Panorama

Alltag mit Maske und Plexiglas Europas Krisen-Länder öffnen sich vorsichtig

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Noch einmal das Schaufenster putzen, bevor auch dieses Geschäft im kroatischen Rijeka wieder öffnen darf.

(Foto: imago images/Pixsell)

Die europäischen Corona-Krisenländer Spanien, Italien und Frankreich leiten vorsichtig die Lockerung ihrer strengen Auflagen ein: Wegen sinkender Infektionszahlen dürfen Kinder in Spanien erstmals seit sechs Wochen wieder ins Freie, bald sind auch Spaziergänge erlaubt. Weitere Erleichterungen sind dort sowie in Italien und Frankreich ab Mai geplant. Die Schweiz, Kroatien und andere Länder haben bereits für diesen Montag Schritte zur Öffnung des öffentlichen Lebens angekündigt. Ein Überblick.

In Spanien gilt seit dem 14. März eine der striktesten Ausgangssperren der Welt: Dort durften Kinder und Jugendliche bis 14 Jahre das Haus nicht verlassen. Nun können sie unter Aufsicht eines Elternteils täglich eine Stunde an die frische Luft. Das nutzten viele Menschen in Madrid, darunter die Mutter Inmaculada Paredes. Ihre vier und sieben Jahre alten Söhne seien "unheimlich aufgeregt" über den ersten Ausflug mit Fahrrad und Tretroller, sagte sie.

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Hauptsache raus: Nach sechs Wochen zu Hause freuen sich spanische Kinder, wenn sie mit Maske Skateboard fahren dürfen.

(Foto: REUTERS)

Ab dem kommenden Samstag sollen laut Spaniens Regierungschef Pedro Sánchez alle Bürger wieder Spaziergänge oder Sport im Freien machen dürfen, wenn der Rückgang der Corona-Zahlen andauert. Die Zahl der binnen eines Tages registrierten Todesfälle sank mit 288 bis Sonntag auf den niedrigsten Stand in einem Monat. Insgesamt zählt Spanien gut 23.000 Tote, das ist nach den USA und Italien der höchste Stand weltweit.

Erst Notre-Dame, dann Schulen

Italien plant ab dem 4. Mai eine schrittweise Lockerung der strikten Ausgangssperre, die seit dem 9. März gilt. Dann solle auch "ein großer Teil der Unternehmen" wieder öffnen, sagte Regierungschef Giuseppe Conte der Zeitung "La Repubblica".

Noch bis September geschlossen bleiben allerdings die italienischen Schulen. "Die Gesundheit unserer Kinder steht auf dem Spiel", betonte Conte. Experten bewerteten das Ansteckungsrisiko vor September als zu hoch. Auch die Öffnung von Gaststätten und Hotels könnte demnach noch dauern. Italien hat mit mehr als 26.300 Toten die höchste Zahl von Todesfällen durch das Coronavirus in Europa.

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Auch die Arbeiten an Notre-Dame gehen weiter.

(Foto: imago images/Kyodo News)

In Frankreich werden am Montag zunächst die Renovierungsarbeiten an der Pariser Kathedrale Notre-Dame wieder aufgenommen, die bei einem Brand vor gut einem Jahr schwer beschädigt worden war. Am Dienstag stellt Premierminister Edouard Philippe dann den Fahrplan zur Lockerung der Corona-Auflagen vor. Ab dem 11. Mai sollen schrittweise Schulen und Unternehmen wieder öffnen und die Ausgangssperre gelockert werden. In Frankreich gab es bisher 22.600 Todesfälle durch die Lungenkrankheit Covid-19.

Tattoo-Studios, Museen und Bibliotheken

In anderen europäischen Länder greifen Erleichterungen für die Bürger zum Wochenbeginn: In der Schweiz dürfen ab Montag neben Bau- und Gartenmärkten unter anderem auch Friseure, Tier- und Zahnärzte sowie Kosmetik- und Tattoo-Studios wieder öffnen.

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Auf dem Markt in Rijeka trennt Folie neuerdings Kunden von Ware und Verkäufern.

(Foto: imago images/Pixsell)

Tschechien lässt ab Montag erstmals Geschäftsreisende aus der EU wieder ins Land. Sie können sich dort aber nur 72 Stunden aufhalten. Zudem müssen sie einen negativen Corona-Test vorweisen, der höchstens vier Tage alt ist. In Kroatien öffnen die meisten Geschäfte, Bibliotheken und Museen zu Wochenbeginn. In Norwegen geht es an den Grundschulen wieder los.

Deutschland führt am Montag eine Maskenpflicht ein. Das Tragen eines Mund-Nase-Schutzes ist dann im Nahverkehr in allen Bundesländern Pflicht. Das gilt auch weitgehend beim Einkaufen.

Die Infektionszahlen sind in Europa weiterhin auf hohem Niveau: Insgesamt gab es mehr als 1,36 Millionen bestätigte Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus. Die Zahl der Todesfälle stieg auf mehr als 122.000. Damit bleibt Europa weltweit der am schwersten von der Pandemie betroffene Kontinent.

Quelle: ntv.de, chr/AFP