Panorama

Ihretwegen die meisten Probleme Draghi geht mit Ungeimpften hart ins Gericht

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Draghi klagt über die hohe Zahl an ungeimpften Menschen im Land.

(Foto: AP)

Italien hat erneut seine Corona-Maßnahmen verschärft. Zudem debattiert das Land über das richtige Vorgehen angesichts des Schulbeginns nach den Ferien. In dieser Gemengelage beklagt Regierungschef Draghi, dass es die meisten Probleme nur wegen so vieler Ungeimpfter gebe.

Italiens Regierungschef Mario Draghi hat den Druck auf Ungeimpfte in seinem Land deutlich erhöht. "Die meisten Probleme, die wir heute haben, sind darauf zurückzuführen, dass es ungeimpfte Menschen gibt", sagte der Ministerpräsident. Bürger ohne eine Corona-Impfung würden "viel eher schwere Formen der Krankheit entwickeln" und "die Krankenhäuser unter Druck setzen", betonte er. In Italien sind zu Wochenbeginn verschärfte Maßnahmen für Ungeimpfte in Kraft getreten.

So haben in Restaurants, Hotels und öffentlichen Verkehrsmitteln nur noch Menschen Zutritt, die gegen Covid-19 geimpft oder von der Krankheit genesen sind. Die 2G-Regel gilt im gesamten Nah- und Fernverkehr - auch in Zügen, Fähren und auf Inlandsflügen. In Theatern, Kinos, Sportstadien und öffentlichen Verkehrsmitteln ist zudem das Tragen von FFP2-Masken verpflichtend.

Eine vorübergehende Ausnahme gewährte die Regierung den Bewohnern von Inseln, die auf Boote oder Flugzeuge angewiesen sind, um zum Festland zu gelangen. Bis zum 10. Februar dürfen ungeimpfte Inselbewohner weiterhin reisen - sie müssen dazu jedoch einen negativen Corona-Test vorlegen.

Die italienischen Gesundheitsbehörden verzeichneten derweil mehr als 100.000 Neuansteckungen binnen 24 Stunden. Der sprunghafte Anstieg der Fälle lässt sich insbesondere auf eine Ausbreitung der ansteckenderen Omikron-Variante zurückführen.

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Landesweit endeten die Winterferien, und der Schulunterricht begann wieder. Medienberichten zufolge entschieden jedoch mehr als tausend Kommunen, die Schulen weiter geschlossen zu halten. Schulleiter und Ärzte forderten, die Rückkehr in die Klassen um mindestens zwei Wochen zu verschieben. Der Virologe Massimo Galli vom Sacco-Krankenhaus in Mailand erklärte, die Öffnung der Schulen sei "unvorsichtig und ungerechtfertigt".

Italien war Anfang 2020 das erste schwer von der Corona-Pandemie betroffene Land in Europa und verzeichnete seitdem fast 140.000 Corona-Tote. Gut 86 Prozent der Italiener ab zwölf Jahren sind geimpft, von den Kindern zwischen fünf und elf Jahren sind mittlerweile 15 Prozent geimpft. In der vergangenen Woche trat eine Impfpflicht für über 50-Jährige in Kraft.

Quelle: ntv.de, jwu/AFP

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