Panorama

Feuerwehreinsatz in Paris Brand von Notre-Dame ist komplett gelöscht

Am frühen Montagabend bricht in der Pariser Kathedrale Notre-Dame ein Feuer aus. Die Flammen zerstören mehrere Teile des jahrhundertealten Bauwerks. Nun ist der Brand im Herzen der französischen Hauptstadt vollständig gelöscht.

Das Feuer in der Pariser Kathedrale Notre-Dame ist komplett gelöscht. "Das ganze Feuer ist aus", sagte der Sprecher der Feuerwehr, Gabriel Plus. Nun beginne die Phase der Begutachtung. Man habe die ganze Nacht über sichergestellt, dass das Feuer nicht wieder ausbricht und die Gebäudestrukturen überwacht. Rund hundert Feuerwehrleute bleiben demnach weiter im Einsatz, um die Bausubstanz zu überwachen und eventuelle Brandnester zu löschen. Die Gebäudestruktur soll nun auch mit Lasertechnik untersucht werden.

Das Feuer war am Montagabend in der weltberühmten Kathedrale im Herzen von Paris ausgebrochen und hatte sich rasend schnell auf einer Fläche von rund 1000 Quadratmetern ausgebreitet. Die Flammen verwüsteten den Sakralbau, der Dachstuhl stand lichterloh in Flammen. Das genaue Ausmaß der Zerstörungen ist noch nicht bekannt.

Die Feuerwehr war während des Brandes in großer Sorge um die beiden Türme des massiven Baus. Priorität der Arbeiten sei es gewesen, die Struktur der beiden Türme zu schützen, sagte Sprecher Plus. Die Befürchtung sei gewesen, dass die Konstruktion der Türme geschwächt würde und die tonnenschweren Glocken abstürzen könnten. Zu Beginn der Löscharbeiten sei es nicht übereilt gewesen, einen Zusammenbruch der Strukturen zu bedenken.

Drei Verletzte

Eine große Herausforderung für die Arbeiten sei die Sicherung der religiösen und künstlerischen Schätze gewesen. Das sei laut Frankreichs Kulturminister Franck Riester größtenteils gelungen. Die für Katholiken sehr wertvolle Dornenkrone und andere Gegenstände seien im Pariser Rathaus untergebracht worden, sagte Riester dem Sender LCI.

Bei dem Brand sind nach ersten Erkenntnissen drei Menschen verletzt worden. Dabei handele es sich um zwei Polizisten und einen Feuerwehrmann, teilte die Feuerwehr mit. Experten und Architekten wollen darüber beraten, wie die Feuerwehr ihre Arbeit fortsetzen kann und ob die Kathedrale stabil ist, so der Staatssekretär im Innenministerium, Laurent Nuñez, im Sender BFM TV.

Die Ursache für den Brand ist weiter unklar. Nach Einschätzung der Staatsanwaltschaft könnte das Feuer mit Arbeiten am Dach der Kathedrale im Zusammenhang stehen, wo Baugerüste installiert waren. Sie leitete Ermittlungen wegen unbeabsichtigter Zerstörung durch Feuer ein und befragte Bauarbeiter. Von Brandstiftung ist bislang nicht die Rede.

Millionenspenden binnen Stunden

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hatte am Abend erklärt, das Schlimmste sei verhindert worden. "Wir werden Notre-Dame wieder aufbauen", sagte er. Das sei es, "was die Franzosen erwarten". Eine internationale Geberkonferenz soll nach dem Brand Geld für den angestrebten Wiederaufbau sammeln. Einen entsprechenden Vorschlag verkündete die Bürgermeisterin von Paris, Anne Hidalgo, bei Twitter. Sie wolle die Spenderkonferenz im Rathaus von Paris veranstalten, um die notwendigen Mittel für den Wiederaufbau der Kathedrale zusammenzubekommen.

Erste Großspender können Hidalgo und Macron bereits auf der Haben-Seite buchen: Die Familie des französischen Unternehmers und Milliardärs Bernard Arnault kündigte über Arnaults Luxuslabel LVMH an, sich mit 200 Millionen Euro an der Rekonstruktion beteiligen zu wollen. Zuvor hatte bereits die französische Milliardärsfamilie Pinault 100 Millionen Euro für den Wiederaufbau versprochen. Die superreichen Franzosen Arnault und Pinault sind als Kunstliebhaber, Mäzene und Konkurrenten bekannt.

*Datenschutz

Quelle: n-tv.de, cri/dpa/AFP

Mehr zum Thema