Panorama

Merkel wirbt für Schulschließung Bund und Länder arbeiten an Lockdown-Verlängerung

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Die Maske bleibt: Kanzlerin Merkel und die Ministerpräsidenten legen am 5. Januar fest, bis wann der Lockdown verlängert wird.

(Foto: picture alliance/dpa/dpa-Pool)

Hohe Infektionsdynamik, viele Tote: In Deutschland läuft alles auf einen verlängerten Lockdown hinaus. Insider sprechen vom 24. oder 31. Januar. Allerdings gibt es Streit beim Thema Schule. Das Kanzleramt plädiert wohl derzeit fürs Zusperren, während einige Länder sich dagegen wehren.

Bund und Länder steuern nach Informationen aus Verhandlungskreisen auf die erwartete Verlängerung von Corona-Maßnahmen ab dem 10. Januar zu. In einer Schalte zwischen Kanzleramtschef Helge Braun und den Staatskanzleichefs der 16 Bundesländer habe es allerdings sehr unterschiedliche Vorstellungen gegeben, welche der Beschränkungen fortgesetzt werden müssten und welche nicht, hieß es aus Verhandlungskreisen gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. Zuvor hatte die "Bild"-Zeitung berichtet, dass es eine Verlängerung bis zum 24. oder 31. Januar geben solle.

Aus mehreren Quellen hieß es, dass die Schalte vor allem klären sollte, über welche Themen Kanzlerin Angela Merkel und die 16 Ministerpräsidenten am 5. Januar überhaupt reden müssten. Es gehe bei diesen Arbeitssitzungen nicht um Festlegungen. Allerdings habe Einigkeit bestanden, dass die Zahl der Corona-Neuinfektionen immer noch viel zu hoch sei, hieß es weiter. Zuvor hatten bereits etliche Ministerpräsidenten öffentlich angekündigt, dass sie mit einem verlängerten Lockdown rechneten. Zu diesem gehören derzeit die Schließung von Gastronomie, Kultureinrichtungen, Geschäften und Schulen.

Entscheidung fällt am 5. Januar

Merkel und die Ministerpräsidenten müssen am 5. Januar über das weitere Vorgehen nach dem 10. Januar entscheiden. Aus rechtlichen Gründen können einschneidende Corona-Einschränkungen immer nur für vier Wochen verhängt werden. Am 4. Januar soll es zuvor eine Chefrunde mit den Ministerpräsidenten geben, zu der Experten wie der Virologe Christian Drosten, RKI-Präsident Lothar Wieler, die Max-Planck-Forscherin Viola Priesemann, Charité-Chef Heyo Kroemer sowie Michael Meyer-Hermann, Forscher am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung, eingeladen werden sollen, sagten Insider weiter.

Hintergrund ist, dass strittig ist, von welchen Bereichen die größten Corona-Ansteckungsgefahren ausgehen. Etliche Kultusminister dringen etwa auf eine Wiedereröffnung der Schulen. Nach Informationen der "Bild"-Zeitung dringt das Kanzleramt darauf, die Schulen über den 10. Januar hinaus zu schließen.

Zuvor hatte eine Studie aus Hamburg für Aufregung gesorgt: Das Gesundheitsamt der Hansestadt hatte einen Corona-Ausbruch untersucht, bei dem ein einziger Überträger für viele Ansteckungen innerhalb der Schule verantwortlich gewesen sei. Das gibt Kritikern recht, die daran zweifeln, dass das Infektionsgeschehen die Schulen verschont.

Quelle: ntv.de, mau/rts

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