Panorama

Vergewaltigung einer 19-Jährigen Gladbach-Fan sollte längst im Gefängnis sein

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In diesem Sonderzug wurde eine 19-Jährige vergewaltigt.

(Foto: dpa)

Ein 30-Jähriger soll in einem Fußball-Fanzug eine junge Frau vergewaltigt haben. Nun räumen die Behörden ein: Der Mann war in einem anderen Vergewaltigungsfall rechtskräftig verurteilt - und hätte zum Zeitpunkt der Tat gar nicht mehr auf freiem Fuß sein dürfen.

Im Fall des tatverdächtigen Fußballfans, der bereits wegen einer Vergewaltigung rechtskräftig verurteilt war, aber noch nicht in Haft saß, hat die zuständige Justizbehörde Fehler eingeräumt. "Nach vorläufiger Bewertung dieser Abläufe wurden bei der Bearbeitung der Akte durch das Amtsgericht falsche Prioritäten gesetzt", erklärte das Landgericht Mönchengladbach in einer ausführlichen Stellungnahme.

Das Amtsgericht hätte die Akte bereits im Januar bei der Staatsanwaltschaft vorlegen sollen, um die Vollstreckung des Urteils zu ermöglichen. Die Prüfung von angemeldeten Anwaltskosten und auch die Bearbeitung eines Opferentschädigungsantrages hätten dagegen zurückgestellt werden sollen.

Das Amtsgericht Mönchengladbach hatte den Verdächtigen am 13. April 2016 wegen Vergewaltigung, Verwendens von Kennzeichen verfassungsfeindlicher Organisationen sowie Körperverletzung in zwei Fällen zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von drei Jahren und drei Monaten verurteilt.

Das Landgericht bestätigte das Urteil auf Berufung des Verurteilten hin am 22. Mai 2017. Die dagegen eingelegte Revision des Verurteilten hat das Oberlandesgericht Düsseldorf mit Beschluss vom 29. November 2017 verworfen, hieß es.

Der inzwischen 30 Jahre alte Mann soll eine 19 Jahre alte Frau in einem Zug voller Fußballfans auf der Rückreise vom Spiel Bayern München gegen Borussia Mönchengladbach missbraucht haben. Am Montag hatte er sich in einer Haftanstalt in Nordrhein-Westfalen gemeldet, um seine Freiheitsstrafe anzutreten.

Quelle: ntv.de, uzh/dpa