Panorama

Wegen Coronavirus British Airways setzt Flüge nach China aus

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In London werden keine British-Airways-Maschinen in Richtung China mehr starten.

(Foto: imago images/Alexander Ludger)

British Airways stellt die Buchung von direkten Flügen von London nach China ein. Alle Verbindungen werden mit sofortiger Wirkung gestoppt. Andere Fluggesellschaften setzen im Kampf gegen den Coronavirus zunächst auf Hygienemaßnahmen.

Die britische Fluggesellschaft British Airways setzt wegen der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus in China alle ihre Flüge in die Volksrepublik und von dort nach Großbritannien aus. Das gelte ab sofort, teilte die Airline mit. Sie verwies auf die Reisehinweise des britischen Außenministeriums für China. "Die Sicherheit unserer Kunden und unserer Besatzung hat immer Priorität", hieß es. Die Airline bietet täglich Flüge von London-Heathrow nach Peking und Schanghai an.

Die USA halten den Flugverkehr zwischen China und den Vereinigten Staaten zunächst weiter aufrecht. Es werde auf täglicher Basis entschieden, ob die Flüge ausgesetzt werden, gab das US-Präsidialamt in Washington bekannt. Auch die Deutsche Lufthansa wartet noch ab. Ein Firmensprecher sagte, dass nach aktuellem Stand alle Flüge von und nach China stattfänden.

Andere Fluglinien fahren zum Schutz der Besatzungen gegen eine Ansteckung Teile ihres Service herunter, um den Kontakt mit Passagieren möglichst zu vermeiden. So bittet etwa China Airlines in Taiwan ihre Kunden darum, ihre eigenen Trinkflaschen mitzubringen. Mandarin Airlines gibt seit Montag weder warme Mahlzeiten noch Decken, Kissen und Zeitschriften aus. Thai Airways setzt verstärkt auf die Desinfektion von Touchscreens. Andere Fluggesellschaften - darunter Singapore Airlines und Cathay Pacific Airways aus Hongkong - gestatten es der Besatzung, auf China-Flügen Masken zu tragen, während American Airlines Händedesinfektionstücher bereitstellt.

Dort stieg die Zahl der bestätigten Erkrankungen um 1459 neue Fälle auf mehr als 6000 - damit sind mehr Menschen erkrankt als während der Sars-Epidemie der Jahre 2002 und 2003. Weitere 26 Patienten starben. So legte die Zahl der Todesfälle auf 132 zu. Bei den Todesfällen handelt es sich meist um ältere Patienten mit Vorerkrankungen. Während es außerhalb der Volksrepublik etwas mehr als 80 nachgewiesene Infektionen gibt, zählte die Gesundheitskommission in Peking rund 5950 Patienten. Es gibt fast 10.000 weitere Verdachtsfälle in China.

90 Deutsche in Wuhan

Außerhalb der Volksrepublik gibt es unter anderem auch in Thailand, Japan, Singapur, Malaysia, den USA, Australien oder auch Südkorea Erkrankte mit dem neuen Virus. In Europa wurden auch in Deutschland und Frankreich jeweils vier Fälle bestätigt. Die meisten Erkrankten waren vorher in China. Allerdings gibt es zunehmend auch Infektionen, die außerhalb im Kontakt mit Reisenden aus China passiert sind - etwa zuletzt in Japan und in Taiwan. So hat die Regierung in Peking seinen Staatsbürgern angeraten, Reisen ins Ausland vorerst zu verschieben.

*Datenschutz

Japan begann damit, erste Landsleute aus dem Gebiet zurückzuholen. Eine Chartermaschine mit 206 Menschen aus Wuhan landete in Tokio. Die Insassen benutzten nicht den normalen Flugterminal für reguläre Passagiere, sondern wurden in einem Spezialbus in eine medizinische Einrichtung gebracht. Weitere Flüge sollen folgen, da rund 650 Japaner zurück wollen. Auch Deutschland und andere Länder wie die USA, Südkorea oder auch Indien erwägen oder planen bereits konkret ähnliche Rückholaktionen. In der besonders betroffenen Stadt Wuhan gibt es rund 90 Deutsche. Wie viele von ihnen nach Deutschland ausfliegen wollen, ist unklar.

Quelle: ntv.de, ftü/dpa/rts