Panorama

Impfdaten zur Klinik-Lage Deutlich mehr Ungeimpfte bekommen Covid-19

Eine Pflegekraft geht auf einer Intensivstation über den Flur. Foto: Fabian Strauch/dpa/Symbolbild

Unter den nicht gegen Covid-19 Geimpften ist der Anteil der schwer Erkrankten deutlich höher.

(Foto: Fabian Strauch/dpa/Symbolbild)

Mit der vierten Corona-Welle füllen sich die deutschen Krankenhäuser mit Covid-19-Patienten. Anteilig sind davon wesentlich mehr Ungeimpfte als Geimpfte betroffen: Die Hospitalisierungsrate liegt bei Ungeimpften in allen Altersgruppen um ein Vielfaches höher.

In einigen Regionen Deutschlands geraten die Kliniken an ihre Grenzen. Wie aus dem aktuellen Wochenbericht des Robert-Koch-Instituts (RKI) hervorgeht, ist der Anteil an Covid-19-Patienten bei den Ungeimpften jedoch deutlich höher als bei Geimpften. In der Altersgruppe der über 60-Jährigen etwa lagen in der Woche vom 15. bis 21. November rund 34 von 100.000 Ungeimpften mit Covid-19 im Krankenhaus - etwa fünfmal mehr als bei den Geimpften. In der Altersgruppe der 18- bis 59-Jährigen lag die Hospitalisierungsrate bei Ungeimpften rund sechsmal höher als bei Geimpften. Das RKI betonte, dass nur bei etwa zwei Dritteln aller Patienten ausreichende Angaben zum Impfstatus vorlagen.

CoronavirusHospitalisierungen nach Impfstatus

Ein ähnliches Bild zeigte sich in derselben Woche bei allen symptomatischen Covid-19-Fällen: Laut RKI lag die Inzidenz bei der Gruppe der 18 bis 59 Jahre alten Bundesbürger ohne Impfschutz bei 250 und damit mehr als doppelt so hoch wie bei Geimpften. Bei den über 60-Jährigen war die Inzidenz mit rund 135 ebenfalls mehr als doppelt so hoch. Noch deutlicher ist der Unterschied in der Altersgruppe von 12 bis 17 Jahren: Bei den Ungeimpften lag die Inzidenz bei 380 und damit fast zehnmal so hoch wie unter den Geimpften. Allerdings wird in dieser Altersgruppe im Rahmen der Schulen deutlich mehr getestet, womit deutlich mehr Corona-Fälle erkannt werden.

CoronavirusSymptomatische Erkrankungen nach Impfstatus

Da die Covid-19-Impfung keinen hundertprozentigen Schutz vor einer Erkrankung bietet, kommt es immer wieder zu sogenannten Impfdurchbrüchen, bei denen es sich um eine Infektion mit Symptomen nach einer vollständigen Impfung handelt. Das RKI hat seit Beginn der Impfkampagne bisher rund 312.500 Impfdurchbrüche erfasst.

Anhand dieser Daten schätzt das RKI unter Berücksichtigung der Impfquote regelmäßig die aktuelle Wirksamkeit der Corona-Impfung. Deren Schutzwirkung vor eine symptomatischen Erkrankung in der Altersgruppe von 12 bis 17 Jahren liegt demnach zuletzt bei etwa 90 Prozent. In der Altersgruppe 18 bis 59 Jahre sind es 67 Prozent und in der Altersgruppe der über 60-Jährigen etwa 66 Prozent. Vor einer schweren Erkrankung und Tod schützt die Corona-Impfung laut dem RKI-Bericht alle über 18-Jährigen zu rund 90 Prozent. Für 12- bis 17-Jährige liegen keine Berechnungen vor.

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Wie eine geringe Impfquote sich auswirkt, zeigt sich derzeit auf dramatische Weise: In Thüringen, Sachsen und anderen Bundesländern mit niedriger Impfquote sterben derzeit im Verhältnis zur Bevölkerung erheblich mehr Menschen an und mit Corona als im besser geimpften Norden Deutschlands. In Thüringen gab es demnach im Verhältnis zur Bevölkerung in den vergangenen sieben Tagen mehr als sechsmal so viele Corona-Tote wie in Bremen, dem Land mit der höchsten Impfquote. Nachzulesen ist das auf den Corona Maps des Instituts für Statistik der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität.

Derzeit sind bundesweit bisher mindestens 57,1 Millionen oder 68,7 Prozent aller Menschen vollständig geimpft. Eine Impfdosis haben mindestens 59,5 Millionen Menschen oder 71,6 Prozent erhalten.

Quelle: ntv.de, kst

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