Panorama

US-Kreise zum Flugschreiber Boeing in China gezielt zum Absturz gebracht?

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Einer der beiden Flugschreiber des abgestürzten Flugzeugs der China Eastern Airlines wird in der südchinesischen Region Guangxi Zhuang geborgen.

(Foto: picture alliance/dpa/XinHua)

Der Absturz eines Flugzeuges der China Eastern Airlines im März soll kein Unfall gewesen sein. Jemand im Cockpit soll die Boeing-737-800 zum Absturz gebracht haben, berichtet das "Wall Street Journal" mit Verweis auf den Flugschreiber. Chinesische Behörden hüllen sich in Schweigen.

Die Flugdaten der Ende März abgestürzten Boeing 737-800 der China Eastern Airlines deuten Kreisen zufolge darauf hin, dass der Crash absichtlich herbeigeführt wurde. Die Daten einer Blackbox, die nach dem Absturz geborgen wurde, wiesen darauf hin, dass Eingaben in die Steuerung das Flugzeug in den tödlichen Sturzflug getrieben hätten, sagten Personen, die mit der vorläufigen Einschätzung der US-Behörden zu den Ursachen des Unfalls vertraut sind. Die Boeing 737-800 befand sich in großer Höhe, als sie plötzlich in einen fast senkrechten Sinkflug überging und mit extremer Geschwindigkeit in einen Berg stürzte. Alle 132 Passagiere starben.

"Das Flugzeug hat getan, was ihm von jemandem im Cockpit befohlen wurde", sagte eine informierte Person. Die chinesischen Behörden, die die Ermittlungen leiten, haben bisher keine mechanischen Probleme oder Probleme mit der Flugsteuerung bei dem Flugzeug festgestellt, das am 21. März in Südchina abgestürzt war. Die bisher im Rahmen der China Eastern-Untersuchung gesammelten Informationen hätten die mit der Untersuchung befassten US-Beamten dazu veranlasst, ihr Augenmerk auf die Handlungen eines Piloten zu richten, sagten mit der Angelegenheit vertraute Personen weiter. Es bestehe auch die Möglichkeit, dass jemand anderes im Flugzeug in das Cockpit eingedrungen sei und den Absturz absichtlich verursacht habe, so die Informanten weiter.

Weder Boeing noch die Flugsicherheitsbehörden haben bisher im Zusammenhang mit dem Absturz Service Bulletins oder Sicherheitsrichtlinien erarbeitet, sagten mit der Angelegenheit vertraute Personen weiter. Solche Mitteilungen werden verwendet, wenn die Behörden es für notwendig hielten, Fluggesellschaften und Piloten auf Probleme aufmerksam zu machen, die bei dem Unfall aufgetreten sind, oder um auf notwendige Reparaturen an dem Flugzeug hinzuweisen.

Keine Bestätigung aus China

Eine Person, die mit der vorläufigen Einschätzung der US-Beamten vertraut ist, sagte weiter, dass die Amerikaner aber nicht über alle Informationen verfügten, die ihren chinesischen Kollegen zur Verfügung stünden. In einer Erklärung gegenüber dem "Wall Street Journal" teilte China Eastern mit, es seien keine Beweise aufgetaucht, die Aufschluss darüber geben könnten, ob es Probleme mit dem verunglückten Flugzeug gegeben habe oder nicht. Die Fluggesellschaft wiederholte die Erklärung ihres leitenden Beamten vom März, wonach die Piloten in guter gesundheitlicher Verfassung gewesen seien und die familiäre Situation gestimmt habe. Auch hätten die Piloten keine finanziellen Probleme gehabt.

Die Fluggesellschaft erklärte, sie sei nicht für die Unfalluntersuchung zuständig und verwies auf offizielle Verlautbarungen, darunter die Zusammenfassung des vorläufigen Berichts der chinesischen Regierung, der am 20. April veröffentlicht wurde. Darin heißt es, dass die Wiederherstellung der Daten und die Analyse der beschädigten Flugschreiber noch im Gange sei. "Jegliche inoffiziellen Spekulationen könnten die Untersuchung des Unfalls beeinträchtigen und den tatsächlichen Fortschritt der weltweiten Luftverkehrsbranche beeinträchtigen", erklärte die Fluggesellschaft.

Die chinesische Zivilluftfahrtbehörde (Civil Aviation Administration of China), die für die Flugsicherheit in China zuständig ist, reagierte nicht auf per Fax übermittelte Bitten um Stellungnahme und nahm auch keine Anrufe entgegen.

(Dieser Artikel wurde am Dienstag, 17. Mai 2022 erstmals veröffentlicht.)

Quelle: ntv.de, mau/DJ

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