar". "Wir wollen möglichst schnell wieder zum normalen Leben zurückkehren, und das bedeutet, dass wir jetzt bestimmte Dinge nicht machen können", sagte er der "Bild"-Zeitung.

Tschentscher betonte hingegen, es nütze nichts, wenn Menschen aus Hotspots nicht in Flächenländer reisen dürften, umgekehrt aber die Menschen aus den Randgebieten zum Arbeiten oder Ausgehen in die Großstädte fahren. Zugleich stellte der Erste Bürgermeister klar: "Die Pandemie wird in den Metropolen entschieden." Wenn die Menschen in den Ballungsräumen die Pandemie in den Griff bekämen, dann "haben wir auch für ganz Deutschland etwas erreicht".

Quelle: ntv.de, mba/dpa/AFP