Panorama

Nach Skandalfeier in Litauen Gegen drei Panzergrenadiere wird ermittelt

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Die Bundeswehr will nun Disziplinarmaßnahmen einleiten.

(Foto: picture alliance/dpa)

Ein "Geburtstagsständchen" für Adolf Hitler sei bei der Party im litauischen Hotel nicht gesungen worden, wohl aber rechtsradikale Lieder, befindet die Staatsanwaltschaft. Die schweren Vorwürfe an die beteiligten Soldaten - unter anderem Volksverhetzung und Holocaust-Leugnung - werden nun in einem Ermittlungsverfahren geprüft.

Rund sieben Monate nach Bekanntwerden des Vorfalles mit mutmaßlich volksverhetzenden und antisemitischen Parolen bei der NATO-Mission in Litauen hat die Lüneburger Staatsanwaltschaft Ermittlungsverfahren gegen drei Soldaten der betroffenen Bundeswehreinheit aus Munster eingeleitet.

Ein Verfahren sei wegen des Verdachts der versuchten Unterdrückung von Beschwerden und entwürdigender Behandlung von Untergebenen eingeleitet worden, bestätigt eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft in der Hansestadt. Die weiteren Verfahren beziehen sich auf Volksverhetzung, ausländerfeindliche und antisemitische Äußerungen sowie Holocaust-Leugnung.

Vorwurf sexueller Nötigung fallen gelassen

Die Bundeswehr hatte nach Bekanntwerden der Vorfälle den Panzergrenadierzug abgezogen. Wegen eines "Geburtstagsständchen" für Adolf Hitler seien die Ermittlungen eingestellt worden, weil es weder öffentlich noch in einer Versammlung dargebracht worden sei. Auch der Vorwurf sexueller Nötigung gegen einen Soldaten sei fallen gelassen worden; der Behörde zufolge ergab sich kein hinreichender Tatverdacht.

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Die Bundeswehr hatte nach den Vorfällen zwei Soldaten vorzeitig entlassen. Einfache disziplinarische Maßnahmen seien bei zweien verhängt worden, bei dreien hätten sich die Vorwürfe nicht bestätigt, sagt ein Sprecher des Heeres in Munster. Fünf Vorermittlungen zu gerichtlichen Verfahren des Wehrdisziplinaranwalts liefen noch.

Der "Spiegel" hatte berichtet, dass bei einer Party Ende April vergangenen Jahres in einem Hotel rechtsradikale und antisemitische Lieder gesungen worden sein sollen. Von einem mutmaßlichen sexuellen Übergriff gebe es Filmaufnahmen. Die ehemalige Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer hatte die Taten scharf verurteilt.

Quelle: ntv.de, mst/dpa/AFP

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