Panorama

Journalist in Brasilien ermordet Verdächtiger führt Polizei zu Leichenversteck

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Der Verdächtige führte die Polizei dorthin, wo die Männer begraben wurden.

(Foto: dpa)

Im Fall der im Amazonasgebiet vermissten Männer bestätigen sich die schlimmsten Befürchtungen. Der britische Journalist und sein einheimischer Begleiter sind tot. Jetzt werden auch die Leichen gefunden, nach dem Hinweis eines Verdächtigen.

Einer der Verdächtigen im Fall des vermissten britischen Journalisten Dom Phillips und des Indigenen-Experten Bruno Pereira hat gestanden, deren Leichen im Amazonas-Regenwald Brasiliens vergraben zu haben. Der Verdächtige, der bereits vergangene Woche verhaftet worden war, "erzählte detailliert von dem begangenen Verbrechen und nannte den Ort, an dem er die Leichen vergraben hatte", sagte der Leiter der Bundespolizei im Bundesstaat Amazonas, Eduardo Alexandre Fontes.

Demnach hat der Verdächtige die Leichen an einem "sehr schwer zugänglichen" Ort im Regenwald vergraben. Kurz vor der Pressekonferenz der Bundespolizei hatte bereits der brasilianische Justizminister Anderson Torres auf Twitter den Fund "menschlicher Überreste" bekannt gegeben. Der Verdächtige hatte die Ermittler selbst am Mittwoch zu dem Ort geführt, an dem er die Leichen vergraben hatte.

"Aufgrund des Geständnisses und des Fundortes besteht eine gute Chance", dass es sich bei den Leichen um die von Phillips und Pereira handelt, "aber wir werden erst nach den Identifizierungstests Gewissheit haben", sagte Fontes. Zu den genauen Todesumständen der beiden Vermissten wollte sich der Polizeibeamte zunächst nicht äußern. "Es gab eine Konfrontation", sagte Fontes. "Im Prinzip", sage der Verdächtige, seien die Vermissten "durch eine Schusswaffe getötet worden".

Phillips Frau Alessandra Sampaio sagte, dass dies ein "tragisches Ergebnis" sei, das "der Qual des Nichtwissens über den Verbleib von Dom und Bruno ein Ende setzt". Sie fügte hinzu: "Heute beginnt unsere Reise auf der Suche nach Gerechtigkeit." Sie hoffe, dass die weiteren Ermittlungen zum Motiv und der genauen Rolle des Verdächtigen beim Tod der beiden Männer "endgültige Antworten liefern" könnten.

Hinweise auf dritten Beteiligten

Der 57-jährige Phillips, der als freier Journalist regelmäßig für den britischen "Guardian" geschrieben hatte, hatte zusammen mit Pereira, einem Experten für indigene Völker, im Javari-Tal für ein Buch über Gewalt gegen Indigene und einen nachhaltigen Schutz des Regenwalds recherchiert. Die beiden Männer wurden zuletzt am 5. Juni in einem Boot auf dem Fluss Itaquai gesehen. In der Region, die an Peru und Kolumbien grenzt, sind Goldgräber, Wilderer und Drogenbanden aktiv.

Die Polizei hatte am 7. Juni den nun geständigen Verdächtigen verhaftet, der laut Zeugen das Boot von Phillips und Pereira verfolgte. Im Boot dieses Verdächtigen wurden später Blutspuren entdeckt. In der Nähe von dessen Haus fanden die Ermittler auch persönliche Gegenstände wie Kleidung der Vermissten. Am Dienstag hatte die Polizei dann einen weiteren Mann festgenommen. Obwohl dieser laut Fontes bestritt, an der Tat beteiligt zu sein, "haben wir Beweise gegen ihn". Fontes zufolge hat die Polizei zudem "Hinweise" auf einen dritten Beteiligten.

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Der rechtsextreme brasilianische Präsident Jair Bolsonaro, der die Ausbeutung indigener Reservate im Amazonasgebiet durch Bergbau und Landwirtschaft befürwortet, ist für seine Kommentare zum Verschwinden der beiden Männer stark kritisiert worden. Er hatte die Expedition der beiden Männer als "zwielichtiges Abenteuer" bezeichnet.

Am Mittwoch sagte er zudem in einem Interview, Phillips sei im Amazonasgebiet "schlecht angesehen", weil er "viele Reportagen gegen Goldgräber, über die Umwelt" geschrieben habe. "In dieser sehr abgelegenen Region mochten ihn viele Menschen nicht. Er hätte doppelt vorsichtig sein müssen", sagte Bolsonaro weiter. "Dort gibt es Piraten auf dem Fluss, es ist leichtsinnig, dort unbewaffnet herumzulaufen."

(Dieser Artikel wurde am Donnerstag, 16. Juni 2022 erstmals veröffentlicht.)

Quelle: ntv.de, sba/AFP

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