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Freitag, 10. August 2018

Unwetter überrollt Ferienlager: Deutscher Betreuer in Frankreich vermisst

Auch im Nachbarland Frankreich wüten Unwetter: Regenmassen sorgen am Fluss Ardèche für Überschwemmungen. Auf einem Campingplatz spült eine Welle den Wohnwagen eines 70-jährigen Deutschen weg. Bislang fehlt von ihm jede Spur.

Die Behörden in Frankreich suchen nach starken Überschwemmungen im Süden des Landes noch immer nach einem vermissten Deutschen. Seit Anbruch des Tages setzen die Helfer dafür einen Hubschrauber ein, berichtete der Fernsehnachrichtensender BFMTV unter Berufung auf die Präfektur in Nîmes.

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Der Wohnwagen des 70-Jährigen war am Donnerstag in Saint-Julien-de-Peyrolas am Fluss Ardèche bei einer Überschwemmung mitgerissen und zerstört worden. Es soll sich um einen Betreuer eines Ferienlagers mit Kindern aus Deutschland handeln. Einsatzkräfte starteten eine breit angelegte Suche nach dem Mann, die jedoch bisher erfolglos blieb. Die Bemühungen seien "vergeblich" geblieben, teilte die Feuerwehr mit.

Die 119 Kinder der Gruppe aus Leverkusen wurden indes bereits in Sicherheit gebracht. Vier Teilnehmer kamen wegen Unterkühlung ins Krankenhaus. "Die ersten Eltern sind vor Ort und holen ihre Kinder ab", teilte der Veranstalter, das Leverkusener Zeltlager St. Antonius, am Morgen auf seiner Facebook-Seite mit. "Die Nacht war unruhig, dennoch konnten alle ein bisschen schlafen." Die Kinder sollten nun so schnell wie möglich mit Bussen nach Leverkusen gebracht werden. Das Zeltlager war nach Angaben der Präfektur von Nîmes wegen des Unwetters geräumt worden - eine Vertreterin des Veranstalters erklärte in Leverkusen, dass der Campingplatz komplett überspült worden sei.

Die Region war seit Mittwoch von heftigen Regenfällen getroffen worden. Mehrere Campingplätze wurden geräumt. Insgesamt wurden 184 Menschen von drei Zeltplätzen nach Angaben der Einsatzkräfte mit Hilfe von Hubschraubern und Tauchern in Sicherheit gebracht. 80 Menschen hätten sich in ernsthafter Gefahr befunden.

Wassermassen richten schwere Zerstörungen an

Zehn Menschen wurden in Krankenhäusern behandelt, darunter auch fünf Minderjährige. Fast 270 Feuerwehrleute sowie vier Helikopter waren im Einsatz. Die Ardèche ist ein beliebtes Urlaubsziel unter anderem für Kanufahrer und Wanderer.

Auf den betroffenen Campingplätzen richteten die Wassermassen schwere Zerstörungen an: Zahlreiche Zelte wurden weggerissen, der Boden verwandelte sich in Schlamm. Auch die Präfektur des Départements Gard sprach von "außergewöhnlich" starken Regenfällen. Wegen möglicher Überschwemmungen waren zuletzt noch acht Verwaltungsbezirke im Süden und Osten Frankreichs in Alarmbereitschaft.

In der Touristenregion um die Flüsse Dordogne und Lot fiel in tausenden Haushalten der Strom aus. Auch in Lothringen und an der Mosel nahe der deutschen Grenze waren zahlreiche Menschen betroffen. In der Umgebung des Ortes Forbach nahe Saarbrücken rückte die Feuerwehr zu mehreren Noteinsätzen aus. In Straßburg und Metz blieben Parks und städtische Friedhöfe sicherheitshalber geschlossen.

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Quelle: n-tv.de