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Trotz Raubkunstverdacht Bern nimmt Gurlitt-Erbe an

Lange hat das Kunstmuseum Bern das Für und Wider abgewogen - doch nun steht offenbar fest: Das Museum nimmt das Erbe des Kunstsammlers Cornelius Gurlitt an.

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Das Museum ist Alleinerbe.

(Foto: dpa)

Das Kunstmuseum Bern will das umstrittene Erbe des Kunstsammlers Cornelius Gurlitt annehmen. Wie die Deutsche Presse-Agentur in Berlin erfuhr, hat sich das Haus nach gründlicher Prüfung zu dem Schritt entschlossen.

Am Donnerstag hatten der Bund, Bayern und das Museum für den kommenden Montag zu einer gemeinsamen Pressekonferenz in Berlin eingeladen. An der Pressekonferenz nehmen demnach Kulturstaatsministerin Monika Grütters, der bayerische Justizminister Winfried Bausback sowie Christoph Schäublin als Stiftungsratspräsident des Kunstmuseums Bern teil. Das Kunstmuseum Bern wollte ursprünglich am 26. November mitteilen, ob es das mit Raubkunstverdacht behaftete, millionenschwere Erbe des Münchner Kunsthändlersohns Gurlitt annimmt. Die Sammlung (Schwabinger Kunstfund, außerdem Bilder aus einem Haus bei Salzburg) umfasst etwa 1600 Werke. Bei einigen Werken ist nicht auszuschließen, dass es sich um Nazi-Raubkunst handelt.

Das Museum hatte sich mit der Entscheidung viel Zeit gelassen und die gesetzliche Frist zur Annahme des Erbes nahezu völlig ausgeschöpft. Gurlitt, dessen Vater einer von Adolf Hitlers Kunsthändlern war, war am 6. Mai gestorben.

Vor wenigen Tagen hatte ein Gutachten Schlagzeilen gemacht, wonach Gurlitt bei dem Verfassen seines Testaments nicht zurechnungsfähig gewesen sein soll. Seine Cousine Uta Werner, die gesetzliche Erbin gewesen wäre, und weitere Familienmitglieder hatten das Gutachten in Auftrag gegeben. Beim Amtsgericht München, dem zuständigen Nachlassgericht, waren bisher nach Angaben einer Sprecherin aber keine offiziellen Forderungen eingegangen. Der Cousin Dietrich Gurlitt, der wie seine Schwester erbberechtigt gewesen wäre, wenn Bern nicht geerbt hätte, distanzierte sich dagegen von dem Gutachten.

Quelle: n-tv.de, sba/dpa

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