Panorama

Bus-Unglück bei SchulausflugEin Rettungshubschrauber stand schon bereit - doch der Junge starb am Unfallort

10.06.2026, 19:57 Uhr
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Nach dem schweren Unfall in Oberbayern kämpfen zwei Kinder und eine Lehrerin um ihr Leben. (Foto: picture alliance/dpa)

Zwei Klassen einer Grundschule sind auf dem Weg zu einem Ausflug, als es zu einer Tragödie kommt. Der Reisebus kollidiert mit einem anderen Bus. Die Retter versuchen alles, doch für einen Jungen kommt jede Hilfe zu spät. Für Angehörige und Einsatzkräfte bleibt ein Tag voller Schock und Sprachlosigkeit.

Es sollte ein besonderer Tag für die Zweitklässler der bayerischen Grundschule Haimhausen sein. Gemeinsam waren die Kinder bei einem Schulausflug. Doch gegen 12.30 Uhr kommt es zu einem Unfall. Der angemietete Reisebus der beiden Schulkassen berührt in einer Kurve bei Hebertshausen im Landkreis Dachau einen entgegenkommenden Linienbus ohne Fahrgäste - mit schlimmen Folgen. Ein Junge wird so schwer verletzt, dass er noch am Unfallort stirbt. 30 weitere Kinder, eine Lehrerin und zwei Busfahrer werden verletzt, zum Teil schwer. 

Der Dachauer Landrat Stefan Löwl zeigt sich tief bewegt. Er sei in Gedanken bei der Familie des verstorbenen Kindes, aber auch bei den Verletzten. Für ihn als Vater von drei schulpflichtigen Kindern "ein ganz, ganz schwieriger Tag".

Es sind schreckliche Szenen am Unfallort. Der Reisebus ist schwer beschädigt. Daneben findet die Feuerwehr zwei verletzte Kinder, wie Maximilian Reimoser, Sprecher Kreisbrandinspektion Dachau, erläutert. Besonders schlimm hat es einen Jungen getroffen. Man habe alles Menschenmögliche versucht, um ihn zu reanimieren, beschreibt Dennis Behrendt, Einsatzleiter des Rettungsdienstes, das Ringen um das Leben des Kindes. Auch ein Hubschrauber stand schon bereit, um das Kind in eine Klinik zu fliegen. Doch der Notarzt habe ihn dann vor Ort noch für tot erklären müssen, so Behrendt sichtlich berührt.

Zwei Kinder und eine Lehrerin schwerst verletzt

Zwei andere Kinder und eine Lehrerin sind nach Angaben der Polizei schwerst verletzt, vier weitere Kinder gelten als schwer oder mittelschwer verletzt. 26 Schüler und zwei Busfahrer wurden bei dem Unfall leicht verletzt. 

"Das sind einfach Bilder und Momente, die man nicht so leicht verarbeitet", spricht Reimoser das aus, was viele der Rettungskräfte fühlen. Auch für die Angehörigen, die zur Unfallstelle eilen, ist es schwierig. An einer Sammelstelle im Ortsteil Ampermoching werden sie psychosozial betreut. In der Gemeindeverwaltung sei zudem ein Bürgertelefon eingerichtet worden, erklärt Bürgermeister Stefan Jänicke-Spicker, der auch Feuerwehrkommandant seiner Gemeinde ist. Abends solle zudem die Pfarrkirche im Ort öffnen. 

"Dieser Einsatz zieht noch viel Nachbearbeitung mit sich"

Doch wie konnte es zu dem Unfall kommen? Das ist nach Angaben der Polizei noch völlig unklar. Die Staatsanwaltschaft München II hat einen Gutachter beauftragt, das Geschehen zu untersuchen. Sicher ist, dass in der sehr engen Kurve Tempolimits gelten, einmal 60, einmal 50 Kilometer pro Stunde. 

Eines kann Thomas Weber, Leiter der Polizeiinspektion Dachau, schon mal weitgehend ausschließen: Alkohol. Die Busfahrer hätten freiwillig Atemalkoholtests gemacht. Das Ergebnis in beiden Fällen: Null Promille, wie Weber erklärt. 

Doch die Aufarbeitung des Unfalls im Zuge der Ermittlungen ist nur die eine Seite. Auf der anderen Seite steht die psychische Verarbeitung der schlimmen Geschehnisse. Für die gesamte Schule werde es Angebote geben, kündigte Landrat Löwl an. Die Notfallseelsorge stehe bereit für jeden, der Bedarf habe, auch in den kommenden Tagen. 

Und auch die Rettungskräfte müssen diesen Einsatz erst verarbeiten. Denn er sei keineswegs alltäglich, betont Reimoser. Im Feuerwehrhaus gab es deshalb Angebote für Einsatzkräfte. Doch der Feuerwehrmann weiß auch: "Das wird sicherlich nicht mit dem heutigen Tage vorbei sein, sondern auch dieser Einsatz zieht noch viel Nachbearbeitung mit sich."

Quelle: ntv.de, Cordula Dieckmann und Frederick Mersi, dpa

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