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Arabische Großfamilie im Visier Berliner Polizei stürmt Clan-Wohnungen

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SEK-Beamte in Berlin: "Diese Leute machen alles."

picture alliance / Kay Nietfeld/

Die Razzia beginnt in den frühen Morgenstunden: Mit einem Großaufgebot an Einsatzkräften durchsuchen Ermittler in der Hauptstadt Wohnungen einer arabischen Großfamilie. Schwer bewaffnete SEK-Beamte führen die Razzia an.

Mit einer großangelegten Durchsuchungsaktion geht die Polizei in Berlin gegen Strukturen der organisierten Kriminalität vor. Seit 6.00 Uhr morgens würden in den Bezirken Tiergarten und Kreuzberg Objekte von kriminellen Mitgliedern einer arabischen Großfamilie durchsucht, erklärte eine Polizeisprecherin. Zuvor hatte die "Welt" über den Einsatz berichtet. Die Großrazzia stützt sich demnach auf ein Ermittlungsverfahren der Berliner Staatsanwaltschaft. Der Zeitung zufolge geht es unter anderem um Drogen und Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz.

Mitglieder einer arabischen Großfamilie sollen demnach im großen Stil in den Handel mit Kokain verstrickt sein. An der Razzia waren neben der Staatsanwaltschaft und einer Einsatzhundertschaft der Bereitschaftspolizei auch Beamte des Landeskriminalamtes, Drogenspürhunde und zwei Teams eines Spezialeinsatzkommandos (SEK) beteiligt.

Durchsucht wurden nach Informationen des Blattes unter anderem auch Wohnungen von Mitgliedern einer libanesisch-stämmigen Großfamilie. Ziel des Einsatzes soll - neben der Sicherstellung von Beweisen - auch die Verhaftung von zwei Hauptverdächtigen gewesen sein, bei denen es sich nach Informationen der "Welt" um Ibrahim und Ali R. handeln soll. Die beiden Männer sollen eine führende Position innerhalb der Familie R. ausüben.

Bewaffnet und gefährlich

Ermittler gehen davon aus, dass Familienmitglieder den Clan-Verbund nutzten, um im Schutz der Familie ein Netzwerk organisierter Kriminalität aufzubauen und schwere Straftaten zu verüben. Der Großfamilie des Clans R. werden Verbindungen zu zahlreichen Verbrechen nachgesagt. Einzelne Mitglieder des Clans sollen etwa auch mit dem spektakulären Raubzug im Berliner Bode-Museum in Verbindung stehen, bei dem eine 100 Kilogramm schwere Goldmünze entwendet wurde.

Bei der Razzia gingen die Beamten mit aller gebotenen Vorsicht vor: Die Mitglieder des kurdisch-arabischen Clans mit Verbindungen in den Libanon gelten als bewaffnet und gefährlich. "Diese Leute machen alles, was Geld bringt: Drogen- und Waffenhandel und Schutzgelderpressung", zitierte die "Welt" einen Ermittler.

Erst Mitte Juli hatte die Polizei in Berlin im Zuge eines Geldwäscheverfahrens gegen eine Großfamilie 77 Immobilien im Gesamtwert von rund 9,3 Millionen Euro vorläufig beschlagnahmt. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass die Objekte mit Geld aus Straftaten gekauft wurden. Ermittelt wird in diesem Fall gegen 16 Mitglieder einer arabischstämmigen Großfamilie sowie deren Umfeld, die vor allem in Neukölln aktiv sind. Dabei geht es um Geldwäsche. Ob es sich bei der aktuellen Razzia um denselben Clan handelt, sagte die Polizei nicht.

Quelle: n-tv.de, mmo/AFP

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