Panorama

Urlaubs-Sperre für 130 Länder? CDU-Politiker fordern Verbot von Risikoreisen

Wer ab Samstag aus einem Corona-Risikogebiet nach Deutschland zurückkehrt, muss sich testen lassen - oder in Quarantäne. Der Wirtschaftsrat der CDU findet das inkonsequent. Risiko-Reisen, etwa nach Nordspanien oder an die türkische Küste, sollten gleich verboten werden.

Der CDU-Wirtschaftsrat hat ein Verbot von Reisen in Corona-Risikogebiete gefordert. Das "Reiserecht" könne nicht höher bewertet werden als die Rechte von Millionen Deutschen, denen ein erneuter Lockdown drohen könnte, sagte der Generalsekretär des Wirtschaftsrats, Wolfgang Steiger, der "Bild"-Zeitung. Deshalb müssten Reisen in Risikogebiete "konsequenterweise" untersagt werden.

Einen erneuten Lockdown mit Betriebs- und Schulschließungen werde sich Deutschland "nur unter erheblichsten Schwierigkeiten noch mal leisten können", warnte Steiger. Dies müsse allen klar sein. Deshalb erwarte er von der Politik "mehr vorausschauendes Handeln".

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn von der CDU hatte bekannt gegeben, dass Rückkehrer aus Corona-Risikogebieten sich ab Samstag bei der Einreise nach Deutschland auf das Virus testen lassen müssen. Alternativ kann ein negatives Testergebnis vorgelegt werden, das nicht mehr als zwei Tage alt ist. Rückkehrer aus Risikogebieten ohne negativen Corona-Test müssen sich für zwei Wochen in Quarantäne begeben - eine Vorschrift, die schon bislang galt.

Als Risikogebiete eingestuft sind 130 der weltweit knapp 200 Staaten von Ägypten über Russland bis zu den USA. Innerhalb der EU hat das Robert-Koch-Institut Luxemburg, die belgische Region Antwerpen und die nordspanischen Regionen Aragón, Katalonien und Navarra als Risikogebiet ausgewiesen. Auch mehrere europäische Staaten außerhalb der EU sind als Risikogebiete eingestuft. Ebenso sind die vier türkischen Küstenprovinzen, für die inzwischen keine Reisewarnung des Auswärtigen Amts mehr gilt, weiterhin als Risikogebiete ausgewiesen.

Quelle: ntv.de, mra/AFP/dpa