Panorama

"Mein Kampf" auch im Bestand Franco A. schweigt zu verdächtiger Munition

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A. war im Februar 2017 in Wien festgenommen worden, als er eine Pistole aus einem Versteck in einer Flughafentoilette holen wollte.

(Foto: picture alliance/dpa/dpa Pool)

Dem unter Terrorverdacht stehenden Soldaten Franco A. wird seit Mai der Prozess gemacht. Er soll mehr als 1000 Schuss Munition von der Bundeswehr gestohlen haben. Eine Aussage dazu verweigerte er, doch die Chatverläufe mit einem ihm nahestehenden Zeugen zeigten seine bislang bestrittene rassistische Gesinnung.

Der unter Terrorverdacht stehende Offizier Franco A. will sich weiter nicht zur Herkunft von Munition äußern, die er aus Beständen der Bundeswehr gestohlen haben soll. Auf eine entsprechende Frage des Vorsitzenden Richters wollte sich der 32-Jährige vor dem Oberlandesgericht Frankfurt nicht äußern. Die mehr als 1000 Patronen hatte A. nach seiner kurzzeitigen Festnahme in Wien einem Freund gegeben, in dessen Zimmer in einem Friedberger Studentenwohnheim die Kisten bei einer Durchsuchung im April 2017 gefunden worden waren.

Der 29-Jährige wurde deshalb in Gießen zu einem Jahr Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt. Der 29-Jährige sagte im Prozess gegen A. aus. Er habe die Munition als Freundschaftsdienst entgegengenommen. Woher sie stammt und warum A. sie hatte, wisse er nicht. Er habe A. für einen Sammler gehalten. Bei zwei weiteren Treffen habe A. ihm ein Gewehr und eine Pistole gezeigt. Von Planungen einer Gewalttat habe er nichts gewusst, sagte der Zeuge.

Der Angeklagte übergab dem Zeugen nach dessen Angaben auch Bücher, darunter "Mein Kampf" von Adolf Hitler. Auch dabei habe er sich ebenfalls nichts Besonderes gedacht, sagte der Zeuge. Die beiden Männer hatten sich in Chats ausgetauscht, vor Gericht wurden antisemitische und rassistische Äußerungen des Zeugen verlesen. A. hatte seinen Freund demnach häufiger gemahnt, sich nicht so explizit zu äußern.

Doppelleben als syrischer Flüchtling

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Franco A. wird die Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Straftat zur Last gelegt. Er soll Anschläge auf Politiker geplant und ein Doppelleben als angeblicher syrischer Flüchtling geführt haben. Nach der Theorie der Ankläger sollte sich der Verdacht nach einem Anschlag gegen Flüchtlinge richten und das Vertrauen in die Asylpolitik erschüttern. Die Bundesanwaltschaft sieht in einer völkisch-nationalistischen Haltung das Motiv.

A. war im Februar 2017 in Wien festgenommen worden, als er eine Pistole aus einem Versteck in einer Flughafentoilette holen wollte. Die Vorwürfe bestreitet A. größtenteils. Als Flüchtling habe er sich ausgegeben, um Missstände im Asylsystem aufzudecken.

Quelle: ntv.de, can/dpa

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