Bund: Sicherheit geht vor30.000 deutsche Touristen stranden wegen des Iran-Kriegs
Angesichts vieler Toter und Verletzter im Nahen Osten mag es eine Petitesse sein, aber aufgrund des Iran-Kriegs sind derzeit etwa 30.000 deutsche Touristen gestrandet. Da viele Airlines und Flughäfen ihren Betrieb weiterhin einschränken, wird sich daran so schnell nichts ändern.
Angesichts zahlreicher in Nahost festsitzender Reisender hat die Vorsitzende des Tourismusausschusses im Bundestag, Anja Karliczek, deren Schutz in den Mittelpunkt gestellt. "Die Sicherheit der in der Krisenregion gestrandeten Urlauber und Reisenden hat für uns natürlich höchste Priorität", sagte die CDU-Politikerin.
Israel und die USA hatten am Samstagmorgen Luft- und Raketenangriffe auf Ziele im Iran begonnen. Teheran reagierte mit Angriffen auf Israel sowie auf Ziele in der Golfregion. Infolge der Eskalation sitzen viele Reisende im Nahen Osten fest. Nach Angaben des Deutschen Reiseverbands (DRV) sind aktuell rund 30.000 Kunden deutscher Veranstalter betroffen.
Karliczek zeigte sich zuversichtlich, dass Behörden und Tourismuswirtschaft nach einer schnellen Analyse der Lage die nötigen Schritte einleiten werden. "Dann hoffen wir alle, dass den festsitzenden Urlaubern in der Krisenregion schnell die Ausreise über reguläre und sichere Wege möglich sein wird", sagte sie.
Allerdings meldet der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft BDL erhebliche Einschränkungen im Luftverkehr. Lufträume seien kurzfristig gesperrt, Flugpläne müssten angepasst oder Verbindungen gestrichen werden, teilt der BDL mit. "Die Lage ist äußerst dynamisch und schwer vorhersehbar", erklärt BDL-Hauptgeschäftsführer Joachim Lang. Auch er erklärte, dass die Sicherheit von Passagieren und Besatzungen im Mittelpunkt stünde.
Lufthansa meidet Nahen Osten
Die Airlines stimmten sich eng mit nationalen und internationalen Behörden ab. Ziel sei es, Fluggäste so schnell wie möglich umzubuchen oder sichere Alternativen bereitzustellen. "Wir empfehlen betroffenen Passagieren, sich auf den Websites ihrer Airlines über den jeweiligen Flugstatus zu informieren."
Die Lufthansa meidet wegen des Iran-Kriegs den Nahen Osten weitgehend. Bis einschließlich 8. März werde der Luftraum über Israel, Libanon, Jordanien und Irak nicht von den Airlines der Lufthansa-Gruppe genutzt, teilte die größte deutsche Fluggesellschaft in Frankfurt mit. Auch Qatar, Kuweit, Bahrain, Dammam und Iran seien von dieser Vorsichtsmaßnahme betroffen. Zudem werde der Luftraum der Vereinigten Arabischen Emirate bis einschließlich 4. März nicht genutzt.
Flüge zu Zielen im Nahen Osten nimmt die Lufthansa - wie teils bereits verkündet - weitgehend aus ihrem Programm. So setzen die Airlines des Konzerns Verbindungen nach Tel Aviv (Israel), Beirut (Libanon), Amman (Jordanien), Erbil (Irak), Dammam (Saudi Arabien) und Teheran (Iran) bis 8. März aus. Das gelte auch für Flüge von und nach Dubai und Abu Dhabi bis einschließlich 4. März.
So teilte auch die jordanische Zivilluftfahrtbehörde mit, dass der Luftraum des Landes bis auf Weiteres täglich von 18 Uhr bis 9 Uhr für alle Flugzeuge gesperrt wird, berichtet Al-Dschasira.
Majed al-Ansari, Sprecher des Außenministeriums von Katar, teilte zudem mit, dass der Internationale Flughafen des Landes von Iran attackiert wurde. Die Angriffe konnten aber abgewehrt werden. Ethihad Airways teilte zudem mit, dass die Airline alle Flüge von und nach Abu Dhabi zunächst bis Dienstagnachmittag aussetzt.
