Panorama

22-Jähriger beim Prozess dabei Grünes Gewölbe: Neuer Verdächtiger geschnappt

Im Prozess um den Einbruch ins Grüne Gewölbe hat ein DNA-Analytiker Spuren nachgewiesen.

Im Prozess um den Einbruch ins Grüne Gewölbe hat ein DNA-Analytiker Spuren nachgewiesen.

(Foto: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild)

Schon länger wird nach einem siebten Tatverdächtigen im Dresdner Juwelenraub-Prozess gefahndet. Nun schlagen Ermittler zu und nehmen einen Besucher der Verhandlung fest. Er soll den Tatplan des spektakulären Einbruchs im Grünen Gewölbe gekannt und bei der Durchführung geholfen haben.

Am Rande des Prozesses um den Juwelendiebstahl aus dem Grünen Gewölbe in Dresden hat die Polizei heute einen siebten Tatverdächtigen festgenommen. Der 22-Jährige hatte laut Staatsanwaltschaft der Hauptverhandlung als Besucher beigewohnt. Er sei dringend tatverdächtig, den anderen Beschuldigten "in Kenntnis des gesamten Tatplans umfassende Hilfestellung bei der Planung und Durchführung des Vorhabens geleistet zu haben", hieß es. So soll er das Grüne Gewölbe ausgekundschaftet haben.

Schon im März hatten Staatsanwaltschaft und Polizei von einer Fahndung nach einem siebten Tatbeteiligten berichtet. Er soll den Angaben zufolge am Vortag des Einbruchs als Besucher in dem Museum gewesen und sich mehrmals im Juwelenzimmer aufgehalten haben. Demnach verhielt er sich laut Videoaufzeichnungen dabei auffällig. Die Identität des Manns war aber lange unklar.

In dem Prozess sind bislang sechs junge Männer zwischen 23 und 28 Jahren wegen schweren Bandendiebstahls, Brandstiftung und besonders schwerer Brandstiftung angeklagt. Dem jetzt Festgenommenen wird Beihilfe zu diesen Straftaten vorgeworfen. Er soll morgen dem Ermittlungsrichter in Dresden vorgeführt werden.

Die Angeklagten sind Deutsche und stammen aus einer bekannten arabischstämmigen Berliner Großfamilie. Sie sollen am frühen Morgen des 25. November 2019 aus der Schatzkammer 21 Schmuckstücke mit insgesamt 4300 Diamanten und Brillanten im Gesamtwert von über 113 Millionen Euro gestohlen und Sachschäden in Höhe von über einer Million Euro hinterlassen haben. Ihnen wird auch vorgeworfen, einen Stromkasten in der Altstadt angezündet zu haben sowie in der Tiefgarage eines Wohnhauses ein Fluchtauto. Einer der sechs Angeklagten hatte Ende März sein Schweigen gebrochen und seine Beteiligung an Vorbereitungen zu der Tat eingeräumt. Namen von anderen Beteiligten nannte er aber nicht.

Mehrere Angeklagte hinterließen DNA-Spuren

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Heute hatte in dem Prozess der Chef der DNA-Analytik im Landeskriminalamt Sachsen, Ralf Nixdorf, als Zeuge ausgesagt. Demnach haben mehrere Angeklagte am Tatort Spuren hinterlassen. Bei vier der sechs Beschuldigten war er sich vollkommen sicher. In einem weiteren Fall ging der 52 Jahre alte Experte mit großer Wahrscheinlichkeit davon aus, dass der Betroffene wie die vier anderen an der Außenmauer des Dresdner Schlosses einen genetischen Fingerabdruck zurückgelassen hatte.

Nach Angaben von Nixdorf waren mehr als 1000 DNA-Proben ausgewertet worden. Aber nicht alle ließen sich verwerten. Vor allem die Spuren im Inneren des Grünen Gewölbes waren zum größten Teil unbrauchbar. Grund: Die Täter hatten mit einem Feuerlöscher gesprüht. Nixdorf schilderte, wie der dabei entstehende Druck DNA-Material durch die Gegend bläst und Spuren verwischt. "So was mögen wir gar nicht", sagte er mit Blick auf die Auswertung. Dagegen wurden die Experten an der Außenmauer fündig. Überprüft wurden auch DNA-Spuren an Zigarettenstummeln und Kaugummi an der dem Schloss gegenüberliegenden "Schinkelwache" - allerdings gab es dort keinen Treffer in der bundesweiten DNA-Datei.

Quelle: ntv.de, ysc/dpa/AFP

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