Panorama

In mehreren Bundesländern Gerichte nach Bombendrohungen geräumt

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Mit einem Spürhund wird das Justizzentrum in Erfurt durchsucht.

(Foto: dpa)

In Gerichten in Mainz und Erfurt, Lübeck und Wolfsburg gehen Bombendrohungen ein. Die Gebäude müssen geräumt werden, sie werden auch mit Spürhunden durchsucht. In Erfurt werden vorübergehend alle Verhandlungen ausgesetzt.

Bundesweit sind bei mehreren Gerichten Bombendrohungen eingegangen. Betroffen waren Gerichte in Mainz, Erfurt, Lübeck, Wolfsburg, Baden-Baden und Chemnitz sowie die Erfurter Staatsanwaltschaft, wie die Polizeidienststellen der jeweiligen Städte mitteilten. Im Laufe des Tages konnte weitgehend wieder Entwarnung gegeben werden, da kein Sprengstoff gefunden wurde. In Lübeck war die Suche noch nicht abgeschlossen. Angaben zu den Hintergründen haben die Ermittler bisher nicht gemacht.

In Mainz ging die Bombendrohung nach Angaben einer Polizeisprecherin gegen 7:30 Uhr ein. Das Justizzentrum wurde mit Spürhunden durchsucht. Mehrere Nebengebäude seien darüber hinaus freiwillig geräumt worden. Auch in Wolfsburg wurde das Amtsgericht zwischenzeitlich geräumt. Die Drohung ging ersten Ermittlungen zufolge per Mail ein. Um 9:15 Uhr konnte Entwarnung gegeben werden.

In Erfurt wurden das Amtsgericht und die Staatsanwaltschaft bedroht. Das Gebäude wurde von Spürhunden durchsucht. Bis zum Mittag wurden Verhandlungen ausgesetzt. Auch die Polizei in Lübeck teilte mit, dass das Amtsgericht nach einer Bombendrohung geräumt wurde.

Beim Amtsgericht Chemnitz ging über Nacht eine Mail ein, "die in ihrem Wortlaut den Schluss einer Bombendrohung zuließ", wie die Polizei mitteilte. Bereits am Vormittag wurde Entwarnung gegeben. Zusammenhänge zu den Drohungen in anderen Städten würden geprüft, hieß es.

Zusammenhang zu Berliner Fall?

Auch in der Vergangenheit gab es Fälle etwa zeitgleich versandter Drohschreiben unter anderem gegen Gerichte. In Berlin läuft seit April ein Prozess gegen den mutmaßlichen Urheber einer solchen Serie rechtsextremer Drohschreiben. Nach der Festnahme des Angeklagten im April vergangenen Jahres war die Serie jedoch nicht zu Ende.

In der Anklage zeigte sich die Berliner Generalstaatsanwaltschaft überzeugt, dass der Mann mit einem oder mehreren unbekannten Komplizen kooperierte. Auch beim Prozessauftakt war eine Bombendrohung gegen das Gericht eingegangen. Völlig ist aber noch, ob es einen Zusammenhang zu den aktuellen Taten geben könnte.

Auch bei der Bundesagentur für Arbeit in Hanau ging eine Bombendrohung ein - in dem Fall soll ein Mann während eines telefonischen Beratungsgespräches die Drohung ausgesprochen haben. Auch dieser Einsatz wurde noch am Vormittag beendet.

Quelle: ntv.de, mli/AFP