Panorama

Polizei sucht Unfallursache Berliner Porschefahrer schweigt

124024222.jpg

Die Ermittlungen zu dem tödlichen Unfall in der Berliner Innenstadt dauern an.

(Foto: picture alliance/dpa)

Warum steuert ein Mann seinen Porsche mit hoher Geschwindigkeit auf einen Gehweg und tötet vier Menschen? Diese Frage treibt momentan die Berliner Ermittler um. Weil der 42-jährige Unfallverursacher schweigt, sind die Beamten auf Zeugenaussagen angewiesen.

Nach dem Autounfall mit vier Toten in der Berliner Innenstadt versucht die Polizei weiter den Unfallhergang zu rekonstruieren. Die Beamten haben laut Staatsanwaltschaft bisher keinen Einblick in die Patientenakte des 42-jährigen Fahrers erhalten. Nach dem schweren Unfall vom Freitag hatte es einen Hinweis der Beifahrerin gegeben, dass der Porschefahrer am Steuer einen epileptischen Anfall erlitten habe. Die Staatsanwaltschaft verwies nun darauf, dass die Akte ebenso wie andere Informationen des behandelnden Arztes unter die ärztliche Schweigepflicht falle.

Eine Sprecherin sagte, zudem gebe es nach der Strafprozessordnung ein Beschlagnahmeverbot, das für die ärztlichen Unterlagen gelte. Die Patientenakte dürfe also nur herausgegeben werden, wenn der Patient den Arzt von der Schweigepflicht entbinde oder wenn ein Richter einen Beschlagnahmebeschluss ausstelle. Beides sei nicht geschehen. Der Fahrer, gegen den wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung ermittelt werde, habe sich nicht geäußert, sondern werde von einem Anwalt vertreten. Als Beschuldigter in einem Ermittlungsverfahren darf der Mann schweigen. Das Krankenhaus konnte er inzwischen verlassen.

Bei ihren Ermittlungen ist die Polizei daher auf Zeugenaussagen angewiesen. Es seien Hinweise bei der Polizei eingegangen, denen jetzt nachgegangen werde, sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft. Wie viele Zeugen sich gemeldet hätten, ist nicht bekannt. Auch direkt nach dem Unfall am Freitagabend hätten Zeugen des Geschehens mit der Polizei gesprochen, so die Sprecherin. Deren Aussagen seien oft nur kurz notiert worden, daher würden die Beobachter nun "gründlich nachvernommen".

Mutter muss Tod ihres Kindes mit ansehen

Ebenso werde das bereits bekannte Video, das aus einer Kamera in einem Taxi stammt und den Unfallwagen kurz vor dem Aufprall zeigt, ausgewertet. Weitere Filme oder Fotos seien bisher nicht bei der Polizei eingegangen, sagte die Sprecherin. Die Polizei bat am Dienstag erneut um Fotos, Videos und Hinweise zu dem Unfall. Im Internet wurde dazu eine Seite freigeschaltet. "Der genaue Unfallhergang ist weiterhin unklar", hieß es am Dienstag.

Am Freitagabend fuhr der Porsche Macan des 42-Jährigen, der laut Polizei in Berlin gemeldet ist, auf der Gegenfahrbahn an wartenden Autos vorbei und kam dann von der Straße ab. Der SUV rammte eine Ampel, überfuhr die vier Menschen auf dem Gehweg und durchbrach einen Bauzaun. Unter den Opfern befanden sich ein dreijähriger Junge und seine Großmutter. Diese soll nach Medienberichten aus Hessen stammen und zu Besuch gewesen sein. Die Mutter des Kindes stand daneben und blieb unverletzt. Die beiden weiteren Todesopfer sollen zwei junge Männer aus Spanien und Großbritannien sein. Die Staatsanwaltschaft bestätigte die Herkunft der Opfer nicht.

Quelle: n-tv.de, fzö/dpa

Mehr zum Thema