Panorama

Eine Wetterbilanz Der August reißt den Sommer raus

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Der August bescherte Deutschland eine Hitzewelle, die eigentlich nur mit Abkühlung durchzustehen war.

(Foto: dpa)

Urlauber im Juni und Juli konnten richtig Pech haben: Sie erlebten mitunter nicht einen wirklichen Sommertag. Wer erst im August verreiste, konnte dagegen die Hitzewelle mitnehmen - oder Unwetter. Die Bilanz eines Sommers, der erst spät so richtig in Fahrt kam.

Mit dem September beginnt meteorologisch gesehen bereits der Herbst. Und mit dem August verabschieden wir einen Sommer, der im Juni und Juli zunächst noch recht gewöhnlich loslegte, um dann doch noch einen heißen Endspurt hinzulegen. Vor allem im Norden Deutschlands gab es Dauerhitze auf Rekordniveau.

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Nach der Hitze kam die Abkühlung im August.

(Foto: dpa)

Damit hätte es für den wärmsten August seit Beginn der Wetteraufzeichnungen locker gereicht - zwischenzeitlich war der Monat schließlich rund fünf Grad wärmer als der langjährige Durchschnitt. Doch dann kam das Ende der Hitze, mit Tiefdruckeinfluss und enormen Regenmengen und Unwettern in den Alpen, womit der Durchschnitt drastisch gedrückt wurde. Übrig blieben für den August 2020 noch etwa 3,5 Grad an Temperaturüberschuss.

Der Rekord von 2003 wurde somit nicht gebrochen: Damals kletterten die August-Temperaturen auf 4 Grad über den Durchschnitt. 2020 reiht sich aber dahinter ein, mit dem zweitwärmsten August seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Knapp auf die Plätze verwiesen werden der August 2015 und der August 2018, die beide auf ein Plus von 3,3 Grad über dem langjährigen Mittelwert kommen.

Ausgeglichene Regenbilanz - je nach Region

Schaut man auf die Monate im Einzelnen, so ergibt sich am Ende folgendes Bild:

  • Die Durchschnittstemperatur im Juni 2020 lag 1,5 Grad, im Juli 0,8 Grad (im Norden -0,5 Grad) und im August circa 3,5 Grad über dem Mittelwert.
  • Im Landesdurchschnitt gab es im Juni 9 Sommertage, im Juli 11 und im August 17 - insgesamt also 37 Tage, an denen die Tageshöchsttemperatur mindestens bei 25 Grad lag.
  • Das zeigt deutlich, dass der August den Sommer temperaturmäßig gerettet hat. Zum Vergleich: Im Sommer 2019 gab es im Schnitt 48, im Sommer 2018 sogar 51 Sommertage.
  • Der Sommer 2020 war insgesamt 2 Grad zu warm - 2018 und 2019 lag dieser Wert noch bei 3 Grad.

Beim Regen gilt: Auf den letzten Metern brachte die Unwetterlage im Süden und Osten nochmals viele Niederschläge, sodass die Regenbilanz deutschlandweit betrachtet ziemlich ausgeglichen ist.

Allerdings gab es große Unterschiede in der Verteilung, wie der Blick auf den August 2020 deutlich unterstreicht. So fielen in dem Monat in Köln beispielsweise rund 110 Liter pro Quadratmeter. Düsseldorf - kaum 50 Kilometer entfernt - bekam nur 45 Liter ab, andere Teile des Niederrheins keine 20 Liter. Im Süden Bayerns fielen im August hingegen mehr als 300 Liter Regen pro Quadratmeter. Hier spielt die Trockenheit der Böden im Vergleich zu vielen anderen Landesteilen also keine Rolle. Zumal es auch schon vor der Hitzewelle viel Regen und eine Hochwasserlage gab.

Urlaub - zur falschen Zeit, am falschen Ort

Die Gesamtsituation ist damit nicht so dramatisch wie in den Vorjahren. 2019 wurden 72 Prozent des Regensolls erreicht, 2018 sogar nur 55 Prozent. In diesem Jahr sind es zwischen 90 und 100 Prozent. Allerdings sorgt die Trockenheit der Vorjahre sowie ein sehr trockenes Frühjahr in diesem Jahr (vor allem im April und Mai) nach wie vor für teils enorme Probleme in der Land- und Forstwirtschaft.

Der Sommer 2020 war im Juni und Juli ziemlich durchschnittlich - eine Seltenheit in Zeiten des Klimawandels. Pech hatte, wer in den beiden Monaten seinen Sommerurlaub in Norddeutschland verbrachte. Zum Teil gab es da nicht einen Sommertag über 25 Grad, ganz zu schweigen von Hitzetagen jenseits der 30 Grad. Erst der August brachte deutschlandweit eine massive Hitzewelle, die im Norden sogar die längste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen war.

Dank des letzten Sommermonats hinterlässt die Saison 2020 doch noch einen bleibenden Eindruck und geht mit dem zweitwärmsten August in die meteorologischen Geschichtsbücher ein.

Quelle: ntv.de