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Entwarnung nach Lungenentzündung Dalai Lama liegt im Krankenhaus

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Der Gesundheitszustand des 83-Jährigen sei stabil, sagte ein Mitarbeiter. "Er ruht sich für einige Tage aus."

(Foto: picture alliance/dpa)

Der Dalai Lama liegt mit einer leichten Lungenentzündung im Krankenhaus. Der 83-Jährige bleibt dort vorerst zur Beobachtung. Das religiöse Oberhaupt der Tibeter sorgt sich, dass die chinesische Führung nach seinem Tod einen loyalen Nachfolger suchen könnte.

Der Dalai Lama ist mit einer leichten Lungenentzündung in ein Krankenhaus in Neu-Delhi gekommen. Sein Sekretär, Tseten Chhoekyapa, sagte, der Dalai Lama sei am Dienstag in die Max-Klinik in der indischen Hauptstadt gebracht worden. Er werde das Krankenhaus aber bald wieder verlassen können. Dem 83-Jährigen gehe es gut, wegen seines hohen Alters müsse er aber vorsichtig sein, sagte Chhoekyapa.

Nach Auftritten in der vergangenen Woche in Neu Delhi war das religiöse Oberhaupt der Tibeter erst kürzlich nach Dharamsala im Norden zurückgekehrt, wo er im Exil lebt. Am Dienstag sei er wieder nach Neu Delhi zurückgeflogen, um sich wegen einer Erkältung in der Klinik untersuchen zu lassen. Er bleibe dort zunächst unter Beobachtung, sagte Chhoekyapa.

Ein weiterer Mitarbeiter, der Vertreter des Dalai Lama in den USA, Ngodup Tsering, sagte, der Gesundheitszustand des 83-Jährigen sei stabil. Der Dalai Lama habe unter "leichtem Husten" gelitten. "Der Arzt sagte, es gebe nichts, worüber man sich Sorgen machen muss. Es ist nicht so schlimm", sagte Tsering. Er ließ offen, ob der Dalai Lama länger im Krankenhaus bleiben müsse. "Er ruht sich für einige Tage aus."

Dalai Lama hofft auf Wandel in China

Seit seiner Flucht vor der chinesischen Herrschaft über Tibet vor 60 Jahren lebt der Dalai Lama in Indien. Der 83-Jährige ist ein weltweit beliebter Gesprächspartner von Staats- und Regierungschefs, allerdings gab es seit 2016 keine Treffen mehr. Viele Regierungen fürchten den Zorn Pekings nach Treffen mit dem Oberhaupt der Tibeter. Seine politische Rolle hat der Dalai Lama inzwischen offiziell aufgegeben. Er strebt nicht die Unabhängigkeit Tibets, jedoch eine größere Autonomie an. Peking unterstellt dem Dalai Lama aber, Tibet von China abspalten zu wollen.

Bei der Veranstaltung in Neu Delhi vergangene Woche, auf der es um soziale, emotionale und ethische Bildung ging, hatte der Religionsführer auch über sein Alter und seine Wiedergeburt gesprochen, an die Tibeter glauben. "Wenn ich weitere zehn, 15 Jahre lebe, wird sich die politische Lage in China ändern", meinte der Dalai Lama. "Aber wenn ich in den nächsten paar Jahren sterbe, wird die chinesische Regierung demonstrieren, dass die Wiedergeburt in China stattfinden muss." Er äußerte damit seine Sorge, dass am Ende die kommunistische Führung seinen Nachfolger aussuchen wird, so dass dieser dann loyal zu Peking stehen würde.

Quelle: n-tv.de, aeh/AFP/dpa

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