Panorama

Bericht zu Motiv des Amokläufers David Ali S. wurde jahrelang gemobbt

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Acht Monate nach dem blutigen Amoklauf in München sind die Ermittlungen dazu abgeschlossen.

(Foto: dpa)

Was trieb den 18-jährigen David Ali S. zu seinem blutigen Amoklauf? Acht Monate nach der Gewalttat in einem Münchner Einkaufszentrum legen die Ermittler den Abschlussbericht vor. Darin geht es vor allem um das Motiv des Jugendlichen.

Das Motiv für den Münchner Amoklauf vom vergangenen Juli mit zehn Toten ist den Ermittlern zufolge Mobbing gewesen. Der Amokschütze David S. sei "über Jahre hinweg" von seinen Mitschülern gemobbt worden, erklären die Ermittler in ihrem Abschlussbericht zu der Tat. Insbesondere habe er einen Hass auf Angehörige südosteuropäischer Bevölkerungsgruppen entwickelt - viele der Opfer stammten aus diesem Kreis.

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David Ali S. wollte sich für jahrelanges Mobbing rächen.

Oberstaatsanwalt Hans Kornprobst sagte, trotz des Fremdenhasses von David S. sei "nicht davon auszugehen, dass er die Tat selbst aus politischen Gründen verübte". Der 18-Jährige habe zwar eine Bevölkerungsgruppe treffen wollen, die seinem Feindbild entsprochen habe - auch habe er teils nationalsozialistische Parolen oder Symbole benutzt. Aber dennoch hätten sich keine Hinweise darauf ergeben, dass er die Opfer gezielt ausgewählt hat, sagte Kornprobst.

Weder Eltern noch Ärzte oder Lehrer hätten die Tat ahnen können, heißt es in dem Abschlussbericht weiter. Selbst die Schießübungen des Schülers im Keller des Wohnhauses blieben unentdeckt - obwohl er insgesamt 107 Schüsse abgab. Ein Gutachten habe demnach erwiesen, dass die Schüsse im Haus oder draußen tatsächlich nicht zu hören waren.

Anklage gegen Waffenhändler

David S. habe zudem als Einzeltäter gehandelt. Dritte seien weder in die Tatpläne eingeweiht noch an der Ausführung beteiligt gewesen. "David S. hat die Tat allein geplant und allein durchgeführt", sagte der Oberstaatsanwalt. Als Einziger soll im Zusammenhang mit der Tat der Verkäufer der Waffe zur Verantwortung gezogen werden. Gegen den 32-Jährigen wurde Anklage unter anderem wegen fahrlässiger Tötung in neun Fällen erhoben.

Der 18 Jahre alte Amokläufer hatte am 22. Juli 2016 in München am Olympia-Einkaufszentrum neun Menschen und anschließend sich selbst erschossen, außerdem verletzte er vier weitere Menschen.

Quelle: n-tv.de, dsi/jug/dpa/AFP

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