Panorama

Drama vor Libyens Küste Dutzende Flüchtlinge ertrinken im Mittelmeer

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In den ersten sechs Tagen des neuen Jahres wurden nach Angaben aus Rom rund 400 Menschen im Mittelmeer gerettet und nach Italien gebracht.

(Foto: picture alliance / Santi Palacio)

Bei dem Versuch, das Mittelmeer zu überqueren, kentert ein Flüchtlingsboot vor der libyschen Küste. 85 Menschen können gerettet werden. Für viele kommt allerdings jede Hilfe zu spät.

Bei der ersten Flüchtlingstragödie des neuen Jahres sind nach Angaben von Seenotrettern mindestens 25 Menschen vor der libyschen Küste ums Leben gekommen. Nördlich von Tripolis sei ein Schlauchboot mit bis zu 150 Flüchtlingen an Bord gesunken, teilte die deutsche Nichtregierungsorganisation Sea Watch über Twitter mit. Nach Angaben der italienischen Küstenwache konnten 85 Menschen gerettet werden.

Die genaue Zahl der Toten war zunächst unklar. Laut der italienischen Küstenwache seien bislang acht Menschen tot geborgen worden. Es handelt sich um die erste bekannt gewordene Havarie eines Flüchtlingsboots 2018. Rettungsorganisationen gehen aber davon aus, dass angesichts der großen Zahl an Bootsflüchtlingen bereits in den vergangenen Tagen mehrere Menschen unbemerkt ertrunken sein könnten.

Im vergangenen Jahr waren nach Angaben von Ärzte ohne Grenzen 3116 Flüchtlinge im Mittelmeer gestorben. Insgesamt sank die Zahl der Menschen, die sich in oftmals überfüllten und nicht seetauglichen Booten auf die Fahrt nach Europa machen, aber um ein Drittel auf etwa 119.000.

Dies ist unter anderem auf die Unterstützung Italiens für die libysche Küstenwache zurückzuführen. Libyen ist das Hauptdurchgangsland für Flüchtlinge aus afrikanischen Ländern, die über das Mittelmeer in die EU gelangen wollen.

In den ersten sechs Tagen des neuen Jahres wurden nach Angaben aus Rom rund 400 Menschen im Mittelmeer gerettet und nach Italien gebracht. Ein Jahr zuvor waren es noch knapp 730.

Quelle: ntv.de, hny/AFP/dpa