Panorama

Trockene Böden im April Deutschland fürchtet neuen Dürresommer

imago87028125h.jpg

Dieses Jahr könnten nicht nur die Felder vertrocknen, sondern auch die Wälder, fürchten Meteorologen.

(Foto: imago/imagebroker)

Der letzte Sommer war ungewöhnlich lang, heiß und trocken, sodass nicht nur Landwirte und Binnenschiffer auf Regen hofften. Vielerorts blieben die Niederschläge monatelang aus. Das Szenario könnte sich wiederholen. Doch diesmal wären die Folgen wohl schlimmer als 2018.

Deutschland steuert nach Einschätzung von Wetterexperten auf einen weiteren Dürresommer zu. Im Lauf des Tages dürften die Temperaturen teilweise bis auf Spitzenwerte von bis zu 28 Grad steigen, wie n-tv Meteorologe Björn Alexander erklärte. Ungewöhnlich heißes Sommerwetter im April lässt zwar noch keine sichere Vorhersage für die Entwicklung in den kommenden Monaten zu. Doch schon jetzt sind die Auswirkungen der Trockenheit vielerorts zu spüren.

"Alles in allem erwartet uns ein frühsommerlich warmer Tag", fasst der n-tv Meteorologe die Lage zusammen. Grund für die hohen Temperaturen sind warme Luftströmungen aus dem Süden, die mitten im Frühjahr bereits Erinnerungen an den Rekordsommer 2018 wecken. Der Wüsteneinfluss im Wetter über Europa dürfte sich Björn Alexander zufolge auch in den erwarteten Niederschlagsgebieten im Südwesten Deutschlands optisch zeigen.

"Blutregen" als Vorbote

"Hier wird nämlich der Saharastaub in der Atmosphäre ausgewaschen, so dass Sie zum Teil den sogenannten 'Blutregen' beobachten können", berichtete der Wettermann bei n-tv. Mit dem einsetzenden Regen dürfte sich der Staub aus Nordafrika dort beispielsweise auf Autos und Balkonmöbeln absetzen. "Vorsichtig sollten Sie beim Entfernen des Staubes sein, denn dieser könnte beim trockenen Abreiben natürlich den Lack Ihres Fahrzeugs beschädigen."

Björn Alexander

Der n-tv Meteorologe Björn Alexander.

Die Wetterlage Ende April liefert möglicherweise nur einen ersten Vorgeschmack auf den bevorstehenden Sommer. "Sollte die trockene Witterung in den kommenden Monaten anhalten, könnte sich die Dürre des Jahres 2018 wiederholen oder sogar übertroffen werden", sagt der Leiter der Agrarmeteorologie des Deutschen Wetterdienstes (DWD), Udo Busch. Das Problem: Zum Beginn der Vegetationsperiode seien die Böden in diesem Jahr in vielen Regionen deutlich trockener als im vieljährigen Durchschnitt und sogar trockener als im April des vergangenen Jahres.

Lage heikler als letztes Jahr

Damals konnten Pflanzen und Bäume mit langen Wurzeln noch die Feuchtigkeit aus tiefen Bodenschichten ziehen und kamen so gut über die Trockenheit hinweg. Diese Wasserspeicher seien in diesem Jahr jedoch "weit weniger gut gefüllt". Ein Dürresommer würde daher nicht nur die Landwirtschaft erneut hart treffen, sondern dieses Mal auch die Forstwirtschaft, schätzt der Experte des DWD.

Besonders betroffen sind die östlichen Bundesländer - vor allem Sachsen-Anhalt und Thüringen. Dort ist die Bodenfeuchte bereits jetzt so niedrig wie im Juli 2018. Selbst wenn es noch viel regnen sollte, bleibt sie den Schätzungen zufolge bis in den Sommer hinein unter dem vieljährigen Mittelwert. "Die Startbedingungen für die Vegetation sind 2019 in vielen Gebieten Deutschlands deutlich schlechter als im Vorjahr", sagte Busch.

Quelle: n-tv.de, mmo/ino/dpa

Mehr zum Thema