Panorama

Vor zehn Jahren verschwundener Mann Google Maps hatte immer die Lösung

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Screenshot Google Maps

(Foto: 2015 Google)

Ein rätselhafter Vermisstenfall wird nach Jahren per Zufall gelöst. Bei den Untersuchungen stellen die Ermittler fest, dass sie schon längst hätten fündig werden können: Auf den Karten von Google.

David Lee Niles verschwand am 11. Oktober 2006 in Byron im US-Bundesstaat Michigan scheinbar spurlos. Zuvor hatte er sich in einer Kneipe noch mit einem Freund getroffen. Beinahe zehn Jahre vergehen, ohne dass sich Niles' Schicksal aufklären lässt. Bis Brian Houseman auf dem Gelände des Cook-Beerdigungsinstituts damit beginnt, den alljährlich aufgestellten Weihnachtsbaum zu schmücken. Um auch die oberen Äste zu erreichen, klettert er auf ein Dach und entdeckt in einem nahegelegenen Teich etwas.

Im Gespräch mit einem regionalen Fernsehsender sagte Houseman später: "Es war plötzlich wie, 'Wow, das ist ein Auto da draußen.'" Offenbar hatte das zuvor niemand bemerkt, möglicherweise, weil das Wasser trüb oder die Wasseroberfläche zu bewegt war. Doch es sollte noch eigenartiger kommen. Als man der Spur nachging, stellte sich heraus, dass das Auto im Wasser schon seit Jahren auf Satellitenaufnahmen zu sehen war, die für Google Maps gemacht wurden.

Nach Housemans Hinweis übernahm die Polizei und zog das Auto aus dem Wasser. Im Inneren des mit Schlamm und Rost bedeckten Wagens wurden Skelettteile gefunden, die mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit die sterblichen Überreste von Niles sind. Noch stehen die Ergebnisse der zahnärztlichen Identifizierung aus, aber in dem Auto wurde auch Niles' Brieftasche gefunden. Der Fundort liegt weniger als eine halbe Meile von dem Ort entfernt, an dem der 72-Jährige zuletzt gesehen worden war.

Ende einer langen Suche

Nachdem die Nachricht von der Entdeckung bekannt wurde, versammelte sich die Familie des Mannes an dem Ort, um ihm die letzte Ehre zu erweisen. Sein Schwiegersohn Scott Hathaway sagte: "Für uns endet heute eine lange Suche." Bei Niles war kurz vor seinem Verschwinden Krebs diagnostiziert worden. Deshalb hatte es seine Familie für möglich gehalten, dass er überraschend gestorben sein könnte. Bis 2011 hatten sie immer wieder nach Niles gesucht, bis sie schließlich aufgegeben hatten.

Im einem Nachruf schrieben seine Angehörigen damals: "Davie Lee Niles, 72 aus Wyoming, ist gestorben, und nur Gott weiß die Zeit und den Ort." Nun ist auch dieses Geheimnis offenbar gelüftet. Niles' Schwiegersohn sagte dazu: "Ich habe keine Ahnung, warum Gott neun Jahre gewartet hat, aber wir sind glücklich. Es ist gut, ihn zuhause zu haben."

Quelle: ntv.de, sba