Panorama

Laborwerte "fast normal"Behandlung des Ebola-Patienten in Berlin zeigt Erfolg

27.05.2026, 19:49 Uhr
00:00 / 04:54
FILE-PHOTO-Two-children-of-an-American-Ebola-patient-look-through-a-window-at-their-father-in-the-isolation-ward-at-the-Charite-hospital-in-Berlin-Germany-May-21-2026-Charite-Handout-via-REUTERS-ATTENTION-EDITORS-THIS-IMAGE-HAS-BEEN-SUPPLIED-BY-A-THIRD-PARTY-THIS-PICTURE-WAS-CROPED-BY-REUTERS-AN-UNCROPPED-VERSION-HAS-BEEN-PROVIDED-SEPARATELY
Die Ebola-Infektion des in Berlin therapierten US-Bürgers ist offenbar bald besiegt. (Foto: via REUTERS)

Seit einer Woche behandeln Spezialisten der Berliner Charité einen mit dem Ebolavirus infizierten US-Bürger. Jetzt äußert sich der Klinikdirektor zum Zustand des Patienten. Die Lage in Afrika bleibt unterdessen dynamisch.

Der mit Ebola infizierte US-Bürger, der seit vergangener Woche auf der Sonderisolierstation der Berliner Charité behandelt wird, ist auf dem Weg der Besserung. Dem Mann gehe es den Verhältnissen entsprechend gut, sagte Leif Erik Sander, Direktor der Klinik für Infektiologie und Intensivmedizin der Charité.

Er habe eine kombinierte antivirale Therapie bekommen. Diese habe offenbar gut angeschlagen, so dass die Viruskonzentration rasch abgefallen und die Laborwerte des Patienten wieder "fast normal" seien. "Der Patient ist also relativ stabil und wir hoffen wirklich, dass sich die Situation weiter stabilisiert", so Sander. Weiter sagte er: "Wir sind anhand des Verlaufs sehr optimistisch, dass der Patient sich vollständig erholen kann und dann auch die Virusinfektion besiegt ist."

Wann er genau entlassen werde, sagte der Infektiologe nicht. Die Regelungen besagten, dass ein Patient mindestens 72 Stunden symptomfrei sein und zwei negative Tests innerhalb von 48 Stunden aufweisen müsse. Man werde aber sehr vorsichtig sein und den Patienten eher länger auf der Sonderisolierstation behalten.

Der Mann, der als Arzt für eine christliche Hilfsorganisation in der Demokratischen Republik Kongo arbeitete und sich dort mit dem gefährlichen Virus infizierte, wurde vergangene Woche auf Bitten der USA in der Charité aufgenommen. Einen Tag später folgten seine Frau und die vier Kinder, die sich zuvor ebenfalls im Kongo aufhielten.

Kontaktpersonen weiterhin in Quarantäne

Frau und Kinder seien weiterhin symptomfrei und die Tests negativ, so Sander. Weil es sich bei zwei der Kinder um Kleinkinder handelte und bei diesen die Sterblichkeit durch das Virus sehr hoch sei, sei allen Familienmitgliedern eine Postexpositions-Prophylaxe verabreicht worden - also ein Mittel, das vorsorglich eine Infektion verhindern soll. Die Frau und die Kinder des Infizierten gelten laut Sander als Hochrisikokontakte. Sie müssen wegen der Inkubationszeit von maximal 21 Tagen weiterhin in Quarantäne bleiben.

Der Fall zeige, dass Patienten auf der Sonderisolierstation der Charité "herausragend betreut" würden, sagte Gesundheitsministerin Nina Warken, die sich an der Charité über den Zustand des Patienten informiert hatte. Die Zusammenarbeit aller Akteure habe "sehr gut geklappt", sagte die CDU-Politikerin. Weitere Anfragen für die Aufnahme von Ebola-Patienten in Deutschland gebe es bislang nicht.

Die DR Kongo ist das Epizentrum der Ebola-Epidemie. Die Zahl der Ebola-Verdachtsfälle stieg dort laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) inzwischen auf über 900. Nach Angaben der WHO wurde in dem Land bei zehn Todesfällen das Ebola-Virus als Ursache bestätigt, zudem starb ein mit dem Virus infizierter Mann in Uganda. Bei rund 220 weiteren Todesfällen in der DR Kongo besteht außerdem der Verdacht, dass das Virus verantwortlich ist. Das Virus ist durch Körperflüssigkeiten übertragbar.

Uganda schließt Grenze zu Nachbarland

Uganda schloss unterdessen vorübergehend die Grenze zu der DR Kongo. Ausgenommen seien lediglich "autorisierte Ebola-Einsatzteams, humanitäre Einsätze, der Transport von Lebensmitteln und Fracht sowie Sicherheitskräfte, die strengen Gesundheitskontrollen und Überwachungsabläufen unterliegen", sagte die Staatssekretärin Diana Atwine.

Sie kündigte zudem eine 21-tägige Quarantäne für alle Einreisenden aus der DR Kongo sowie regelmäßige Kontrollen von Schülern an grenznahen Schulen an. Uganda hatte in der vergangenen Woche bereits den gesamten öffentlichen Verkehr in die DR Kongo eingestellt.

Die WHO hatte die Nachbarstaaten der DR Kongo zwei Tage zuvor zu einem "unverzüglichen" Vorgehen gegen eine Ausbreitung des Ebola-Virus aufgerufen. Die an die DR Kongo angrenzenden Länder seien "einem besonders hohen Risiko" ausgesetzt und sollten "unverzügliche Maßnahmen ergreifen", sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus am Montag bei virtuellen Ministerberatungen zu der Ebola-Epidemie.

Quelle: ntv.de, nbr/AFP/dpa

UgandaEbolaBerlinDemokratische Republik KongoWeltgesundheitsorganisationInfektionskrankheitenCharitéNina Warken