Brand bei MunitionslagernZwei Waldbrände mit Explosionsgefahr fordern die Feuerwehr heraus

Am Hitzewochenende sorgen gleich zwei Brände für besonders gefährliche Großeinsätze der Feuerwehr: Sowohl in Rheinland-Pfalz als auch in Sachsen brennen Wälder, in denen Weltkriegsmunition gelagert ist.
Wegen eines Brandes in einem Waldgebiet läuft ein großer Einsatz in Rheinland-Pfalz. In der Nacht wurden deswegen auch Teile des Ortes Traisen südwestlich von Bad Kreuznach geräumt, wie der Kreis mitteilte. Zunächst brach am Samstagnachmittag ein Waldbrand in einem Steilhang in der Nähe von Traisen aus. Das Feuer breitete sich dem Landkreis zufolge jedoch schnell aus, weil dort auch Kampfmittel wie Munition und Granaten aus dem Zweiten Weltkrieg gelagert sind.
Landrätin Bettina Dickes erklärte, dass sich eine zehn mal zehn Meter Fläche schnell zu einer 200 Meter langen Feuerwand ausgedehnt habe. Dabei kam zunächst auch ein Löschhubschrauber zum Einsatz. Als es zu mehreren Explosionen kam, seien die Löscharbeiten jedoch unverzüglich unterbrochen und der Kampfmittelräumdienst verständigt worden.
In der Folge wurden am späten Samstagabend erst einzelne Gebäude in unmittelbarer Nähe des Waldbrandes geräumt. Anschließend entschieden die etwa 250 Einsatzkräfte, auch mehrere Straßen im nördlichen Teil Traisens zu räumen. Menschen mussten bis 2.00 Uhr in der Nacht Gebäude in einem Radius von einem Kilometer um den Brand verlassen, eine Notunterkunft wurde eingerichtet.
Es bestehe derzeit keine Gefahr für die Häuser im Evakuierungsgebiet, die Räumung erfolge vorsorglich, betonte der Kreis. Der Einsatz läuft noch. Dickes betonte, dass sich das Gelände aber inzwischen kontrolliert "totbrennen" lasse.
Ähnlicher Brand in Sachsen
Nicht so absehbar ist die Lage in der sächsischen Gohrischheide, wo sich ebenfalls am Samstag ein Feuer ausgebreitet und 16 Hektar Fläche abgebrannt hatte. Das Waldgebiet bei Meißen ist ebenfalls munitionsbelastet und die Feuerwehr wegen Explosionsgefahr mit Großaufgebot im Einsatz.
Dem zuständigen Zeithainer Bürgermeister Mirko Pollmer zufolge waren am Morgen noch 200 Feuerwehrleute im Einsatz, die das Feuer auf einem eingeschlossenen Abschnitt zu halten versuchen. Die Befürchtung ist jedoch, dass das Feuer mit steigenden Temperaturen und aufkommendem Wind noch einmal aufflammen könnte.
Weil mehrere Brandherde wegen der gelagerten Altmunition nicht direkt gelöscht werden können, wurden 40 Hektar rund um das Gebiet abgesperrt. Seither löschen zwei Hubschrauber aus der Luft. Zudem ist ein gepanzertes Löschfahrzeug im Einsatz. Im Verlauf des Tages sollen auch weitere Feuerwehrleute dazukommen. Der Bürgermeister geht davon aus, dass der Brand die Einsatzkräfte noch in der Nacht zum Montag beschäftigen werde.
Sowohl in Rheinland-Pfalz als auch in Sachsen blieben die Brandursachen zunächst unklar. Im Gegensatz zu Traisen wurde bei Gohrischheide bislang jedoch niemand evakuiert.