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Nach Atomkatastrophe in Japan Gericht spricht drei Fukushima-Manager frei

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Der Atomunfall in Fukushima war der weltweit schwerste seit dem GAU in Tschernobyl 1986.

(Foto: picture alliance/dpa)

Nach der Kernschmelze im Atomkraftwerk Fukushima vor achteinhalb Jahren fällt jetzt das Urteil gegen drei damalige Topmanager. Doch sie werden nicht wegen Fahrlässigkeit mit Todesfolge verurteilt, sondern von dem japanischen Gericht freigesprochen.

Achteinhalb Jahre nach der Atomkatastrophe in Fukushima sind drei frühere Topmanager des verantwortlichen Kraftwerkbetreibers Tepco in einem Strafprozess freigesprochen worden. Das Bezirksgericht in Tokio befand die früheren Manager für nicht schuldig, wie japanische Medien meldeten.

Es war der einzige Prozess, in dem sich einzelne Personen wegen der Katastrophe verantworten müssen. Vor Gericht standen der frühere Tepco-Vorstandsvorsitzende Tsunehisa Katsumata und die beiden Vize-Chefs Sakae Muto und Ichiro Takekuro.

Den drei Männern war Fahrlässigkeit mit Todesfolge vorgeworfen worden. Sie hätten vorhandene Informationen über einen möglichen starken Tsunami ignoriert und notwendige Sicherheitsmaßnahmen unterlassen, lautete der Vorwurf. Die Tepco-Manager wussten den Ermittlungen zufolge, dass für das AKW Fukushima eine Tsunami-Gefahr bestand, gegen die es keinen ausreichenden Schutz gab. Die Staatsanwälte hatten Haftstrafen gefordert. Die Angeklagten hatten dagegen erklärt, dass der Tsunami unvorhersehbar gewesen sei.

Am 11. März 2011 war durch ein Erdbeben mit darauf folgendem Tsunami das Atomkraftwerk Fukushima so schwer beschädigt worden, dass es in einigen Reaktorblöcken zur Kernschmelze kam und die Umgebung der Anlage radioaktiv verstrahlt wurde. Es war der weltweit schwerste Atomunfall seit dem GAU in Tschernobyl 1986.

Umweltminister: Abkehr von Atomenergie

Vergangene Woche hatte Japans neuer Umweltminister Shinjiro Koizumi erklärt, er wolle eine Abkehr seines Landes von der Atomenergie. Ein Unglück wie vor acht Jahren in Fukushima dürfe sich niemals wiederholen, sagte das neue Regierungsmitglied. "Ich würde gern darüber nachdenken, wie wir sie abschaffen können und nicht, wie wir sie erhalten", sagte der neue Umweltminister auf die Frage nach seinen Plänen für die Atomkraftwerke des Landes. "Wir wären erledigt, wenn wir zweimal ein Atomunglück in einem Land geschehen lassen. Wir wissen nicht, wann das nächste Erdbeben kommt."

Nähere Ausführungen zu seinen Plänen machte Koizumi nicht. Kurzfristig dürften die Äußerungen keinen Einfluss auf die offizielle Atompolitik des Landes haben. Diese sieht eine langsame Verringerung der Abhängigkeit von Atomkraft vor.

Quelle: n-tv.de, aeh/dpa/AFP

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