Panorama

Corona-Ausbruch in NRW Fleischbetrieb meldet 55 infizierte Mitarbeiter

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Nach zahlreichen Infektionen in der Belegschaft war die Fleischbranche im Frühjahr 2020 unter Druck geraten. (Symbolbild)

(Foto: picture alliance/dpa)

Schlechte Arbeitsbedingungen und beengte Wohnverhältnisse sorgen 2020 für zahlreiche Corona-Ausbrüche in Fleischbetrieben. Deshalb gelten in Deutschland seit Neujahr strengere Regeln. Tage, bevor die Regelung in Kraft tritt, bricht das Virus in NRW erneut aus.

In einem fleischverarbeitenden Betrieb in Frechen bei Köln haben sich 55 Beschäftigte mit Corona infiziert. Am 28. Dezember sei bei einer der Mitarbeiterinnen eine Covid-19-Erkrankung nachgewiesen worden, teilte der Rhein-Erft-Kreis mit. Daraufhin seien die Mitbewohner in einer Gemeinschaftsunterkunft ebenfalls getestet worden. Bisher sei bei 55 Beschäftigten eine Infizierung mit dem Coronavirus nachgewiesen worden, sagte eine Sprecherin.

Vor der Infektion seien die überwiegend ausländischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nicht in Risikogebiete gereist. Der Betrieb sei nach der Corona-Fleischwirtschaftsverordnung an strenge Hygienevorgaben gebunden. Das Gesundheitsamt habe für alle in der Produktion arbeitenden Beschäftigten eine Quarantäne angeordnet.

Erst vor wenigen Wochen hatte der Bundestag strengeren Regeln in der Branche zugestimmt, die zum 1. Januar 2021 in Kraft traten - darunter ein Verbot von Werkverträgen. Ab 1. April 2021 gilt auch mit Einschränkungen ein Verbot des Einsatzes von Zeitarbeitnehmern. Die Fleischbranche geriet im Frühjahr 2020 wegen besonders vielen Corona-Infektionen in fleischverarbeitenden Großbetrieben unter Druck. Die massenhaften Corona-Ausbrüche offenbarten die schlechten Arbeitsbedingungen und die Unterbringung der meist osteuropäischen Beschäftigten der Branche in beengten Verhältnissen.

Zumindest die Arbeitsbedingungen haben sich für die Mitarbeiter zum Jahreswechsel damit verbessert: Die großen Schlachtbetriebe in Deutschland haben ihre Stammbelegschaft zum Jahresanfang deutlich aufgestockt. Bundesweit sind bei den nordrhein-westfälischen Unternehmen Tönnies (Rheda-Wiedenbrück) und Westfleisch (Münster) sowie bei Vion Deutschland im bayerischen Buchloe insgesamt rund 12.300 Werkarbeiter als Angestellte von Subunternehmen in die Unternehmensbelegschaften gewechselt, wie die Sprecher der Firmen mitteilten.

Quelle: ntv.de, joh/dpa