Panorama

Drei Tote in FrankreichBehörden warnen vor großer Lawinengefahr in den Alpen

10.01.2026, 19:57 Uhr
00:00 / 02:22
Lawinengefahr-steht-auf-einem-Schild-Oberstdorf
In den Alpen herrscht eine der höchsten Warnstufen. (Foto: picture alliance / Jan Eifert)

Nach starken Schneefällen wächst in den Alpen die Gefahr vor Lawinen. Grund dafür sind vor allem frischer Triebschnee, der die Hänge instabil macht. Die Gefahrenstellen seien selbst für erfahrene Profis kaum auszumachen, warnen Behörden. In Frankreich gab es bereits ein Unglück.

Nach den jüngsten Schneefällen ist die Lawinengefahr in den Alpen gestiegen. Von den Allgäuer Alpen in Bayern bis zu den französischen Alpen wurde für Sonntag vielerorts große Lawinengefahr ausgerufen - die vierte von fünf Warnstufen. In den Savoyen in Frankreich kamen bei verschiedenen Lawinenabgängen Medienberichten zufolge drei Skifahrer ums Leben.

Zwei der Opfer starben in Val d'Isère wegen einer Lawine abseits der Piste, wie Medien unter Berufung auf eine Mitteilung des Tourismusbüros des Skiorts berichteten. Sie wurden demnach unter 2,5 Metern Schnee verschüttet. Mitglieder ihrer Gruppe, die auf der Piste geblieben seien und auf ihre Rückkehr warteten, alarmierten die Rettungskräfte, hieß es. Diese konnten die Verunglückten jedoch nicht wiederbeleben, nachdem sie sie erreicht hatten. Den Angaben nach konnten die zwei Toten nur dank ihrer Mobiltelefone geortet werden.

Ein dritter Skifahrer starb Berichten zufolge ebenfalls bei einer Lawine abseits der Piste in Arêches-Beaufort, das in der gleichen Gegend liegt. Seine Begleitung kam schwer verletzt ins Krankenhaus, hieß es.

Laut dem Lawinenwarndienst Bayern herrscht in den Allgäuer Alpen oberhalb der Waldgrenze große Gefahr. Darunter besteht erhebliche Gefahr (Stufe 3). Das Hauptproblem sei der sogenannte Triebschnee. Dabei handele es sich um spröde Schneemassen, die vom Wind verfrachtet wurden, hieß es. Lawinen könnten schon bei geringer Belastung oder sogar ohne menschliche Einwirkung abgehen.

Gefahrenstellen selbst für erfahrene Sportler kaum erkennbar

In Österreich müsse auch im Westen Tirols und in Vorarlberg mit solchen spontanen Lawinen gerechnet werden, hieß es von den Warndiensten des Alpenlandes. "Die Gefahrenstellen sind zahlreich und auch für Geübte kaum zu erkennen", so die Tiroler Fachleute, die wie ihre bayerischen Kollegen vor großen Lawinen warnten. "Große Vorsicht und Zurückhaltung sind nötig", hieß es.

Die aktuellen Gefahrenkarten zeigen auch vom Osten bis zum französischsprachigen Westen der Schweiz und weit nach Frankreich hinein ein rotes Band mit hoher Risikostufe. Für Skiwanderer und andere Tiefschnee-Wintersportler seien die Verhältnisse im ungesicherten Gelände abseits der Pisten "sehr kritisch", hieß es vom Schweizer Warndienst SLF.

Die Lawinenlageberichte dient nicht nur Bewohnern alpiner Gebiete, sondern vor allem auch Wintersportlern wie Skitourengehern zur Einschätzung der weißen Gefahr. Er hat fünf Stufen, die von gering über mäßig und erheblich bis zu groß und sehr groß reichen. Auch bei den zwei untersten Stufen ist Vorsicht geboten: Mehr als ein Drittel aller Lawinentoten ist diesen Risikolagen zuzurechnen.

Quelle: ntv.de, lno/dpa

AlpenSchneeExtremwetterLawinenunglücke