Panorama

Corona-Krisenkabinett tagt Deutschland meldet über 97.000 Infektionen

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Die Ausstattung des medizinischen Personals ist eines der Themen, die das Krisenkabinett heute auf der Tagesordnung hat.

(Foto: picture alliance/dpa)

Die Coronavirus-Pandemie beschäftigt einmal mehr das Krisenkabinett der Bundesregierung. Die Zahl der offiziell bekannten Infizierten in Deutschland kratzt inzwischen an der Marke von 100.000.

Die Zahl der bestätigten Coronavirus-Fälle steigt in Deutschland unaufhörlich. Mehr als 97.000 Menschen gelten hierzulande als infiziert. Das geht aus Berechnungen von ntv.de hervor. Demnach starben bislang knapp 1500 Menschen im Zusammenhang mit der Lungenkrankheit Covid-19. Das Robert-Koch-Institut schätzt, dass knapp 28.700 Betroffene inzwischen wieder genesen sind.

Unterdessen will das Corona-Krisenkabinett am Vormittag voraussichtlich über Probleme bei der Beschaffung von Schutzmaterial und Hilfen für Unternehmen beraten. Engpässe gibt es in Deutschland vor allem bei Schutzkleidung und Atemmasken. Sie müssen zu großen Teilen auf dem Weltmarkt beschafft werden, auf dem enorme Konkurrenz herrscht. Die Ministerpräsidenten Bayerns und Mecklenburg-Vorpommerns, Markus Söder und Manuela Schwesig, haben sich für Produktionsstandorte in Deutschland ausgesprochen.

Vizekanzler Olaf Scholz kündigte erste Beschlüsse der Regierung für heute an. "Die Zusagen, die wir jetzt machen müssen, sind einfach und klar und teuer, aber richtig", sagte er am Sonntagabend in der ARD-Sendung "Anne Will". Unternehmen bräuchten etwa Zusagen zur längerfristigen Abnahme von Produkten.

Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) prangerte insbesondere eine ungenügende Versorgung mit Schutzmaterialien in Pflegeheimen und bei ambulanten Pflegediensten an. "Die Situation ist sehr, sehr angespannt. Wenn wir nicht aufpassen, werden die Krankenhäuser in den nächsten Wochen viele Patienten aus Pflegeheimen zur Behandlung gegen das Coronavirus aufnehmen müssen", sagte DRK-Präsidentin Gerda Hasselfeldt den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Die Versorgung mit Schutzmaterial bis hin zu Desinfektionsmitteln in den Pflegeheimen und bei den ambulanten Pflegediensten sei "völlig unzureichend".

*Datenschutz

Härtetest am Wochenende bestanden?

Aufgerufen werden könnte im Krisenkabinett zudem das Thema Kredithilfen für mittelständische Firmen. Im Gespräch ist, Kredite für Mittelständler für eine begrenzte Zeit mit einer 100-prozentigen Staatshaftung abzusichern. Die Höchstgrenze könnte bei 500.000 Euro pro Firma liegen. Der Staat könnte dafür Garantien in einem Volumen von bis zu 300 Milliarden Euro übernehmen.

Die Bundesbürger hatten am Wochenende den ersten wirklichen Härtetest im Zuhausebleiben zu bestehen. Die Polizei zeigte sich größtenteils zufrieden, weil sich die Menschen am ersten richtigen Frühlingswochenende mit Sonne und Wärme an die Auflagen hielten, die die Ausbreitung des Coronavirus bremsen sollen. In Deutschland gilt zurzeit eine umfassende Kontaktsperre für die Bürger. Zudem sind unter anderem Restaurants, Theater, Kinos sowie Spielplätze und viele Geschäfte geschlossen. Auch das Krisenkabinett dürfte das Verhalten der Bürger am Wochenende bilanzieren.

Quelle: ntv.de, fzö/dpa